das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit

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das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit (Deutsch)[Bearbeiten]

Geflügeltes Wort[Bearbeiten]

Nebenformen:

die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges, im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer

Worttrennung:

das ers·te Op·fer des Krie·ges ist die Wahr·heit

Aussprache:

IPA: [das ˌʔeːɐ̯stə ˌʔɔpfɐ dɛs ˈkʀiːɡəs ʔɪst diː ˈvaːɐ̯haɪ̯t]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit (Info)

Bedeutungen:

[1] man sollte sich immer gewahr sein, das zum Kriegshandwerk einseitige Berichterstattung und gezielte Desinformation gehört

Beispiele:

[1] „Das Diktum von Senator Hiram Johnson, daß das erste Opfer des Krieges die Wahrheit sei (1914), beschreibt treffend die Schwierigkeiten, beteiligte und nichtbeteiligte Parteien in gewalttätigen internationalen Konflikten so zu informieren, wie dies in ‚normalen‘ Zeiten möglich ist.“[1]
[1] „So ist das Bonmot ‚Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit‘ auch nur die halbe Wahrheit, also eigentlich eine Lüge.“[2]
[1] „‚Chirurgische Eingriffe‘, ‚schmutziger Häuserkampf‘ - die Formulierungen des Militärs finden sich auch in der Berichterstattung wieder[.] Mitten im Ersten Weltkrieg soll der US-Senator Hiram Johnson den in diesen Tagen gerne bemühten Satz gesagt haben: Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.[3]
[1] „«Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit» - diese alte Journalistenweisheit hat sich endgültig überholt.“[4]
[1] „Es ist mittlerweile ein Gemeinplatz, dass das erste Opfer des Krieges die Wahrheit ist.[5]
[1] „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit, heißt es. Nun, die Wahrheit ist das zweite Opfer des Krieges, weil die Neutralität schon vorher verloren geht.“[6]
[1] „»Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit« ist ein Diktum, das seit dem Ersten Weltkrieg in keinem selbstkritischen Medienbeitrag zu Kriegszeiten fehlen darf[…].“[7]
[1] „Angesichts der traurigen Tatsache, dass das erste Opfer des Krieges stets die Wahrheit ist, dass dieses erste Opfer jedoch regelmäßig bereits den Kriegsbeginn nicht mehr erlebt und dass in der Regel jede Seite das ius ad bellum exklusiv für sich beansprucht, dient die strikte Trennung der Ebenen des ius ad bellum und des ius in bello – von der dogmatischen Seite einmal abgesehen – einer weitest möglichen Gewährleistung humanitärer Standards bei bewaffneten Auseinandersetzungen sowohl zwischen Staaten als auch innerhalb eines Staates.“[8]
[1] „Wenn das erste Opfer des Krieges die Wahrheit ist, muss gelten, dass viele Behauptungen, die im Rahmen eines Konflikts von einer Seite aufgestellt werden, zunächst mit Vorsicht zu behandeln sind.“[9]
[1] „Es wird das Genre des autobiographischen Films mit seinem Wahrheitsanspruch inkorporiert, obwohl schon in der ersten längeren Sequenz ein Soldat äußert, dass das erste Opfer des Krieges die Wahrheit sei (00:03:18).“[10]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Eckart Spoo: Wie soll die Öffentlichkeit über Konflikte in der Welt informiert werden? In: Jörg Calließ (Herausgeber): „Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit“. Oder die Medien zwischen Kriegsberichterstattung und Friedensberichterstattung. Loccumer Protokolle 69/95. Evangelische Akademie, Loccum 1995, Seite 131–136.
[1] Hans Werner Wüst: Zitate & Sprichwörter. Basserman in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München 2010, ISBN 978-3-641-05062-7 (E-Book), Stichwort »Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer«.

Quellen:

  1. Stefan Hartwig: Konflikt und Kommunikation. Berichterstattung, Medienarbeit und Propaganda in internationalen Konflikten vom Krimkrieg bis zum Kosovo. LIT VERLAG, Münster/Hamburg/London 1999, ISBN 3-8258-4513-3, Seite 4 (Zitiert nach Google Books).
  2. Heinz Loquai: Medien als Weichensteller zum Krieg. In: AG Friedensforschung. (URL, abgerufen am 3. August 2013).
  3. Martin Hecht: Die verwundete Sprache des Krieges. In: Frankfurter Rundschau. 7. April 2003, ISSN 0940-6980 (URL, abgerufen am 3. August 2013)..
  4. Ulrich Tilgner: Der inszenierte Krieg. Täuschung und Wahrheit beim Sturz Saddam Husseins. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2003, ISBN 978-3-87134-492-3, Seite 188 (Zitiert nach Google Books).
  5. Dieter Janssen, Michael Quante (Herausgeber): Gerechter Krieg. Ideengeschichtliche, rechtsphilosophische und ethische Beiträge. 1. Auflage. Mentis Verlag, Paderborn 2003, ISBN 978-3-89785-304-1, Seite 159 (Zitiert nach Google Books).
  6. Carolin Emcke: Von den Kriegen. Briefe an Freunde. 1. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 978-3-10-017013-2, Seite 287 (Die ursprünglichen Texte wurden von Sebastian Vogel aus dem Englischen übersetzt und für die Druckfassung von der Autorin überarbeitet, zitiert nach Google Books).
  7. Ute Daniel: Der Gallipoli-Effekt oder Zum Wandel des Kriegsberichterstatters vom Augenzeugen zum Aufklärer. In: Daniela Münkel, Jutta Schwarzkopf (Herausgeber): Geschichte als Experiment. Studien zu Politik, Kultur und Alltag im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Adelheid von Saldern. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2004, ISBN 978-3-593-37489-5, Seite 185 (Zitiert nach Google Books).
  8. Clemens E. Ziegler: Kosovo-Krieg der Nato 1999 und Irak-Krieg 2003. Völkerrechtliche Untersuchung zum universellen Gewaltverbot und seinen Ausnahmen. In: Dieter Blumenwitz (Begr.); Gilbert Gornig, Burkhard Schöbener, Winfried Bausback (Herausgeber): Schriften zum Staats- und Völkerrecht. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-631-58021-9, ISSN 0172-7796, Seite 16 (Zitiert nach Google Books).
    Im Originalsatz sind die Begriffe »ius ad bellum« und »ius in bello« kursiv gesetzt.
  9. Ebenda, Seite 19 (Zitiert nach Google Books).
  10. Gabriele Linke: Visuelle Metaphern und die Konstruktion des Orients in neueren amerikanischen Filmen. In: Matthias Junge (Herausgeber): Metaphern in Wissenskulturen. 1. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16136-5, Seite 154 (Zitiert nach Google Books).