ein Brett vor dem Kopf haben

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ein Brett vor dem Kopf haben (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Worttrennung:

ein Brett vor dem Kopf ha·ben

Aussprache:

IPA: [aɪ̯n bʀɛt foːɐ̯ deːm kɔpf ˈhaːbn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild ein Brett vor dem Kopf haben (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: begriffsstutzig sein; sich dumm, einfältig, töricht anstellen

Herkunft:

zwei Ochsen mit Stirnjochen
Diese Redewendung stammt aus dem bäuerlichen Bereich: Im Mittelalter wurden hauptsächlich Ochsen als Zugtiere eingesetzt.[1] Entweder bezieht sich ein Brett vor dem Kopf haben darauf, dass man diesen früher bei der Arbeit ein Brett vor die Augen gehängt hat, um ihnen die Sicht zu nehmen.[2] Da sie, wenn sie scheuten, nur schwer wieder zu bändigen waren, könnten die Ochsen durch das Brett beruhigt worden sein.[1] Auch möglich ist, dass das Stirnjoch gemeint ist.[1] Bevor das Kummet erfunden worden ist, wurde für die Kraftübertragung ein hölzernes Joch benutzt, das den Ochsen vor die Hörner gelegt wurde.[1] Da der Ochse ohnehin das Sinnbild des Dummen ist, könnte sich die Vorstellung entwickelt haben, dieses Brett, das Joch, behindere das Denken.[3]

Beispiele:

[1] Diesen Text habe ich gestern dreimal gelesen und ihn nicht verstanden. Da hatte ich wohl ein Brett vor dem Kopf, denn heute bereitet er mir keine Schwierigkeiten mehr.
[1] Wieso kommst du nicht auf die Lösung? Hast du ein Brett vor dem Kopf?
[1] Manchmal ist es, als hätte man ein Brett vor dem Kopf.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 70.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 139.
[1] Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 1: A–Hampelmann, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 255.
[1] Gerhard Wagner: Schwein gehabt! Redewendungen des Mittelalters. 13. Auflage. Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2012, ISBN 978-3-939722-31-1, „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 81.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Gerhard Wagner: Schwein gehabt! Redewendungen des Mittelalters. 13. Auflage. Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2012, ISBN 978-3-939722-31-1, „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 81.
  2. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 139.
  3. Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 1: A–Hampelmann, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), „ein Brett vor dem Kopf haben“, Seite 255.