abohōn
Erscheinungsbild
abohōn (Althochdeutsch)
[Bearbeiten]Anmerkung zum Dialekt:
- Die Form abohōn findet sich in den rhein-, südrhein-, ostfränkischen Dialekten des Althochdeutschen. Im Alemannischen, Bairischen und Langobardischen wird daneben die Form apohōn verwendet. Im Mittelfränkischen wird stattdessen die Form avohōn verwendet.
Alternative Schreibweisen:
- standardisiert: abuhōn
Nebenformen:
Worttrennung:
- a·bo·hōn, Präteritum: a·bo·hō·ta
Aussprache:
- IPA: [ˈɑbɔ̽hoːn] (rhein-, südrhein-, ostfränkisch); [ˈɑb̥ɔ̽hoːn] (alemannisch, bairisch, langobardisch)
Bedeutungen:
- [1] sich abwenden von, etwas ablehnen
- [2] jemanden aufreizen
- [3] etwas missdeuten, verdrehen
Herkunft:
- Ableitung vom Adjektiv abuh (falsch, verkehrt) oder vom Substantiv abuh (Schandtat) mittels Suffigierung -ōn zur Bildung von denominativen oder faktitiven Verben. Das o der Mittelsilbe ist durch Vokalharmonie entstanden.
Beispiele:
- [1]
Übersetzungen
[Bearbeiten] [1] sich abwenden von, etwas ablehnen
[3] etwas missdeuten, verdrehen
- [1–3] Elisabeth Karg-Gasterstädt und Theodor Frings (Herausgeber): Althochdeutsches Wörterbuch. Auf Grund der von Elias v. Steinmeyer hinterlassenen Sammlungen im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Leipzig 1952-2015ff. (abohôn)
- [1–3] Albert Larry Lloyd, Otto Springer, Rosemarie Lühr (Herausgeber): Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988ff. (abohôn)
- [1–3] Dr. Gerhard Köbler: wikiling „abohōn“