Whistleblower

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Siehe auch:

Whistleblower (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Whistleblower

die Whistleblower

Genitiv des Whistleblowers

der Whistleblower

Dativ dem Whistleblower

den Whistleblowern

Akkusativ den Whistleblower

die Whistleblower

[1] Whistleblower-Aufklärungsplakat der US-Bundesregierung

Worttrennung:

nach Duden: Whistle·blo·w·er, Plural: Whistle·blo·w·er
nach Wahrig: Whist·le·blo·w·er, Plural: Whist·le·blo·w·er

Aussprache:

IPA: nur anglisiert: [ˈwɪsl̩ˌblɔʊ̯ɐ] ~ [ˈvɪsl̩ˌbloːɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Whistleblower (Info) ~ —

Bedeutungen:

[1] (männliche) Person, die Missstände oder Gesetzwidrigkeiten (an seinem Arbeitsplatz) an die Öffentlichkeit bringt; (männliche) Person, die Whistleblowing betreibt

Herkunft:

Es handelt sich um eine Entlehnung aus gleichbedeutend englischem whistle-blower → en, das seinerseits eine Ableitung zu der Redewendung to blow the whistle → enpfeifen; übertragen: anzeigen, verpfeifen‘ ist[1] und also eigentlich ‚Pfeifer[2], Verpfeifer‘ bedeutet.

Synonyme:

[1] Anscheißer, Anschwärzer, Verpetzer, Verpfeifer

Sinnverwandte Wörter:

[1] Enthüller, Geheimnisenthüller, Geheimnisverräter, Hinweisgeber, Skandalaufdecker, Tippgeber
[1] umgangssprachlich: Fiesel, Glattschmuser, Klemmer, Naderer, Ohrenbläser, Singvogel, Zünder

Gegenwörter:

[1] Geheimniskrämer
[1] umgangssprachlich abwertend: Geheimnistuer
[1] fachsprachlich: Geheimnisträger

Weibliche Wortformen:

[1] Whistleblowerin

Oberbegriffe:

[1] Informant, Verräter

Beispiele:

[1] „Was ist im modernen amerikanischen Slang ein ‚Whistleblower‘? Ein Musiker? Eine Vogelart? Ein technisches Gerät? Nichts von alledem. Unter einem Whistleblower - wörtlich: Pfeifenbläser - versteht man einen verantwortungsbewußten Wissenschaftler, Ingenieur oder Techniker, der die Öffentlichkeit rechtzeitig davor warnt, wenn in seinem speziellen Fachbereich eine Entwicklung verfolgt wird, die auf die eine oder andere Weise Schaden bringen kann.“[3]
[1] „Whistleblower sind Menschen, die frühzeitig auf Probleme und Bedrohungen unserer Gesellschaft aufmerksam machen. Leute also, die die Alarmpfeife blasen.“[4]
[1] „Die Bundesregierung plant eine Regelung zum Schutz von sogenannten ‚Whistleblowern‘.“[5]
[1] „Aber in Deutschland scheiterte bisher selbst der erste zaghafte Schritt, die Rechtslage für Whistleblower durch eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch zu verbessern.“[6]
[1] „Zudem wäre es auch an der Zeit, wenn im Interesse aller die rechtlichen Schutznormen für «Whistleblower» endlich verbessert würden!“[7]
[1] „Die Informanten werden auch ‚Whistleblower‘ (Tippgeber) genannt.“[8]
[1] „Es wird häufig mit Illoyalität, Denunziantentum oder sogar Geheimnisverrat assoziiert und endet nicht selten mit einer Sanktionierung des Whistleblowers (Mobbing, Bedrohung, Entlassung oder strafrechtliche Verfolgung).“[9]
[1] „Und seit Obama Präsident ist, hat sich auch die strafrechtliche Verfolgung von Whistleblowern, von Leuten, die Informationen aus der Regierung nach außen geben, intensiviert.“[10]
[1] „Die spektakuläre Flucht des sogenannten Whistleblowers sorgt für erhebliche politische Spannungen.“[11]
[1] „Die unnachsichtige Kriminalisierung von Whistleblowern soll offensichtlich dazu dienen, potenzielle Quellen für eine kritische Berichterstattung über den Missbrauch staatlicher Macht durch Strafandrohung systematisch trockenzulegen.“[12]

Wortbildungen:

[1] Whistleblowerin

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Whistleblower«.
[1] Duden online „Whistleblower
[1] Wikipedia-Artikel „Whistleblower
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWhistleblower

Quellen:

  1. Duden online „Whistleblower
  2. Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Whistleblower«.
  3. Anatol Johansen: Warnenden Wissenschaftlern droht ein Karriere-Knick. Unzureichender Schutz für Forscher in Deutschland. In: Frankfurter Rundschau. 3. Mai 1997, Seite 8.
  4. Johannes Pfeuffer: …. In: Frankfurter Rundschau. 27. September 1997, Seite 8.
  5. „Verpfeifen“ ohne Angst um Job. In: Hannoversche Allgemeine. 22. Mai 2008, Seite 11.
  6. Mit neuen Regeln gegen Korruption in Firmen: Experten fordern Sicherheit für Hinweisgeber. Angst vor Repressalien bewahrt „Kultur des Schweigens“. In: Nürnberger Nachrichten. 4. Juni 2009, Seite 4.
  7. Y. Stadler: «Tötet den Boten!» In: St. Galler Tagblatt. Nummer 214, 15. September 2009, Seite 29.
  8. dpa: Die Plattform für geheime Dokumente. In: Hamburger Abendblatt. 1. Dezember 2010 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  9. Whistleblower: Helden oder Denunzianten? In: St. Galler Tagblatt. Nummer 105, 5. Mai 2012, Seite 2.
  10. Jon Wiener: Als die USA noch ein anderes Land waren. Acht Gründe, dem Kalten Krieg nachzutrauern. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 10051, 8. März 2013 (übersetzt von Niels Kadritzke), ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).
  11. Politkrimi um US-Informant Snowden. In: Mannheimer Morgen. 26. Juni 2013, Seite 1.
  12. REPORTER OHNE GRENZEN FÜR PRESSEFREIHEIT: Meldungen des Monats. Schlechte Nachrichten. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 10178, 9. August 2013, ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 7. Dezember 2014).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Whistleblowing, Whistler