Waran

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Waran (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Waran die Warane
Genitiv des Warans der Warane
Dativ dem Waran den Waranen
Akkusativ den Waran die Warane
[1] Clip eines züngelnden Warans (Varanus komodoensis)
[1] Nahaufnahme eines Warans (Varanus salvator)
[1] Seitenansicht (Profil) eines Warans (Varanus exanthematicus)
[1] zwei sich paarende Warane

Worttrennung:

Wa·ran, Plural: Wa·ra·ne

Aussprache:

IPA: [vaˈʀaːn]
Hörbeispiele:
Reime: -aːn

Bedeutungen:

[1] Zoologie, speziell Herpetologie: (vor allem in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Australiens beheimatete) größere, massige, ovipare und karnivore Echse mit langem Schwanz und stark bekrallten, kräftigen Beinen (Varanus)

Herkunft:

Dem Deutschen liegt das arabische Gattungskollektivum وَرَن‎ (DMGwaran) →ar[1][2] zugrunde[3][4][5][6][7], einer ägyptischen[3][8] Ableitung zum Gattungskollektivum وَرَل‎ (DMGwaral) →ar[3][4]. Beide Wörter bezeichneten zunächst eine in Nordafrika vorkommende, spezielle Art größerer Eidechse, die – je nach Quelle – umschrieben wurde als eine ‚Sorte de lézard d’Afrique plus grand que celui appelé ضبّ‎, à la queue longue, à la tête petite, qui court très-vite et qui a du venin dans la tête et dans la queue‘[9], ‚Sorte de lézard africain‘[3], ‚Grand lézard d’Egypte[4], ‚Eidechsenart in der Arabischen Wüste in Afrika: Varanus arenarius‘[6], ‚art eidechse in der ägyptischen wüste‘[7]. – Bei antiken Autoren wurden Skinke (Glattechsen) als الورل الماءيّ‎ (DMGal-waral al-māʾī) →ar ‚Wassereidechse/n‘[10][11] und das [Nil-]Krokodil bei al-Idrīsī als الورل النيليّ‎ (DMGal-waral an-Nīlī) →ar ‚Nileidechse‘[10][11] bezeichnet. – Im modernen Hocharabisch bezeichnen وَرَل‎ (DMGwaral) →ar und وَرَن‎ (DMGwaran) →ar den ‚Waran (Varanus; zool.)‘[12].

Synonyme:

[1] wissenschaftlich: Varanus
[1] veraltet: Warnechse, Warneidechse

Oberbegriffe:

[1] Lebewesen, Tier, Kriechtier (Reptil)
[1] Echse, Eidechse

Unterbegriffe:

[1] Arguswaran, Auffenbergs Waran, Australischer Baumwaran, Baumwaran, Bengalenwaran, Bindenwaran, Blauer Baumwaran, Buntwaran, Bushs Zwergwaran, Cumings Waran, Dumérils Waran, Einsiedelwaran, Finschs Waran, Gebänderter Baumwaran, Gefleckter Baumwaran, Gelbwaran, Gillens Waran, Glauerts Felsenwaran, Goulds Waran, Grays Waran, Jemen-Waran, Kings Waran, Komodowaran, Kurzschwanzwaran, Langschwänziger Felsenwaran, Mertens-Wasserwaran, Mitchells Waran, Nebelwaran, Nilwaran, Panay-Waran, Papuawaran, Pazifikwaran, Pilbara-Felsenwaran, Quittenwaran, Rauhnackenwaran, Regenwald-Nilwaran, Renell-Insel-Waran, Riesenwaran, Rosenbergs Waran, Rostkopfwaran, Sepik-Waran, Smaragdwaran, Spencers Waran, Stachelschwanzwaran, Steppenwaran, Storrs Zwergwaran, Streifenschwanzwaran, Südlicher Pilbara-Felsenwaran, Timor-Waran, Trauerwaran, Türkiswaran, Weißkehlwaran, Wüstenwaran, Zwergwaran

Beispiele:

[1] „Mittags sprang ein großer Waran, der fast zwei Meter lang war, neben mir aus dem Busch, erschreckte mich zu Tode, rannte einfach frei über die Steilkante in die Luft und knallte 25 Meter tiefer auf den Ufersaum.“[13]
[1] „Der Schwanz wirkt muskulös und lang; mit ihm können die Warane einen Gegner in die Flucht peitschen… Entweder graben sich die Warane ihre eigenen Wohnhöhlen oder sie benutzen die verlassenen Erdbauten von Säugetieren, doch können sie sich auch in Felsspalten oder in hohle Baumstämme zurückziehen, um zu schlafen.“[14]
[1] „Schlangen sind der Untersuchung zufolge am nächsten mit Waranen verwandt, etwa dem heute lebenden Komodo-Waran - einem drachenähnlichen Wesen, das in Indonesien lebt.“[15]
[1] „Große Reptilien werden zumindest in Ostaustralien nur selten erbeutet, obwohl sie weit verbreitet sind. Möglicherweise sind vor allem große Warane zu wehrhaft und gut bewaffnet oder einfach fähig, schnell genug in Baue oder auf Bäume zu flüchten.“[16]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Waran
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Waran
[1] canoo.net „Waran
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Waran
[1] The Free Dictionary „Waran
[1] Duden online „Waran
[1] wissen.de – Wörterbuch „Waran
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Waran“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Warane
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Waran
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWaran
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Herausgeber): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0, Stichwort »Waran«, Seite 998.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 9. Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04059-9, DNB 98178948X (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Waran«.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »Waran«, Seite 1424.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Die deutsche Rechtschreibung. In: Der Duden in zwölf Bänden. 25. Auflage. Band 1, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04015-5 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Waran«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Waran«, Seite 1981.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Socrates Spiro: An Arabic-English Vocabulary of the Colloquial Arabic of Egypt, containing the vernacular idioms and expressions, slang phrases, etc., etc., used by the native Egyptians. Al-Mokattam Printing Office/Bernard Quaritch, Cairo/London 1895, Stichwort »ورن‎«, Seite ٦٣٩‎ [639].
  2. Hans Wehr, unter Mitwirkung von Lorenz Kropfitsch: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch - Deutsch. 5. Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985, ISBN 3-447-01998-0, DNB 850767733, Stichwort »ورن‎«, Seite 1392.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 L. Marcel Devic: Dictionnaire étymologique des mots français d’origine orientale (arabe, persan, turc, hébreu, malais). Imprimerie Nationale, Paris 1876, Stichwort »Varan«, Seite 225.
  4. 4,0 4,1 4,2 Henri Lammens: Remarques sur les mots français dérivés de l’arabe. Imprimerie Catholique, Beyrouth 1890, Stichwort »Varan«, Seite 246–247.
  5. Enno Littmann: Morgenländische Wörter im Deutschen. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage nebst einem Anhang über die amerikanischen Wörter. 2., vermehrte und verbesserte Auflage. J.C.B Mohr ‹ Paul Siebeck ›, Tübingen 1924, DNB 574636277, Seite 80.
  6. 6,0 6,1 Karl Lokotsch: Etymologisches Wörterbuch der europäischen Wörter orientalischen Ursprungs. In: Hermann Wirt, Wilhelm Streitberg † (Herausgeber): Indogermanische Bibliothek. Erste Abteilung: Sammlung indogermanischer Lehr- und Handbücher. II. Reihe: Wörterbücher. 3. Band, Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1927, Stichwort »2156. 'Ar. waran«, Seite 168.
  7. 7,0 7,1 Walther von Wartburg (Herausgeber): Französisches Etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes. 25 Bände, Band ⅩⅨ, 1922–2002, Stichwort »waran«, Seite 198.
  8. Eric R. Pianka, Dennis R. King: 1. Introduction. In: Eric R. Pianka, Dennis R. King with Ruth Allen King (Herausgeber): Varanoid Lizards of the World. Indiana University Press, Bloomington/Indianapolis 2004, ISBN 0-253-34366-6, Seite 3 (Zitiert nach Google Books).
  9. Albert de Biberstein-Kazimirski: Dictionnaire Arabe-Français contenant toutes les racines de la langue arabe, leurs dérivés, tant dans l’idiome vulgaire que dans l’idiome littéral, ainsi que les dialectes d’Alger et de Maroc. Tome Second: ى — ﺽ‎, Maisonneuve et Cie, Paris 1860, Stichwort »ورل‎«, Seite 1525 (Internet Archive sowie Digitalisat der MLU).
  10. 10,0 10,1 R[einhart]. Dozy: Supplément aux Dictionnaires arabes. Tome Second, E. J. Brill, Leyde 1881, Stichpunkt »وَرَلْ‎«, Seite 797 (Zitiert nach Digitalisat der MLU).
  11. 11,0 11,1 Federico Corriente: A Dictionary of Andalusi Arabic. Brill, Leiden/New York/Köln 1997 (Handbuch der Orientalistik. Erste Abteilung, der Nahe und Mittlere Osten; Band 29, ISSN 0169-9423), ISBN 978-90-04-09846-6, Stichwort »*{WRL}«, Seite 562.
  12. Hans Wehr, unter Mitwirkung von Lorenz Kropfitsch: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch - Deutsch. 5. Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1985, ISBN 3-447-01998-0, DNB 850767733, Stichwörter »ورل‎« und »ورن‎«, Seite 1392.
  13. Bernhard Grzimek: Kein Platz für wilde Tiere. Liebe zu Tieren und Menschen im Kongo. Verlag Hans Richarz, Sankt Augustin 1979, ISBN 3-88345-036-7, Seite 169 (Zitiert nach Google Books; ungekürzte Linzenzausgabe; Erstausgabe bei Kindler & Schiermeyer 1954).
  14. Jürg Weibel: Rattenbesuch. 1. Auflage. Verlag NACHTMASCHINE, Basel 1979, ISBN 3-85816-008-3, Seite 18 (Zitiert nach Google Books).
  15. Axel Bojanowski mit Material von dpa: Schlangen und kriechende Tiere sind nicht verwandt. In: Spiegel Online. 19. November 2011, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 21. Mai 2017).
  16. Wikipedia-Artikel „Dingo

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