hieven

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hieven (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich hieve
du hievst
er, sie, es hievt
Präteritum ich hievte
Konjunktiv II ich hievte
Imperativ Singular hiev!
hieve!
Plural hievt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gehievt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:hieven

Worttrennung:

hie·ven, Präteritum: hiev·te, Partizip II: ge·hievt

Aussprache:

IPA: [ˈhiːfn̩], [ˈhiːvn̩]
Hörbeispiele:
Reime: -iːfn̩, -iːvn̩

Bedeutungen:

[1] transitiv, Seefahrt: eine Last hochziehen, mit einer Winde nach oben befördern
[2] transitiv, umgangssprachlich: etwas Schweres heben und an eine Stelle befördern
[3] transitiv, umgangssprachlich, übertragen:
[a] jemanden in ein Amt, auf einen Posten bringen
[b] etwas mit Aufwand auf einen höheren Stand, eine höhere Ebene bringen

Herkunft:

um 1800 in die Seemannssprache entlehnt aus gleichbedeutend englisch heave → en,[1] vergleiche heben

Synonyme:

[1] aufseilen, aufwinden, heraufziehen/hinaufziehen, hochhieven, hochwinden, hochziehen, von Ankern: lichten
[2] umgangssprachlich: wuchten
[3a] einsetzen
[3b] anheben, heben

Gegenwörter:

[1] abseilen, herunterlassen/hinunterlassen
[3a] umgangssprachlich: absägen
[3b] senken

Oberbegriffe:

[1, 2] heben; befördern, bewegen

Beispiele:

[1] „Früh morgens beim Hellwerden begannen wir mit dem Einnehmen unseres Heckankers, anschließend hievten wir unsere Ankerketten kurzstag und den Steuerbord-Anker ganz auf.“[2]
[2] „Der Concierge im Hotel trägt neuzeitliches Anthrazit, er hievt den Koffer mit jener beleidigten Exaltiertheit aus dem Auto, die Menschen an den Tag legen, die sich von der Welt missachtet fühlen.“[3]
[2] „Diantha hievte in der Küche einen Truthahn aus dem Rohr.“[4]
[3a] „Im Sommer vergangenen Jahres stiegen dann die Tchibo-Erben Wolfgang und Michael Herz als neue Großinvestoren ein und hievten umgehend ihren alten Bekannten Bruno Sälzer auf den Chefsessel.“[5]
[3a] „Helfershelfer versuchen demnach, landesweit gezielt Karsai-Anhänger ins Parlament zu hieven.[6]
[3a] „Hohn sei es denn auch gewesen, der alle Hebel in Bewegung gesetzt habe, um Francioni an die Spitze der Deutschen Börse zu hieven, ist aus Frankfurter Börsenkreisen zu erfahren.“[7]
[3a] „Martin wurde von einer massiven Labour-Mehrheit ins Amt gehievt, ohne das gesamte Parlament hinter sich zu haben.“[8]
[3b] „Immer wieder haben sie in der Vergangenheit Währungen auf Kursniveaus gehievt, die für die Wirtschaft schädlich waren.“[9]
[3b] „Aufgeschreckt von dem Wahlausgang in Bayern drängen die Liberalen seit Sonntag mit aller Macht in die Öffentlichkeit; sie wollen die Partei bei der Bundestagswahl am kommenden Sonntag über die fünf-Prozent-Hürde hieven.[10]
[3b] „Ursprünglich hatte sich die Politik das Ziel gesetzt, die ostdeutschen Länder mit dem Solidarpakt II […] von den derzeitigen 71 Prozent auf mindestens 80 Prozent des Westdurchschnitts zu hieven.[11]
[3b] „Doch die Bombe würde den Iran schlagartig über seine sunnitischen Nachbarn hieven und auf eine machtpolitische Stufe mit Israel stellen.“[12]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] den Anker hieven, etwas an Deck hieven

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „hieven
[1] canoo.net „hieven
[2] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonhieven
[1, 2] The Free Dictionary „hieven
[1, 2] Duden online „hieven
[1, 2, 3a] wissen.de – Wörterbuch „hieven
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909, Stichwort „Hieven“ (Wörterbuchnetz), „Hieven“ (Zeno.org)

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „hieven“.
  2. Hans Blöss: Als Nautiker. In: Bürger der Ozeane und Meere. Band 2, Christian Blöss, Berlin 2013, ISBN 978-3-934378-02-5, Seite 222 (zitiert nach Google Books, abgerufen am 30. September 2013)
  3. Stefan Nink: Cambridge, die Stadt. In: DIE ZEIT. Nummer 28/2009, 2. Juli 2009, ISSN 0044-2070 (zitiert nach Online-Version, abgerufen am 30. September 2013).
  4. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 24.
  5. Jan Schröder: Es war einmal im Goldknopfland. In: Zeit Online. 3. Juli 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 30. September 2013).
  6. Christine Möllhoff: Wahl in der Fassaden-Demokratie. In: Frankfurter Rundschau. 17. September 2010, abgerufen am 30. September 2013.
  7. Dominik Flammer: Machtnetz von Reto Francioni: Seiferts Erbe. In: Bilanz. Nummer 17/2005, 4. Oktober 2005 (zitiert nach Online-Version, abgerufen am 30. September 2013)
  8. Das Volk verlangt Kontrolle: Das Volk verlangt Kontrolle. In: Zeit Online. 4. Juni 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 30. September 2013).
  9. Thomas Fischermann, Mark Schieritz, Frank Sieren: Angriff auf den Dollar. In: DIE ZEIT. Nummer 15/2009, 2. April 2009, ISSN 0044-2070 (zitiert nach Online-Version, abgerufen am 30. September 2013).
  10. Fritz Zimmermann: Reinkommen, egal wie. In: stern.de. 18. September 2013, ISSN 0039-1239 (URL, abgerufen am 30. September 2013).
  11. Osten krisenfester als der Westen. In: Zeit Online. 10. Juni 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 30. September 2013).
  12. Mark Fliegauf: Wie böse ist der Iran?. In: n24.de. 3. August 2010, abgerufen am 30. September 2013.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: hieben, hießen