Wahlverein

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Wahlverein (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Wahlverein

die Wahlvereine

Genitiv des Wahlvereins
des Wahlvereines

der Wahlvereine

Dativ dem Wahlverein

den Wahlvereinen

Akkusativ den Wahlverein

die Wahlvereine

Worttrennung:

Wahl·ver·ein, Plural: Wahl·ver·ei·ne

Aussprache:

IPA: [ˈvaːlfɛɐ̯ˌʔaɪ̯n], auch: [ˈvaːlfɛˌʁaɪ̯n]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] ursprünglich vereinsrechtliche, aber staatlich privilegierte Organisation zur Kandidatur für Volksvertretungen[1]
[2] heute meist übertragen verwendet: Partei, die sich weniger auf ein Programm als auf ihren Spitzenkandidaten stützt

Herkunft:

Determinativkompositum aus Wahl und Verein

Beispiele:

[1] „Der neugegründete Wahlverein verstößt aber außerdem noch gegen Art. 17 des Vereinsgesetzes.“[2]
[1] „Richter gründete 1896 den Sozialdemokratischen Wahlverein Rudolfsheim, war Obmann der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rudolfsheim und Mitglied der Landesparteivertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Niederösterreich sowie des Parteivorstandes der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei.“[3]
[1] „Der ad hoc gegründete Wahlverein der Opposition, Plan Progreso para Bolivia (PPB), landete fast 38 Prozentpunkte dahinter abgeschlagen auf Platz 2 und zeigte sogleich wieder Auflösungserscheinungen.“[4]
[1] „Vier Tage später entstanden Wahlvereine in Obajillo in der nordöstlich von Lima gelegenen Provinz Canta und in Jauja, einer Stadt im andinen Hochland.“[5]
[1] „Van der Bellens Wahlverein wird seine Einnahmen am Sonntag ins Internet stellen.“[6]
[2] „Die Ursache für seinen Bruch mit Helmut Kohl, kritisches Vordenken, wird wohl mitgeteilt; aber daß dieser Grund prototypisch für das Verhältnis des Parteivorsitzenden Kohl zur Kritik vieler seiner Weggefährten ist und die CDU zum Wahlverein für den Kanzler Kohl zurückentwickeln wird, das muß man sich selber durch das empfohlene Nachhaken vermitteln.“[7]
[2] „Merkel, Merkel, Merkel – 78 Tage vor der Bundestagswahl verdichtet die NRW-CDU ihr Programm auf die Rolle als Wahlverein der Kanzlerin.“[8]
[2] „Es war die scheidende Bundesrätin selber, die in ihrem Rücktritt auch gleich eine Art Kur für die Partei sieht: «Das gibt der BDP die Chance, nicht nur als Wahlverein oder Fanklub von mir wahrgenommen zu werden», sagte sie.“[9]
[2] „Zu oft seien sie ein Wahlverein für eine Person.“[10]
[2] „Der konservative Wahlverein CDU zerlegt sich, wie man das bisher nur von der SPD kannte.“[11]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Wahlverein
[1] Wikipedia-Artikel „Wahlrecht im Norddeutschen Bund und im Deutschen Kaiserreich
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wahlverein
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Wahlverein
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWahlverein
[*] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wahlverein

Quellen:

  1. Thomas Schmidt: Die Freiheit verfassungswidriger Parteien und Vereinigungen. Duncker & Humblot, Berlin 1983, Seite 34f. (Zitiert nach Google Books).
  2. Amtsblatt der Königlichen Kreishauptstadt Landshut. Erster Jahrgang, 1875, Seite 48 (Zitiert nach Google Books).
  3. Wien Geschichte Wiki: „Paul Richter (Politiker)“ (Stabilversion)
  4. Erkenntnis des österreichischen Asylgerichtshofs vom 28. Dezember 2010
  5. Ulrich Mücke: Der Partido Civil in Peru 1871-1879. Franz Steiner, Stuttgart 1998, Seite 151 (Zitiert nach Google Books).
  6. FPÖ hat noch einmal 2,6 Millionen Euro investiert. In: Kleine Zeitung Online. 25. November 2016 (URL, abgerufen am 1. November 2019).
  7. Bernhard Wördehoff: Merkwürdig blaß. In: Zeit Online. Nummer 39, 24. September 1993, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 1. November 2019).
  8. Wilfried Goebels: NRW-CDU genießt Rolle als Merkel-Wahlverein. In: WAZ.de. 7. Juli 2013 (URL, abgerufen am 1. November 2019).
  9. Michael Schoenenberger: Zur Kur in den Kursaal. In: NZZOnline. 1. November 2015, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 1. November 2019).
  10. Warum wir dem Politmessias zu Füßen liegen: Warum wir dem Politmessias zu Füßen liegen. In: Der Standard digital. 14. Oktober 2018 (URL, abgerufen am 1. November 2019).
  11. Sebastian Fischer: Die Sozialdemokratisierung der CDU. In: Spiegel Online. 29. Oktober 2019, ISSN 0038-7452 (URL).