Westjordanland

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Westjordanland (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n, Toponym[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Westjordanland

Genitiv des Westjordanlands
des Westjordanlandes

Dativ dem Westjordanland

Akkusativ das Westjordanland

[1] UN-Karte des Westjordanlands nach dem Stand von Dezember 2012

Worttrennung:

West·jor·dan·land, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˌvɛstˈjɔʁdanlant][1]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetztes, beanspruchtes und größtenteils verwaltetes Gebiet westlich des Jordans und des Toten Meeres, in dem überwiegend Palästinenser in unzusammenhängenden Enklaven (Palästinensische Autonomiegebiete) leben, von denen einige unter vollständiger Selbstverwaltung (Zone A-Gebiete), andere unter geteilter palästinensischer und israelischer Verwaltung (Zone B-Gebiete) stehen, wohingegen das große restliche, die Enklaven umschließende Gebiet (Zone C-Gebiete) vollständig israelisch verwaltet wird

Synonyme:

[1] Westbank
[1] schweizerisch: Cisjordanien
[1] veraltet: Westjordanien

Beispiele:

[1] Seit 1967 wird das Westjordanland von Israel besetzt.
[1] „Einer der Gründe sei, dass die ‚Besatzungsmacht‘ Israel 85 Prozent des Nutzwassers im Westjordanland abzapfe und den Palästinensern nicht genügend zum landwirtschaftlichen Anbau lasse.“[2]
[1] „Der Status quo bietet Israel freie Hand, das besetzte Westjordanland und Ostjerusalem – wenn auch völkerrechtswidrig – weiterhin zu besiedeln.“[3]
[1] „Israel hat zwölf radikale Siedler aus dem Westjordanland ausgewiesen.“[4]
[1] „Das 1995 zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO geschlossene Friedensabkommen (Oslo-II-Abkommen genannt) sieht die Aufteilung des Westjordanlands in drei Typen von Zonen vor, die einem unterschiedlichen Regime unterliegen. Große palästinensische Städte wie Ramallah und Nablus bilden die Zone A, in der die gesamte Zivilverwaltung und die Verantwortung für die Sicherheit an die neu geschaffene Palästinensische Autonomiebehörde (PA) übergegangen ist. Die PA funktioniert heute im Westjordanland wie eine große Gemeindeverwaltung.
In Zone B, zu der eine Reihe von kleineren palästinensischen Städten zählen, ist die PA für die Zivilverwaltung zuständig, während die Kontrolle der Sicherheit vollständig der israelischen Armee obliegt. Zone C, die den größten Teil des Westjordanlands ausmacht (62 Prozent), untersteht nach wie vor komplett der israelischen Zivil- und Militärverwaltung.“[5]
[1] „Israel hatte das Westjordanland im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt.“[6]
[1] „UN-OCHA, das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in den Vereinten Nationen, zählt über 500 Checkpoints und Straßensperren im Westjordanland, die den Bewegungsradius der Palästinenser einschränken und die tägliche Fahrt zur Hochschule erschweren.“[7]
[1] „Als Folge wird den Palästinensern im Westjordanland auch vor Augen geführt, dass sie mit der falschen Regierung, nämlich der im Gazastreifen regierenden Hamas, keinen solchen Aufschwung genossen hätten. Zugleich verhindert die israelische Politik laut einem vor kurzem veröffentlichten Bericht der Weltbank auch Wachstum, da Israel weiterhin Zone C, die etwa 60 Prozent des Territoriums des Westjordanlandes umfasst, samt ihrer Ressourcen und landwirtschaftlichen Fläche kontrolliert.
Die Zoneneinteilung des Westjordanlandes hat noch weitere Folgen für die wirtschaftlichen Aktivitäten dort: Zone C, das größte und ressourcenreichste sowie zudem einzig zusammenhängende Gebiet im Westjordanland, ist für palästinensische Bauprojekte praktisch nicht zugänglich, Genehmigungen hierfür sind von den israelischen Behörden kaum zu erhalten.“[8]
[1] „Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will laut öffentlich-rechtlichem Rundfunk einen Bericht zur ‚Legalisierung‘ aller jüdischen Siedlungen im besetzten palästinensischen Westjordanland annehmen. Ziel sei die ‚Legalisierung‘ von bisher von der israelischen Regierung als illegal eingestuften Siedlungen sowie eine Vereinfachung der Ausweitung anderer Siedlungen im Westjordanland, berichtete der Rundfunk am Mittwoch.“[9]
[1] „Nach Angaben des Leiters der Wahlkommission, Hanna Nasser, lag die Wahlbeteiligung bei 54,8 Prozent der gut 500'000 Wahlberechtigten im israelisch besetzten Westjordanland.[10]
[1] „Die israelischen Siedlungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem gelten nach überwiegender internationaler Auffassung als illegal.[…]Israel argumentiert, das im Sechs-Tage-Krieg 1967 eroberte Westjordanland sei kein besetztes Gebiet im Sinne des Abkommens, sondern umstrittenes Territorium.“[11]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1922.
[1] Duden online „Westjordanland
[1] wissen.de – Lexikon „Westjordanland
[1] Wikipedia-Artikel „Westjordanland
[1] Auswärtiges Amt: Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland (PDF), Stand: 28. Juni 2018, Seite 113.
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Westjordanland
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWestjordanland

Quellen:

  1. Nach Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021, Seite 1052.
  2. "Hunger tötet mehr Menschen als Krieg". Vereinte Nationen stellen Studie vor: 842 Millionen Menschen fehlt ausreichende Nahrung. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 28. April 2004, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  3. Yves Wegelin: Kommentar: Israel mitten im nahöstlichen Sturm. In: WOZ Online. Nummer 39/2011, 29. September 2011 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  4. Israel weist radikale Siedler aus Westjordanland aus. In: Liechtensteiner Volksblatt Online. 5. Januar 2012 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  5. Joseph Dana: Kafka im Westjordanland. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 9724, 10. Februar 2012 (übersetzt von Robin Cackett), ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  6. International: Grösste illegale Siedlung im Westjordanland wird verlegt. Einigung der israelischen Regierung mit den Bewohnern. In: NZZOnline. 12. März 2012, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  7. Kersten Augustin: Birzeit-Universität: Konfliktstudien im Westjordanland. In: zenith – Zeitschrift für den Orient. Onlineausgabe. 22. März 2012, ISSN 1439-9660 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  8. Nadine Schnelzer: Palästinensische Wirtschaft: Wachstumsbremse Besatzung. In: zenith – Zeitschrift für den Orient. Onlineausgabe. 16. Oktober 2012, ISSN 1439-9660 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  9. Netanyahu will jüdische Siedlungen im Westjordanland "legalisieren". Israels Ministerpräsident will Ausweitung vereinfachen. In: Wiener Zeitung Online. 17. Oktober 2012 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  10. Politik: Fatah feiert sich als Siegerin bei Gemeindewahl im Westjordanland. In: Liechtensteiner Vaterland Online. 21. Oktober 2012 (URL, abgerufen am 22. November 2012).
  11. Israel: 1285 neue Wohnungen im Westjordanland. Israel hat am Dienstag 1285 neue Wohneinheiten in Siedlungen im palästinensischen Westjordanland und im arabischen Ost-Jerusalem zum Bau ausgeschrieben. In: Tageblatt Online. 6. November 2012 (URL, abgerufen am 22. November 2012).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Westdeutschland