Wetterleuchten

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Wetterleuchten (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Wetterleuchten

Genitiv des Wetterleuchtens

Dativ dem Wetterleuchten

Akkusativ das Wetterleuchten

[1] Wetterleuchten auf Formentera, Spanien, 2004

Worttrennung:
Wet·ter·leuch·ten, kein Plural

Aussprache:
IPA: [ˈvɛtɐˌlɔɪ̯çtn̩]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] Meteorologie: nicht oder nur schwach von Donner begleiteter Widerschein von Blitzen eines fernen Gewitters
[2] im übertragenen Sinne: Anzeichen, zumeist schwerer Konflikte

Symbole:
[1]

Herkunft:
seit dem 15. Jahrhundert bezeugt; erst neuhochdeutsch umgeformt aus mittelhochdeutsch weterleichen → gmh; der zweite Wortbestandteil entstammt mittelhochdeutsch leichen → gmhtanzen, hüpfen, spielen“ (vergleiche hierzu gotisch laikan → got, altnordisch leika → non, altenglisch lācan → ang, alle starke Verben, während das mittelhochdeutsche Wort ein schwaches Verb ist; siehe auch »Leich«); also eigentlich „Wettertanz, Wetterspiel[1][2]

Sinnverwandte Wörter:
[1] Flächenblitz

Oberbegriffe:
[1] Wetter, Wetterphänomen
[1] Blitz, Gewitter

Beispiele:
[1] „Aber keiner konnte schlafen vor Erwartung und Freude, die Matrosen lagen in der warmen Sommernacht plaudernd auf dem Verdecke umher, Alvarez, Antonio und die Offiziere saßen zusammen vorn auf Fortunas Schopfe, unter ihnen schlugen die Wellen leise ans Schiff, während fern am Horizont die Nacht sich mit Wetterleuchten kühlte.“[3]
[1] „Dachte Alfred Saß an sein Museum, so war es ihm, als kühle das Wetter sich ab; dachte er an die Geschäfte seines Hauses, so glaubte er schon den nah und näher kommenden Donner zu hören, der aus dem Wetterleuchten hervorwuchs.“[4]
[1] „Wetterleuchten ist ein Elektrometeor, bei dem aufgrund der großen Entfernung des elektrischen Entladungsortes (Gewitter in großer Entfernung vom Beobachtungsort) nur das Aufleuchten, die Reflexion an den Wolken, aber kein Donner wahrgenommen werden kann. Das Wetterleuchten zeigt sich als flaches, fast linienhaftes Aufleuchten am nächtlichen Horizont.“[5]
[2] „Im Brautkleid tritt sie ihr entgegen, ein Wetterleuchten im Gesicht.“[6]
[2] „Einen Unterschied gibt es zu dem unheilvollen Wetterleuchten des beginnenden Bürgerkrieges, wie es Thukydides beschreibt.“[7]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] ein fahles Wetterleuchten, ein fernes Wetterleuchten; ein Wetterleuchten erhellt den Himmel, ein Wetterleuchten zuckt in der Ferne, ein Wetterleuchten zuckt über den Himmel
[2] im übertragen Sinne: Wetterleuchten am politischen Horizont; das Wetterleuchten des Krieges; das (erste) Wetterleuchten des kommenden Unheils

Wortbildungen:
[1, 2] wetterleuchten

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] wissen.de – Wörterbuch „Wetterleuchten
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1924
[1] Wikipedia-Artikel „Wetterleuchten
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wetterleuchten
[*] canoonet „Wetterleuchten
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWetterleuchten
[1] The Free Dictionary „Wetterleuchten
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Wetterleuchten
[1] Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 „Wetterleuchten
[1] Damen Conversations Lexikon, Band 10, [ohne Ortsangabe] 1838. Seite 429. Zitiert nach zeno.org
[1] Herders Conversations-Lexikon, Freiburg 1854–1857: „Wetterleuchten“, Band 5, Freiburg im Breisgau 1857. Seite 706.
[1] Pierer’s Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart. 4., umgearbeitete und stark vermehrte Auflage. 19 Bände. Altenburg 1857–1865 „Wetterleuchten“, Band 19, Altenburg 1865. Seite 141.
[1] D. Johann Georg Kruͤnitz: Oekonomiſche Encyclopaͤdie, oder allgemeines Syſtem der Staats- Stadt- Haus- u. Landwirtſchaft in alphabetiſcher Ordnung. 242 Bände, 1773–1858, Stichwort „Wetterleuchten“.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 986
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1924
  3. Joseph Freiherr von Eichendorff: Eine Meerfahrt. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel 1 (eine Novelle, URL).
  4. Wilhelm Heinrich von Riehl: Ein ganzer Mann. In: Projekt Gutenberg-DE. Viertes Kapitel: Wetterleuchten (URL).
  5. Deutscher Wetterdienst (DWD): Wetterleuchten. Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  6. Eva Corino: Ein Wetterleuchten im Gesicht. Armin Holz inszeniert „Das Gartenhaus“ von Jane Bowles. In: Berliner Zeitung Online. 9. Juli 2001, ISSN 0947-174X (URL, abgerufen am 4. Dezember 2013).
  7. Fabian Schmidt-Ahmad: Der Verlust der politischen Sprache. In: Junge Freiheit. 22. September 2010, ISSN 0932-660X (Online, abgerufen am 4. Dezember 2013).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: wetterleuchten