blutt

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blutt (Deutsch)[Bearbeiten]

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Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
blutt blutter am bluttesten
Alle weiteren Formen: Flexion:blutt

Alternative Schreibweisen:

blut

Worttrennung:

blutt, Komparativ: blut·ter, Superlativ: blut·tes·ten

Aussprache:

IPA: [blʊt]
Hörbeispiele:
Reime: -ʊt

Bedeutungen:

[1] keine Steigerung: nackt, bloß
[a] unbekleidet, nackt, ohne Kleidung
[b] ohne schützende Decke
[2] kahl
[a] ohne Haare; unbehaart, geschoren, bartlos
[b] unbefiedert, ohne Federn oder Schuppen
[c] unbelaubt, baumlos
[d] graslos, unbewachsen
[3] leer
[4] unverheiratet, ledig
[5] ohne Zutat, rein, pur, nichts als
[6] aller Mittel entblößt, bankrott
[7] dünn, schwach
[8] feucht, frisch, noch nicht trocken
[9] einzig und allein
[10] glatt weg, rund (in Verbindung mit Zahlen)
[11] kalt

Herkunft:

Erbwort von mittelhochdeutsch blut → gmh; die weitere Etymologie ist ungeklärt.[1]

Synonyme:

[1] textilfrei, umgangssprachlich: ausgezogen, ohne, im Evaskostüm
[2] blank
[3] restlos
[5] unverdünnt, unverblümt, ungeschminkt
[6] zahlungsunfähig, insolvent, blank, pleite, arm, umgangssprachlich: stier
[7] licht, blöd
[8] unbestelltes Feld
[9] solitär, einzeln
[11] frisch, steif

Gegenwörter:

[1] bekleidet, umgangssprachlich: angezogen
[2] behaart, befiedert, beschuppt, bepelzt, pelzig, haarig, bärtig
[4] verheiratet, gebunden
[5] verdünnt, gepanscht, gemischt
[6] zahlungsfähig, liquid, solvent, vermögend
[7] widerstandsfähig, stark
[9] vergesellschaftet, zu zweit/dritt/…
[10] ungrad, gebrochen
[11] lau

Beispiele:

[1a]
[1b] „Ist es nicht genug, daß Fürsten und Herren, indem sie wegen der blutten und bloßen Reputation oft lassen einen Bedrängten mit Weib und Kind zu Schanden gehen, einen großen Theil ihrer zeitlichen Herrlichkeiten und andere hohe Dinge darüber einbüßen, sondern daß sie auch wollen die Seele dadurch in Gefahr und in ewiges Verderben setzen.“[2]
[2a] den Kopf blutt rasiert / endlich wieder blutt im Gesicht
[2b] das Küken war noch blutt
[2c] im Winter ist der Laubwald blutt /
[2d] der blutte Felsen
[3] Die Speiseplatte war im Nu blutt.
[5] den Wein blutt (ohne Wasser) trinken
[6] „Doch sooft vom Spieltisch ich / blutt und bloß geschieden / hob im Frost des Leibes mir / an der Geist zu sieden: / Vers und Lieder kann ich erst / dann die besten schmieden.“[3]
[6] „Denn «blutter» als «blutt» lässt sich der Mensch nicht ausziehen.“[4]
[7] das Leinen ist in der Mitte schon ganz blutt
[9] Er hatte das Ass/Nell blutt
[10] blutte 50
[11] der blutte Wind

Wortbildungen:

füdliblutt, blutten, Blutter, Blutterich, blütterig, Blütti, Blüttling

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „BLUTT
[1, 2] Variantenwörterbuch des Deutschen: Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol; Ulrich Ammon, Rhea Kyvelos, Regula Nyffenegger; Walter de Gruyter, 2004; ISBN 3110165759, 9783110165753
[1–9] Pfälzisches Wörterbuch „blutt
[1, 2, 6, 9–11] Elsässisches Wörterbuch „blutt
[1, 2, 6, 8, 9] Rheinisches Wörterbuch „blutt
[1] Duden online „blutt
[2c] Wikipedia-Artikel „Bluttfüdlehoger

Quellen:

  1. Duden online „blutt
  2. Hans Michael Moscherosch: Philanders von Sittenwald wunderliche und wahrhaftige Gesichte. In: Projekt Gutenberg-DE. Zweiter Teil, Fünftes Gesicht: Pflaster wider das Podagra (URL).
  3. Rainer Maria Rilke: Vagantenbeichte
  4. «Blutter» als «blutt». Leserbrief. In: Der Bund. 9. Juni 2008 (Deeplink obsolet, Online, abgerufen am 9. Februar 2014).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Blut, blut