aus dem Effeff

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des Jahres 2009 das Wort der Woche.

aus dem Effeff (Deutsch)[Bearbeiten]

Wortverbindung[Bearbeiten]

Alternative Schreibweisen:

aus dem ff; aus dem FF

Worttrennung:

aus dem Eff·eff

Aussprache:

IPA: [aʊ̯s deːm ɛfˈʔɛf], auch: [aʊ̯s deːm ˈɛfˈɛf], [aʊ̯s deːm ˈɛfɛf]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild aus dem Effeff (Info) Lautsprecherbild aus dem Effeff (Info)

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: sehr gut, besonders gut, ohne große Mühen, ausgezeichnet

Herkunft:

Es ist nicht restlos geklärt, wo der genaue Ursprung dieser Redewendung liegt, denn die Möglichkeiten, was mit FF oder ff abgekürzt werden kann, sind vielfältig.
  • So wurde beispielsweise seit dem 17. Jahrhundert in der Kaufmannssprache eine feine Ware mit f für fino, eine noch feinere mit ff für finissimo gekennzeichnet. Kann man etwas aus dem Effeff, dann beherrscht man es äußerst fein.[1] Dass hierin die Entstehung der heutigen Redensart begründet ist, wird allerdings angezweifelt, da die Wendung älter erscheint als die Abkürzung der Händler.[2]
  • Ein anderer Deutungsversuch bezieht sich auf italienische Beamte: Wenn Bittschriften sie erreichten und sie sich entschlossen, dass das Erbetene gewährt werden konnte, schrieben sie ein vorläufiges F für fiat ‚es geschehe‘ darunter. Wurde das Gesuch endgültig bewilligt, so wurde die Bestätigung mittels eines FF für fiat fiat ‚es geschehe ohne Verzögerung‘ dargestellt.[3]
  • Eine dritte Möglichkeit, das FF zu erklären, nimmt Bezug auf die Pandekten. Rechtsgelehrte im 12. und 13. Jahrhundert kürzten die Pandekten mit dem griechischen Buchstaben π ab. Wenn man schnell schrieb oder der Schreiber der griechischen Schrift unkundig war, passierte es häufig, dass der waagerechte Strich weiter nach unten gesetzt wurde und das Zeichen wie ff aussah. Da die Pandekten für das römische Recht von immenser Bedeutung waren, war alles aus dem ff glaubwürdig, fest und sicher.[3]
    In Verbindung mit den Pandekten gibt es noch eine zweite Deutungsvariante. Diese geht davon aus, dass ff aus einem D (für Digesta) mit einem Querstrich entstanden sei. Die Juristen der damaligen Zeit kannten sich derart gut in den Digestentexten aus, dass sie nur Titelrubrik und Anfangsworte einer Textstelle benutzten, um auf eine Stelle zu verweisen. Von dieser enormen Kenntnis der Texte könnte sich die Bedeutung von aus dem Effeff ableiten.[1]
  • Ein weiterer Erklärungsversuch zieht auch Abkürzungen aus der Musik heran: Hier steht f für fortelaut‘ und ff für fortissimo ‚sehr laut‘. Außerhalb des streng musikalischen Kontextes könnte der Gebrauch der Abkürzung auch überall dahin übertragen worden sein, wo Töne erzeugt werden. Viele mundartliche Redensarten (jemandem etwas aus dem Effeff geigen, jemanden aus dem Effeff verhauen, aus dem Effeff pfeifen oder Prügel aus dem Effeff) belegen diese Übertragung.[4]
  • Auch möglich ist, dass die Abkürzung ff. für die folgenden Seiten mit der Wortverbindung zu tun hat. Wer etwas aus dem Effeff kann, versteht sich nicht nur auf einen Teil eines Gebietes, sondern auf mehrere breitgefächerte Aspekte.[1]
  • Schließlich kann es sein, dass das Effeff vom lateinischen Ausdruck ex forma, ex functione stammt. Aus dem Effeff bedeutete dann, dass jemand etwas sowohl der Form nach als auch in seiner Funktion darstellen und erläutern kann.[1]

Gegenwörter:

[1] mit Hängen und Würgen

Beispiele:

[1] Nachdem ich den Gitarrengriff drei Wochen lang geübt habe, kann ich ihn aus dem Effeff.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] aus dem Effeff beherrschen, können, machen, verstehen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Effeff
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Effeff
[1] canoo.net „Effeff
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonaus+dem+Effeff
[1] Klaus Müller (Herausgeber): Lexikon der Redensarten. Herkunft und Bedeutung deutscher Redewendungen. Bassermann Verlag, München 2005, ISBN 3-8094-1865-X, DNB 974926760, „etwas aus dem Effeff beherrschen“, Seite 99
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, „etw. aus dem Effeff beherrschen/können/verstehen“, Seite 179f.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Wikipedia-Artikel „Effeff
  2. Christoph Gutknecht: Lauter blühender Unsinn. Erstaunliche Wortgeschichten von Aberwitz bis Wischiwaschi. C.H. Beck oHG, München 2008, ISBN 978-3-406-57152-7 (limitierte Sonderauflage), „etwas aus dem Effeff verstehen (können/beherrschen)“, Seite 25 f.
  3. 3,0 3,1 Christoph Gutknecht: Lauter blühender Unsinn. Erstaunliche Wortgeschichten von Aberwitz bis Wischiwaschi. C.H. Beck oHG, München 2008, ISBN 978-3-406-57152-7 (limitierte Sonderauflage), „etwas aus dem Effeff verstehen (können/beherrschen)“, Seite 26
  4. Christoph Gutknecht: Lauter blühender Unsinn. Erstaunliche Wortgeschichten von Aberwitz bis Wischiwaschi. C.H. Beck oHG, München 2008, ISBN 978-3-406-57152-7 (limitierte Sonderauflage), „etwas aus dem Effeff verstehen (können/beherrschen)“, Seite 26 f.