Verzeichnis:Deutsch/Kärntner Mundart

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Als Kärntner Mundarten bezeichnet man die Dialekte des Deutschen, die in Kärnten gesprochen werden. Alle Kärntner Mundarten sind Teil des bairischen Großdialekts, der auch „Bairisch-Österreichisch“ genannt wird.



  • A ...? - leitet eine Frage ein, zum Beispiel "A kummst heite? - "Kommst du heute?", " A wer is denn dos?" - "Wer ist das?", "A wievül host denn gekaaft?" - "Wieviel hast du gekauft?" (aus slow. "ali", umgangssprachl. "a'", unübersetzbarer Fragepartikel, leitet im Slowenischen ebenfalls Fragesätze ein), "Di Zwetschkn am Bam sin wölch"-"Die Zwetschken am Baum sind welch"
  • aa - auch
  • a nea - vor kurzem
  • Achkatzale - Eichhörnchen
  • Achtale - ein Achtel Liter (Wein)
  • aina - herein
  • aine - hinein
  • ainfatschln - einwickeln
  • ainwakn - einweichen
  • åle Ritt - immer wieder
  • ånzwidan - lästig fallen
  • auf da Aks - unterwegs
  • aufa - herauf
  • aufe - hinauf
  • aufpudln - sich aufregen
  • ausa - heraus
  • ause - hinaus
  • Auswårt | Auswart - Frühling
  • åwa - herab, herunter; aber
  • åwe - hinab, hinunter
  • båchn - backen
  • ballankan - Tischfußball spielen
  • Blåse - Wind
  • zan Bosn - absichtlich, zu Fleiß
  • Botizn - eine Mehlspeise
  • leck Buckl! - (Fluch)
  • bucklat - bucklig
  • da- (Vorsilbe, bedeutet "können, etw. schaffen" bzw steht für die hochdeutsche Vorsilbe "er-", zB "daessn" - "essen können", "daglengan" - "erreichen", "dapåckn" - "zu etwas fähig sein", "dawischn" - "erwischen", "dazåhln" - "zahlen können")
  • dasebn - damals
  • deachl - dort drüben
  • dege - diese
  • Diandle - Mädchen
  • e - ohnehin
  • eckat - eckig
  • enk - euch
  • epa - etwa
  • epadechta wohl - etwa wohl
  • epadechta nit - aber doch wirklich nicht
  • Fackale - Ferkel
  • Faitl - Taschenmesser
  • Farfalan - eingetropfter Teig (Suppeneinlage)
  • fertn - voriges Jahr
  • Fetzerei - Schlägerei, Raufhandel
  • Fichtnmoped - Motor- bzw. Kettensäge
  • Flortschn - dumme, eingebildete Frau
  • Frigga, Frikka, Frigge - Pfannengericht aus Speck und Käse, wird direkt aus der Pfanne mit Brot gegessen
  • Frackale - Schnapsglas
  • Frasn - Anfall, Krampf
  • fratschln - ausfragen
  • Fuattach - Arbeitsschürze für Männer
  • Fuchtl - zornige Frau
  • fudln - hektisch herumwerken
  • gach - etwa / schnell
  • Gachn - Wut, Zorn
  • Galz - Majonäse
  • Garling - Karren, Leiterwagen
  • Gate - Hose
  • Gead - Gerd, auch Ausdruck für alle Lebenslagen und Umständen
  • Gedaks - Unterholz
  • Get - Taufpate
  • Gfret - Mühe
  • Gigritzpåtschn - Synonym für einen nichtexistenten Ort in Kärnten
  • Gitschn – Mädchen (in Oberkärnten; aus friaulisch chiccia)
  • glaim - nahe
  • Glumpert/Klumpert - wertloses Zeug
  • Glåtzntischla - Frisör
  • Glåtn - Haare
  • Glundna - Kochkäse
  • Gneat - Eile
  • Goggolore - Brille bzw. auch leicht verblödeter Mensch
  • Grantn - Preiselbeeren
  • Grantscheabm - Beleidigter Mensch
  • Gscher - Schererei
  • Gschirrhangale - Geschirrtuch
  • Gschråpp(n) - Kind(er)
  • Gschtaudach - Gestrüpp
  • Groambachhaufen - zusammengetragener Abfall aus Ästen
  • haifte - genug
  • hålbat - halb
  • hålsn - umarmen
  • Hamatle - Heimat
  • Hangale - Küchentuch
  • es hapat - es fehlt, es mangelt
  • Haschale - schwache, hilflose Person, nicht unbedingt abwertend gemeint
  • hasn - befehlen, heißen
  • Hemat - Hemd
  • Huam - kleine Landwirtschaft
  • Huatbluman - harmlose Bezeichnung für chaotische Frau
  • Hul gong - verloren gegangen
  • jemåndn ålas hasn - jemanden beschimpfen
  • hinta - zurück
  • hintagebm – zurückgeben
  • hintazåhln - zurückzahlen
  • Jaukale - Spritze
  • Jockl - Tölpel
  • juchazn - jauchzen
  • Kaischn - Hütte (aus slowenisch hiša, germanisches Lehnwort)
  • Karntn is lei ans - Kärnten gibts nur einmal
  • kamot - gemütlich, bequem
  • kana - keiner, niemand
  • Kasnudln - Kärntner Teigtaschen, mit Topfen/Kartoffelteig gefüllt, mit Minze und Kerbel (Keferfil) gewürzt.
  • Kefafil - Kerbelkraut
  • kirre - wahnsinnig (Dås måcht mi gånz kirre)
  • Klachl - träger Mensch
  • Klankalan - Ohrringe
  • Klåpan - Hände
  • Klescha - Knall, aber auch Bezeichnung für Schwachsinnige (A håst an Klescha?)
  • Kletzn - Dörrpflaume
  • knotzn - gedrängt sitzen, ein kleines Schläfchen abhalten
  • Kreadn - Holzstapel (oberkärntnerisch)
  • Kreitlach - Kräuter
  • Krafl - Gerümpel
  • Kåschpl - Küchenabfälle für die Schweine, auch: Fraß
  • Kotzn - grobe Decke
  • Kolfokta - dreckiger ungepflegter Mensch
  • Kraxn - Holzgestell zum Tragen von schweren Gegenständen auf dem Rücken, aber auch Ausdruck für unattraktive Frauen oder abwertend für ein Fahrzeug
  • Krischpale - mageres Wesen
  • Lackale - kleine Menge Flüssigkeit
  • Låfmtål - Lavanttal
  • lai – nur (lai lafn losn - nur laufen lassen) (von slow. "le" - "nur")
  • Lei-lei - Faschingsruf in Villach
  • Leckn - Holzstapel (auch "Holzleckn"), (mittelkärntnerisch)
  • kan Lefl håbm - keine Lust haben
  • Letn - Schlamm, auch:Pfütze
  • letschat - saft- und kraftlos
  • Lorka - einfältige Frau
  • losn - horchen
  • letz - schlecht, krank
  • luckat - löchrig
  • lumpan gehn - des Nächtens lange ausbleiben und (meist) viel Alkohol zu sich nehmen
  • Mankale - Männchen
  • a Masa - eine Menge
  • a Masn håbn - Glück haben
  • Mauchalan - Kriecherln (kl. Ringlotten), auch: Kriachalan
  • miachtln - stinken
  • Mingale - kleines Stück (vom Essen etc.)
  • Muggl - Erdkuppe, kleiner Hügel
  • Munkn - einfache bäuerliche Speise aus geschrotetem Getreide (aus altslowenisch mo(n)ka - Mehl, heute slowenisch moka)
  • Murchn, Muachn - Flasche (Bier)
  • Nagale - Nelke oder kleiner Nagel
  • nåpfatzen - schlummern
  • neamp - niemand (siehe auch kana)
  • Paludra - schlechtes Getränk
  • Pånzka - große Bohnen
  • Patale - Trenztuch für Kinder
  • pegatzl - ein bisschen
  • ne mau - siehe pegatzl
  • pempan - beischlafen
  • penzn - unbedingt etwas haben wollen
  • Pimpe - Penis
  • Pfitschale, Flitschale - eingebildetes, flatterhaftes Mädchen
  • Pfogga - Schlamm, Brei
  • Pipale - Kücken
  • Pipm - Wasserhahn
  • Pisgurn - böse, bissige Frau
  • Platscherne - Großer Fleck bzw. Bereich (z.B. rausgerissenes Stück aus Hose)
  • Pleampe, Plempel - unbeholfener einfältiger Mensch
  • Pleampl - Blume
  • Plerenke - weinerliche Person
  • Pletschn - Hautschwellung
  • Pletza - Haumesser
  • Plotschn - großes Pflanzenblatt
  • Plutza - Kürbis; abwertend für: Kopf
  • Pogatschn - Weißbrot
  • Pomarantschn - Orange
  • potschasn - gemächlich (aus slow. "počasen" - "langsam")
  • Popale - Kleinkind
  • Potsch - Kinderpopo
  • Potukl - Unsympathler (meist in der Wendung windischer Potukl)
  • Pråtzn - Hand, Pfote
  • Pregler - Schnaps
  • Pritsch - einfältiger, ungeschickter Mensch
  • pritschln - plantschen
  • Psuf - Säufer
  • Pudl, Budl - Schanktisch
  • Putscherl - Ferkel
  • Putschkn - Kerngehäuse (eines Apfels)
  • Putschn - Fass
  • Pangn - dreckig-stinkender-unordentlicher Mensch
  • Pf(o)at - Hemd
  • Pfreagn - Blasgerät zum Erzeugen von Geräuschen (Pfeife) vor allem für Kinder
  • Pölli - ungehobelter Mensch
  • Pölza - ein dummer Mensch
  • Ream - Riemen, Gurt
  • reamln - zubinden (Schuhe)
  • Reibn - Moped, allg. Maschine
  • Reidn - Kurve
  • Reindl - Kochtopf
  • Reindling - Kärntner Kuchen aus Germteig
  • riflen - durchkämmen
  • Roa(m)pa - Erdbeere
  • Roan, Ran - Abhang
  • Ronan - rote Rüben
  • Rotzpipm - Bengel, Lausebub, freches Kind
  • Rumsn - schäbiges Lokal
  • sachn - urinieren
  • Sasaka - Verhacktes (aus slowenisch zaseka)
  • schabeln - onanieren
  • schaibm - kegeln
  • Schalale (pl. Schalalan) - kleine Tasse (Kärntner Zungenbrecher: "Brauchst Untatassalan aa? Oda tans de Schalalan alaan aa?" - "Brauchst du auch Untertassen? Oder tun es die Tassen alleine auch?")
  • Schåln - Tasse
  • Schamale - Schemel
  • Schaß - Furz
  • Schaßtakn - beleidigend für dümmliche Frau
  • Schinackl - Boot
  • Schlatzalan - Murmeln
  • schlatzn - spucken
  • Schleim - Wut, Zorn (an Schleim håbm - wütend sein)
  • Schnackale - Schluckauf
  • Schnasn - Reihe
  • Schrefl - Holzscheit
  • Schwitz - Schweiß
  • sege - jene
  • sempan - jammern
  • setena - so einer
  • sia - sicher
  • sifln - rutschen
  • Sechsatragale - tragbarer Karton mit sechs Flaschen Bier
  • Slowena - abwertend für: Slowene
  • Spaze - Platz lassen, Abstand halten ("...låß no 2cm Spaze zua Wånd!")
  • Stampale - kleines Glas
  • Stiazla - Landstreicher
  • Strankerln (Strankalan, Strankele) – Fisolen, grüne Bohnen (aus altslowenisch stro(n)k- Schote, Hülse, heute slowenisch strok)
  • stupfn - stechen
  • sudern, suadan, siadn - jammern
  • tålkat - ungeschickt
  • tamisch - verrückt
  • Tampfl - Schlamm
  • Tanz - Faxen, Dummheiten
  • tasig - in sich gekehrt
  • Teggl - Schlamm
  • Teckn - Schaden
  • Tepf - Töpfe oder Brüste
  • Tipl - Beule
  • Tirkn - Mais
  • Tirkensterz - Maisauflauf
  • tischgoriern - plaudern, quatscehn, miteinander reden
  • Tocker, Toka - dummer, einfältiger Mann/Jugendlicher
  • toldan - donnern
  • Tolm - dummer Mensch
  • Tost - Einfaltspinsel, auch: Pflock
  • Tranka - Dumme Frau
  • Treapn, Tresa - Dumme, einfältige Frau/Jugendliche
  • tramhapat - verträumt
  • trentschn - trenzen
  • Tschalp - simpler Einfaltspinsel
  • tschari gehn - verloren gehen
  • Tschatsch - wertloses Zeug
  • Tscheafl - Schuhe, Patschen, Sandalen (aus slow. čevlje - Schuh)
  • tschentschn - meckern
  • tscheppan - klirren
  • tschindan - krachen, zusammenstoßen (Do hots urdentlich getschindat - „da hat es ordentlich gekracht“)
  • tschinkat - krank
  • Tschinkl - Feitl, tradit. Taschenmesser
  • Tschriasche - dummer einfältiger Mensch (männlich)
  • Tschreapm - Becher, Gefäss, kleiner Topf oder abfällige Bezeichnung für eine Frau (aus slow. črpina - Scherbe)
  • Tschoda - Haare (auch: Tschodern)
  • Tschåppale - tollpatschiger, ungeschickter Mensch
  • Tscholdra - ungeschickte bzw. unsympathische (junge) Frau (oberkärntnerisch)
  • Tschompe - Pommes frites, Kartoffel
  • Tschoien - Eichelhäher
  • Tschure - jemand, der trödelt, wird auch als Zeitwort verwendet (tschuren)
  • Tschugile - Kalb, Kühe
  • tschurn - trödeln
  • Tschurtschn - Tannenzapfen
  • tupfn - beischlafen
  • Tutt(ala)n - (kleine) Brüste
  • Tuter (junger Tuter) - junger Kerl
  • uma - herüber
  • ume - hinüber
  • Unterpf(o)at - Unterhemd
  • urasi - verrückt (Då wiast jå urasi!)
  • vagachn - sich irren
  • Vahau - Misserfolg
  • vaschuastan - verlegen, abhanden kommen
  • vurfertn - vor- voriges Jahr
  • Wabm - altes Weib (abwertend) (aus slowenisch baba - „alte Frau“)
  • wachln - wehen
  • Walischa - Italiener (oberkärntnerisch)
  • Wasale - hilfsbedürftiges Kind
  • Wås tuastn då umanånda? - Was tust du denn da herum (kramen)
  • Wås weastn? – Frage des Kellners, was man denn gerne zu trinken bestellen möchte
  • Waudale - weibliches Geschlechtsorgan
  • Wauge, Wauke - Popel
  • Wechl - Tuch zum Aufwischen
  • Windfong - Vorhaus
  • Windischa - Kärntner Slowene
  • Wischpale - Zungenpfeife (wird verborgen zwischen Zunge und Vorderzähnen geblasen)
  • wischpln - flüstern
  • Zachalan - Tränen, Zehen
  • zåhnan - grinsen
  • Zecka - Schultasche, gutmütiger Mensch
  • Zlozale (von slow. Celovec) - scherzhaft für: Klagenfurter
  • Zloznduaf (von slow. Celovec) - scherzhaft für: Klagenfurt
  • Zniachtale - Verniedlichungsform für einen jungen Menschen
  • Zockln - Holzpantoffeln
  • zuawa - herzu
  • zuawe - hinzu
  • Zwabl - Zigarette
  • zwialn - klagen, jammern (aus slowenisch cviliti)
  • zwüln - schreien (Wås zwülst'n so!? - Warum schreist du denn so!?)
  • Zupfale - Penis
  • Zumpl - einfältiger Mensch oder männl. Geschlechtsorgan
  • Zwifl - Zwiebel
  • Rotbauchernekriapele
  • Tschoien - Eichelhäher