falsch

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falsch (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
falsch
Alle weiteren Formen: Flexion:falsch

Worttrennung:

falsch, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [falʃ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild falsch (Info), Lautsprecherbild falsch (Info)

Bedeutungen:

[1] unrichtig (durch Irrtum oder Unwissenheit), tatsächlich anders
[2] gelogen, nicht den Tatsachen entsprechend
[3] beim Spiel: betrügerisch
[4] nachgemacht
[5] als Charakter: verlogen
[6] als Wahrheitswert in der Logik: nicht wahr

Abkürzungen:

[1] f (vom korrigierenden Lehrer)
[6] F

Herkunft:

althochdeutsches Adjektiv falsc lässt sicht aufgrund des althochdeutschen Verbs falscan, falscôn refellere vermuten, dieses geht wohl zurück auf lateinisch falsus → la "falsch, erdichtet, trügerisch", Partizipialkonstruktion zu fallere → la "täuschen", welches auf altgriechisch σφάλλ (sphállo) → grc "zu Fall bringen, täuschen" (woher auch Asphalt abgeleitet) zurückzuführen ist. [Quellen fehlen]

Synonyme:

[1] fehlerhaft, verkehrt
[2] gelogen, erdichtet, unwahr
[3] betrügerisch
[4] imitiert, nachgemacht, unecht, vorgetäuscht
[5] heuchlerisch, verlogen
[6] nicht wahr

Sinnverwandte Wörter:

[2] unwahr, wahrheitswidrig

Gegenwörter:

[1] richtig
[2, 6] wahr
[3, 5] ehrlich
[4] echt

Beispiele:

[1] „Wenn unerfahrene Bergsportler die falsche Route wählen oder dem sicheren Weg das steile Gelände vorziehen, arbeitet der Leichtsinn der Technik entgegen.“[1]
[1] Was habe ich denn falsch gemacht?
[1] „Wir produzieren falsch, wir bauen falsch und wohnen falsch, wir bewegen uns falsch, und wir ernähren uns falsch.(w:Fritz Kuhn, September 2006)
[2] Du sollst nicht falsch Zeugnis reden.
[2] Eine falsche Aussage kann unter Strafe gestellt werden.
[3] Ich glaube, hier spielt einer falsch!
[4] Im Fasching trat sie mit falschen Zähnen als Vampir auf.
[5] Diese falsche Schlange!
[6] Die Aussage „A = -A“ ist falsch.

Redewendungen:

auf dem falschen Dampfer sein
falsch liegen (sich irren)
ein falsches Spiel treiben
ein falscher Fuffziger (verlogener oder verdächtiger Mensch)
ein falscher Freund (eine naheliegende, aber unrichtige Übersetzung)
im falschen Film sein/sitzen

Charakteristische Wortkombinationen:

[4] falsches Gebiss, Haar, falsche Zähne
[5] falsches Aas, Biest, Schlange, falscher Hund
[6] falsche Aussage, falscher Schluss

Wortbildungen:

Falsch, Falschaussage, fälschen, Falschgeld, Falschheit, fälschlich, Falschmeldung, Falschmünzer, Falschmünzerei, falschspielen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Falschheit
[1–6] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „falsch
[1–6] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „falsch
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalfalsch
[1–6] Duden online „falsch

Quellen:

  1. Helmut Luther: Partner mit nasser Schnauze. In: Zeit Online. 20. Januar 2013, ISSN 0044-2070 (URL).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

Anagramme: flachs, Flachs, schlaf, Schlaf


falsch (Prußisch)[Bearbeiten]

Adverb[Bearbeiten]

Anmerkung:

Das Wort falsch wird auch mit dem folgenden Substantiv widekausnan zusammengezogen als ‚falsches Zeugnis‘ aufgefasst.[1]

Aussprache:

IPA: []
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] nicht der Wahrheit entsprechend; falsch

Herkunft:

Entlehnung aus dem deutschen falsch[2]

Beispiele:

[1] „Thou ny tur falsch widekausnan waitiatun preiken twaien tawischen.“ (Katechismus I)[3][4]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Georg Heinrich Ferdinand Nesselmann: Thesaurus linguae prussicae. Der preussische Vocabelvorrath soweit derselbe bis jetzt ermittelt worden ist, nebst Zugabe einer Sammlung urkundlich beglaubigter Localnamen. Harrwitz & Gossmann, Berlin 1873 (Internet Archive), Seite 41.
[1] Erich Berneker: Die preussische Sprache. Texte, Grammatik, Etymologisches Wörterbuch. Karl J. Trübner, Strassburg 1896 (Internet Archive), Seite 289.
[1] Reinhold Trautmann: Die altpreussischen Sprachdenkmäler. Einleitung, Texte, Grammatik, Wörterbuch. Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen 1910 (Internet Archive), Seite 334.

Quellen:

  1. Georg Heinrich Ferdinand Nesselmann: Thesaurus linguae prussicae. Der preussische Vocabelvorrath soweit derselbe bis jetzt ermittelt worden ist, nebst Zugabe einer Sammlung urkundlich beglaubigter Localnamen. Harrwitz & Gossmann, Berlin 1873 (Internet Archive), Seite 41.
  2. Reinhold Trautmann: Die altpreussischen Sprachdenkmäler. Einleitung, Texte, Grammatik, Wörterbuch. Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen 1910 (Internet Archive), Seite 308.
  3. Erich Berneker: Die preussische Sprache. Texte, Grammatik, Etymologisches Wörterbuch. Karl J. Trübner, Strassburg 1896 (Internet Archive), Seite 5.
  4. Reinhold Trautmann: Die altpreussischen Sprachdenkmäler. Einleitung, Texte, Grammatik, Wörterbuch. Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen 1910 (Internet Archive), Seite 5.