den Kürzeren ziehen

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den Kürzeren ziehen (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Worttrennung:

den Kür·ze·ren zie·hen

Aussprache:

IPA: [deːn ˈkʏʁʦəʀən ˈʦiːən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild den Kürzeren ziehen (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: verlieren, einen Nachteil akzeptieren müssen

Herkunft:

Die Redewendung stammt aus dem Rechtsleben[1]: Von alters her wurde das Losen eingesetzt, wenn es den Menschen nicht möglich war, in einer Rechtsfrage zu einer Entscheidung zu gelangen.[2][3] Dann loste man mit Halmen, Stäbchen oder Streifen, was als Gottesurteil angesehen wurde.[4] Wer von den Halmen/Stäbchen/Streifen das kürzere Exemplar zog, hatte verloren oder war im Unrecht.[1][2]

Synonyme:

[1] das Nachsehen haben

Beispiele:

[1] Bei der Verteilung der neuen Zuständigkeiten hat Gerhard schon wieder den Kürzeren gezogen und ein ganz arbeitsintensives Ressort bekommen.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „den Kürzeren ziehen
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „den Kürzeren ziehen“, Seite 454.
[1] Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, „den kürzeren ziehen“, Seite 352.
[1] Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Hanau–Saite, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), „den kürzeren ziehen“, Seite 912 f.
[1] Gerhard Wagner: Schwein gehabt! Redewendungen des Mittelalters. 13. Auflage. Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2012, ISBN 978-3-939722-31-1, „den Kürzeren ziehen“, Seite 47.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Hanau–Saite, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), „den kürzeren ziehen“, Seite 913.
  2. 2,0 2,1 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „den Kürzeren ziehen“, Seite 454.
  3. Gerhard Wagner: Schwein gehabt! Redewendungen des Mittelalters. 13. Auflage. Regionalia Verlag GmbH, Rheinbach 2012, ISBN 978-3-939722-31-1, „den Kürzeren ziehen“, Seite 47.
  4. Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Hanau–Saite, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-9811483-8-1, DNB 998963240 (Neuausgabe), „den kürzeren ziehen“, Seite 912 f.