auf Nimmerwiedersehen

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auf Nimmerwiedersehen (Deutsch)[Bearbeiten]

Redewendung[Bearbeiten]

Worttrennung:

auf Nim·mer·wie·der·se·hen

Aussprache:

IPA: [aʊ̯f ˌnɪmɐˈviːdɐzeːən], [aʊ̯f ˈnɪmɐˌviːdɐzeːən]
Hörbeispiele: —, —

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich, meist scherzhaft: für alle Zeit, ohne jedwede Wiederkehr

Synonyme:

[1] für immer/veraltet: auf immer, für immer und ewig/veraltet: auf immer und ewig, bis in alle Ewigkeit, für alle Ewigkeit, für Zeit und Ewigkeit

Beispiele:

[1] „Sprich, biſt du ſtark, wenn ſchon mein Leben brach,
Und nur nicht ſcheiden kann von deinen Blicken,
Das Auge, das von deiner Liebe ſprach,
Auf Nimmerwiederſehen zuzudrücken?“[1]
[1] „Und doch war mir das Herz ſo voll: ich allein wußte von uns allen, wie weit ich mich mit dieſem Abſchied von ihnen entfernte, — vielleicht auf Nimmerwiederſehen.[2]
[1] „Und damit ſteige ich in die Regionen der Eisgebirge und verliere mich auf Nimmerwiederſehen.[3]
[1] „Da suchten diese braven, zum Militär gepreßten Bauern nicht lange erst Deckung, sondern stürzten in kopfloser Flucht davon, in den Wald hinein, weit, weit fort, auf Nimmerwiedersehen.[4]
[1] „Als die Jungen pfiffen, stieg er die Treppe hinunter, öffnete die Haustür, und dann war der Hut weg. Mit einem Windstoß fort auf Nimmerwiedersehen.[5]
[1] „Trotz aller Mühen, trotz Wende und Wandlung, Neuerung und Reform, Veränderung, Umkehr, Umgestaltung, wie man’s auch nennen will, der Sand, dessen Rieseln den ganzen Prozeß auslöste, rinnt weiter; selbst die Reisefreiheit, gedacht als Verlockung zum Bleiben, bewirkte wenig: Wie viele waren’s ihrer im November, die das Land auf Nimmerwiedersehen verließen zum Notquartier in den Turnhallen und Kasernen der Bundesrepublik – hunderttausend?“[6]
[1] „Das Recht auf Arbeit, die billigen Mieten, das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem – sie entschwanden auf Nimmerwiedersehen.[7]
[1] „Plötzlich schien es mir, als habe die Heimatlosigkeit meiner Mutter nicht erst in Deutschland begonnen, sondern schon in der Ukraine, als sei sie nicht irgendwann aus dem Nest gefallen, sondern habe nie eines gehabt, weil schon ihre Eltern Unbehauste gewesen waren. Matilda weggegeben von ihren Eltern, Jakow verlassen von seinem Vater, dem verarmten Reeder, der eines Tages auf Nimmerwiedersehen verschwunden war.“[8]
[1] „Die Rauchsäulen aus den Schornsteinen trieben auseinander und wurden auf Nimmerwiedersehen davongeweht.“[9]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein Abschied auf Nimmerwiedersehen
[1] auf Nimmerwiedersehen entschwinden, verschwinden; jemandem etwas auf Nimmerwiedersehen borgen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Nimmerwiedersehen
[1] The Free Dictionary „Nimmerwiedersehen
[1] Duden online „Nimmerwiedersehen
[1] wissen.de – Wörterbuch „Nimmerwiedersehen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonauf Nimmerwiedersehen
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Nimmerwiedersehen«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04114-5, Stichwort »Nimmerwiedersehen: auf Nimmerwiedersehen«, Seite 537.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Nimmerwiedersehen«, Seite 1269.

Quellen:

  1. Theodor Storm: Sprich, biſt du ſtark. In: Gedichte. 1. Auflage. Schwers’ſche Buchhandlung, Kiel 1852, Seite 43 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).
  2. Lily Braun: Memoiren einer Sozialiſtin. Kampfjahre. Roman. Erſtes bis zehntes Tauſend, Albert Langen, Muͤnchen 1911, Seite 123 (Zitiert nach Internet Archive).
  3. Franz Kafka: Der Kübelreiter. In: Prager Presse. 25. Dezember 1921, Seite 22b (Zitiert nach Wikisource-Quellentext „Seite:De_Kafka_Der_Kübelreiter_22b.jpg“)
  4. Franz Werfel: Die vierzig Tage des Musa Dagh. Roman. Erster Band [Das Nahende], Paul Zsolnay, Berlin 1933, Seite 548 (Zitiert nach Google Books).
  5. Hermann Kant: Die Aula. Roman. Rütten & Loening, Berlin 1965, Seite 76.
  6. Stefan Heym: Aschermittwoch in der DDR. In: DER SPIEGEL. Nummer 49, 4. Dezember 1989, ISSN 0038-7452, Seite 55, 58 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 30. September 2017).
  7. Wolfgang Bickerich: „Es ist ein anderes Leben“. In: DER SPIEGEL. Nummer 39, 24. September 1990, ISSN 0038-7452, Seite 58 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 30. September 2017).
  8. Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-644-00056-8, Seite ‹ohne Seitenangabe› (E-Book; zitiert nach Google Books).
  9. Bandi; mit einem Vorwort von Thomas Reichart und einem Nachwort von Do Hee-Yoon: Irya Madya, Schatzpferd! [29. Dezember 1993]. In: Denunziation. Erzählungen aus Nordkorea. 4. Auflage. Piper Verlag, München 2017 (Originaltitel: 고발, übersetzt von Ki-Hyang Lee aus dem Koreanischen), ISBN 978-3-492-05822-3, Seite 37.