Waschbär

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Waschbär (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Waschbär die Waschbären
Genitiv des Waschbären der Waschbären
Dativ dem Waschbären den Waschbären
Akkusativ den Waschbären die Waschbären
[1] ein Waschbär im Hugh Taylor Birch State Park in Fort Lauderdale, Florida, USA;
Aufnahme von Benutzer Cary Bass-Deschênes am 3. September 2006
[1] ein weibliches Exemplar eines Waschbären an einem Gewässer in Ottawa, Ontario, Kanada;
Aufnahme von Benutzer D. Gordon E. Robertson am 18. April 2009

Worttrennung:

Wasch·bär, Plural: Wasch·bä·ren

Aussprache:

IPA: [ˈvaʃˌbɛːɐ̯], [ˈvaʃˌbeːɐ̯]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Waschbär (Info)

Bedeutungen:

[1] Zoologie: (ursprünglich nur in den Wäldern Nordamerikas beheimateter, seit spätestens Mitte des 20. Jahrhunderts auch in Europa, im Kaukasus und in Japan vorkommender, mittlerweile auch in Parks und in von Menschen besiedelten Orten vordringender und sich Futter aus Abfallbehältern holender) nachtaktiver, allesfressender Vertreter der Familie der Kleinbären (Procyon lotor) mit kurzer, spitzer Schnauze, einer maskenartigen, schwarz gefärbten Gesichtszeichnung um die Augen und langem, buschigem, schwarz geringeltem Schwanz, dessen Fell unterschiedliche Grau- und/oder Brauntöne besitzt

Herkunft:

  • strukturell:
Determinativkompositum aus dem Stamm des Verbs waschen und dem Substantiv Bär
Die Benennung geht auf die Art und Weise zurück, wie das Tier sein Futter mit den Vorderpfoten betastet:[1] Es ertastet in freier Wildbahn Wasserlebewesen mit den Fingern und rollt sie dabei am Boden.[2] Das schneinbare „Waschen“ von Nahrungsbrocken in Gefangenschaft ist eine Ersatzhandlung hierfür.[2]

Synonyme:

[1] Nordamerikanischer Waschbär
[1] veraltet: Rakun / Rakuhn, Schupp

Gegenwörter:

[1] häufig verwechselt mit: Marderhund / Waschbärhund

Oberbegriffe:

[1] Tier, Landwirbeltier, Säugetier, Raubtier, Allesfresser, Sohlengänger, Kleinbär

Unterbegriffe:

[1] Waschbärfähe, Waschbärrüde, Waschbärwelpe

Beispiele:

[1] Typisch für den Waschbären ist seine maskenartige Gesichtszeichnung und sein ausgeprägtes haptisches Wahrnehmungsvermögen.
[1] Waschbären sind zwischen 70 und 85 Zentimetern lang und zwischen fünf und zehn Kilogramm schwer; ursprünglich nur in Mittel- und Nordamerika beheimatet, sind sie heute aufgrund von menschlichem Einfluss auch in Europa zu finden.
[1] „Das letzte Bild zeigt eine hübsche Waldidylle und vier quietschvergnügte Waschbären in einem Badetümpel planschen.“[3]
[1] „Der Waschbär lief hin und her – an seine Kette gefesselt.“[4]
[1] „‚[…] Am liebsten schaue ich jetzt den Waschbären zu, die ihre neue Anlage erkunden, den Schweinen und den jungen Rosalöfflern, die mit ihrem Löffelschnabel immer geschickter umzugehen lernen‘, verrät Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.“[5]
[1] „Zweimal stieg er ab, das zweite Mal, um den blutigen Hinterlauf eines jungen Waschbären zu befreien, der unter einem gestürzten Stamm eingeklemmt war. […] Als es geschafft war, humpelte der Waschbär davon, vielleicht zu seiner Mutter, die ihn hatte in Stich lassen müssen, wahrscheinlicher aber in die Klauen eines anderen Tieres.“[6]
[1] „Der Waschbär wurde in den 1920/30er-Jahren vom Menschen aus Nordamerika nach Deutschland gebracht und bewusst ausgesetzt, denn er sollte für die hiesige Pelzindustrie angesiedelt werden. […] Heute gilt der Waschbär als gebietsfremde invasive Art, wird erbarmungslos verfolgt und auf grausamste Weise getötet. In der Jagdsaison 2018/2019 starben rund 150.000 Waschbären nach Angaben des deutschen Jagdverbandes, darunter auch Fallwild, also Tiere, die durch Krankheiten, Hunger oder Kälte zu Tode gekommen sind […].“[7]

Wortbildungen:

übertragen: Waschbärbauch

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Waschbär
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Waschbär
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Waschbär
[1] The Free Dictionary „Waschbär
[1] Duden online „Waschbär
[1] wissen.de – Wörterbuch „Waschbär
[1] wissen.de – Lexikon „Waschbär
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Waschbär
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWaschbär
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909, Stichwort „Waschbär“ (Wörterbuchnetz), „Waschbär“ (Zeno.org)
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Waschbär
[1] Kompaktlexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2001 auf spektrum.de, „Waschbären
[1] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 10: Turr – Zz, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04403-9, Stichwort »Waschbären (Schupp)«, Seite 3760.

Quellen:

  1. wissen.de – Wörterbuch „Waschbär
  2. 2,0 2,1 Kompaktlexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2001 auf spektrum.de, „Waschbären
  3. Ute Blaich: Bär im Baum. In: DIE ZEIT. Nummer 28, 6. Juli 1979, ISSN 0044-2070, Seite 38 (DIE ZEIT Print-Archiv, abgerufen am 20. März 2021).
  4. Marc Steadman: Schwarze Chronik. Ein Südstaaten-Dekameron. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980 (Originaltitel: MacAfee county, übersetzt von Elisabeth Schnack), ISBN 3-596-22489-6, Seite 263 (englische Originalausgabe 1970).
  5. Von Flaute keine Spur: ZOO HEIDELBERG. Laue Temperaturen lassen August zum Rekordmonat werden. In: Lampertheimer Zeitung. 30. August 2014.
  6. Toni Morrison: Gnade. Roman. 1. Auflage. rowohlt e-book im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019 (Originaltitel: A Mercy, übersetzt von Thomas Piltz), ISBN 978-3-644-00266-1 (E-Book; zitiert nach Google Books; deutschsprachige Erstausgabe 2010; amerikanische Erstausgabe 2008).
  7. 4 Fakten, die gegen die Jagd auf Waschbären sprechen. In: www.peta.de. PETA, November 2020, abgerufen am 20. März 2021.
  8. 8,0 8,1 Götz Schregle, unter Mitwirkung von Fahmi Abu l-Fadl, Mahmoud Hegazi, Tawfik Borg, Kamal Radwan: Deutsch-Arabisches Wörterbuch. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1974, ISBN 3-447-01615-9, Stichwort »Wasch~bär«, Seite 1366.
  9. Marcus Bachmann Lambert: A Dictionary of the Non-English Words of the Pennsylvania-German Dialect. With an Appendix. Lancaster Press, Incorporated, Lancaster, PA ©1924, Stichwort »dachs«, Seite 35.
  10. Nach A Pennsylvania-Dutch Dictionary. Pennsylvania Dutch Words Translated into English. 2. Auflage. Meredith Publishing Co., Quakertown (PA) [1949], Stichwort »doks«, Seite 13 (Digitalisat der HathiTrust Digital Library).
  11. Nach A Pennsylvania-Dutch Dictionary. Pennsylvania Dutch Words Translated into English. 2. Auflage. Meredith Publishing Co., Quakertown (PA) [1949], Stichwort »rogoon«, Seite 52 (Digitalisat der HathiTrust Digital Library).
    Nasalisierung nach Heinrich P. Kelz: Phonologische Analyse des Pennsylvaniadeutschen. Buske, Hamburg 1971 (Forschungsberichte des Instituts für Kommunikationsforschung und Phonetik der Universität Bonn ; Band 32), ISBN 978-3-87118-065-1, DNB 457180927, Seite 68.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: waschbar