bildschön

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bildschön (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
bildschön bildschöner am bildschönsten
Alle weiteren Formen: Flexion:bildschön

Worttrennung:

bild·schön, Komparativ: bild·schö·ner, Superlativ: am bild·schöns·ten

Aussprache:

IPA: [ˌbɪltˈʃøːn],[1][2] [ˈbɪltˈʃøːn][2]
Hörbeispiele:
Reime: -øːn

Bedeutungen:

[1] emotional verstärkend: sehr schön

Herkunft:

Das Wort ist seit der 2. Hälfte[3] des 18. Jahrhunderts (zunächst oberdeutsch[3] umgangssprachlich[4]) zur Charakterisierung des Äußeren von Personen,[3] eigentlich wohl ‚schön wie ein (Heiligen)bild[3][4], bezeugt (vergleiche älteres engelschön,[3] das von diesem verdrängt wurde[4]). Ab dem 19. Jahrhundert wird es dann auch auf unbelebte Gegenstände bezogen.[3]

Sinnverwandte Wörter:

[1] anmutig, berauschend, bildhübsch, herrlich, malerisch, nett, paradiesisch, schmuck, umwerfend, wunderhübsch, wunderschön
[1] bildungssprachlich: pittoresk
[1] bayrisch: bildsauber

Gegenwörter:

[1] salopp: grottenhässlich
[1] umgangssprachlich: potthässlich

Oberbegriffe:

[1] schön

Beispiele:

[1] „Aber auch d’Urquijo, bildschön und beschränkten Geistes, hegte Vorurteile — nur freilich andere als die Rahel bekannten: In den Freunden Rahels sah der eifersüchtige Spanier lauter Liebhaber.“[5]
[1] „Die Knaben vor der Tafel mit Inschrift konnten allenfalls ein Jahr später, entweder bei der österlichen Einschulung der neuen Erstkläßler oder auf den ihnen gebliebenen Fotos entziffern, daß jene bildschönen Aufnahmen anläßlich ihres ersten Schultages gemacht worden waren.“[6]
[1] „Also starteten sie blitzschnell in den freien Raum, kopierten das Spiel ohne Ball und schossen dann doch ein bildschönes Eigentor.“[7]
[1] „Wieder waren die Opfer bildschöne Mädchen, wieder gehörten sie jenem schwerblütigen schwarzhaarigen Typus an, wieder fand man sie nackt und geschoren und mit einer stumpfen Wunde am Hinterkopf in den Blumenfeldern liegen.“[8]
[1] „Das ist einer der bildschönsten Beiträge, zugleich lustvoll wie lustig, zu den ‚erotischen Buch-Illustrationen‘, die derzeit das Klingspor-Museum ausstellt.“[9]
[1] „Dr. Raimund Bard, der den Zuhörern eingangs schon eine klangmächtige Interpretation der Toccata ‚Suite gothique‘ von Leon Boellmann an der Orgel geschenkt hatte, begleitete die Sänger mit perlendem, bildschönem Klavierspiel bei Franz Schuberts ‚23. Psalm‘.“[10]
[1] „Es ist ein rauer, eigentlich bildschöner Landstrich an der Ostküste Afrikas, ein Gebiet, über dem riesige Vogelschwärme im Wind tanzen, unweit der mosambikanische[n] Kleinstadt Chimoio.“[11]
[1] „Tausend, zweitausendfünfhundert — der hat dich aber bildschön gerupft, Hete!“[12]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine bildschöner Mensch; ein bildschönes Häuschen, Kleid

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „bildschön
[*] canoo.net „bildschön
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „bildschön
[1] The Free Dictionary „bildschön
[1] Duden online „bildschön
[1] wissen.de – Wörterbuch „bildschön
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „bildschön
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonbildschön
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »bildschön«, Seite 319.

Quellen:

  1. Nach Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 6, Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, DNB 1070833770, Stichwort »bildschön«, Seite 234.
  2. 2,0 2,1 Nach Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021, Stichwort »bildschön«, Seite 372.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „bildschön“.
  4. 4,0 4,1 4,2 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »bildschön«, Seite 169.
  5. Die Jüdin Rahel. In: Der Spiegel. Nummer 26, 24. Juni 1959, ISSN 0038-7452, Seite 44 (SPIEGEL-Archiv URL, abgerufen am 4. Juni 2018).
  6. Günter Grass: Die Blechtrommel. Roman. 323.–372. Tausend, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1964, Seite 66 (Erstausgabe 1962).
  7. Peter Gillhofer: Der Fußball und die Denker. In: Die Zeit. Nummer 26, 23. Juni 1978, ISSN 0044-2070, Seite 59 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 4. Juni 2018).
  8. Patrick Süskind: Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders. Diogenes, Zürich 1985, ISBN 3-257-01678-6, Seite 249.
  9. Thomas Wolff: Schöne Reize. Erotische Illustrationen im Klingspor-Museum Offenbach. In: Frankfurter Rundschau. 27. Juli 1999, ISSN 0940-6980, Seite 25.
  10. Spendenziel schon fast erreicht. In: Mannheimer Morgen. 14. Oktober 2009, Seite 24 (Stadtausgabe).
  11. Ronen Steinke: Raus da. In: Süddeutsche Zeitung. 12. Juli 2014, ISSN 0174-4917, Seite 8.
  12. Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein. Roman. Aufbau-Verlag, Berlin 1947, Seite 261 (Zitiert nach Google Books).