Verzeichnis:Deutsch/Wortbildungen/Übersicht

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Diese Seite ist ein Überblick über die synchrone Wortbildung im Deutschen auf der Grundlage des Standardwerks „Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache“ von Wolfgang Fleischer und Irmhild Barz[1].
Sie kann in Zweifelfällen bei der Angabe der strukturellen Wortherkunft als Orientierungshilfe dienen.

  • Die verschieden Wortbildungstypen (Ableitung, Komposition, Konversion, Rückbildung, Movierung) sowie die beteiligten Wortbildungselemente (insbesondere Präfixe, Suffixe, Zirkumfixe, Konfixe) sind sortiert nach Wortarten aufgelistet. Typische Beispiele ergänzen die Darstellung.
  • Die Etymologie und Semantik der einzelnen Wortbildungselemente ist Bestandteil der konkreten Einträge (zum Beispiel -ler, Haupt-) und wird hier nicht behandelt.
  • Eine Zusammenstellung aller Ergebnisse der Wortbildungsprozesse findet sich im jeweiligen Eintrag im Abschnitt „Wortbildungen“ (-arium) oder – falls zu umfangreich – auf einer ausgelagerten Seite (Verzeichnis:Deutsch/Wortbildungen/zer-).

Hinweis: Im Bereich Wortbildung gibt es zahlreiche Problemfälle, Grenzfälle, Ausnahmen, Doppelmotivationen und nicht zuletzt unterschiedliche Auffassungen und unterschiedlichen Sprachgebrauch verschiedener Sprachwissenschaftler. Abweichende Ansichten und Begriffe sollen in dieses Grundgerüst nach und nach eingearbeitet werden.

Verb[Bearbeiten]

Präfixderivation[Bearbeiten]

Präfixe bilden untrennbare Verben und sind unbetont.

Indigene Präfixe[Bearbeiten]

Präfixe, die ausschließlich für Präfixderivation verwendet werden:
be-, ent-, er-, miss-, ver-, zer-
Verb als Basis: bedienen, beschreiben, bestrafen
Substantiv als Basis: beglückwünschen, bemuttern, benoten; gelegentlich Doppelmotivation: beneiden (desubstantivisch oder deverbal)
Adjektiv als Basis: bekräftigen, bereichern, besänftigen
Verb als Basis: entbrennen, entehren, entlaufen
Substantiv als Basis: entgiften, entkorken, entsteinen
Adjektiv als Basis: entblößen, entmündigen; doppelt motiviert: entleeren (deadjektivisch oder deverbal)
Verb als Basis: erarbeiten, erleiden, erschallen, erschießen, erziehen
Adjektiv als Basis: erblinden, ermuntern
Verb als Basis: missbrauchen, missgönnen
Substitution des Präfixes ge- durch miss-: missbrauchen (zu gebrauchen), missfallen (zu gefallen), misslingen (zu gelingen), missraten (zu geraten)
Verb als Basis: verfolgen, verheizen, verhören, verjuxen, vermischen, vertreiben, vertrocknen, verwarnen
Substantiv als Basis: vergolden, vergreisen, verkitschen; weniger motiviert: verausgaben, verauslagen
Adjektiv als Basis: veranschaulichen, verblassen
Verb als Basis: zerdrücken, zerhacken, zerknüllen, zerrinnen
Substantiv als Basis: zerbomben, zerbröseln
Adjektiv als Basis: zerkleinern, zermürben
Präfixe mit homonymen Präpositionen, die auch der Partikelverbbildung dienen:
durch-, hinter-, über-, um-, unter-, wider-
Verb als Basis: durchbrechen, durchdenken, durchfliegen
Substantiv als Basis (selten): durchlöchern; demotiviert: durchforsten
Adjektiv als Basis (selten): durchfeuchten
Insgesamt selten, nicht mehr produktiv und nur schwach motiviert.
Verb als Basis: hinterfragen, hinterlassen, hintertreiben
Verb als Basis: überbelichten, überdehnen
Substantiv als Basis: überdachen, übervorteilen
Adjektiv als Basis (selten): überhöhen, übermüden
oft demotiviert: überflügeln, übermannen, übertrumpfen
Verb als Basis: umfangen, umgehen
Substantiv als Basis: umarmen
Adjektiv als Basis: umdüstern
Verb als Basis: unterbieten, unterschreiben; mit Erstbetonung: unterbewerten
Substantiv als Basis (selten): unterkellern, untertunneln
Insgesamt selten.
Verb als Basis: widerlegen, widerrufen, widersetzen
[[Ableitung]] ([[Derivation]]) des [[Verb]]s/[[Substantiv]]s/[[Adjektiv]]s ''[[xxx]]'' mit dem [[Derivatem]] ([[Präfix]]) ''[[xxx-]]''

Exogene Präfixe[Bearbeiten]

de- / des-, dis-, ex-, in- / il- / im- / ir-, kon- / ko- / kom- / kor-, per-, prä-, re-, sub-, trans-
Meist dienen Verben auf -ieren als Basis.

Suffixderivation[Bearbeiten]

-eln / -ln, -ern / -rn, -ieren / -isieren / -ifizieren, -igen
Verb als Basis: brummeln, deuteln, tänzeln; viele Verben sind heute nicht mehr segmentierbar: babbeln, hätscheln, zappeln
Substantiv als Basis: häufeln, kriseln, schwäbeln; demotiviert: hänseln, scherbeln, wursteln
Adjektiv als Basis: frömmeln, kränkeln; nicht hierher gehört ähneln (Kürzung aus ähnlichen)
Verb als Basis: blinkern; eher demotiviert: folgern, schlingern; viele Verben sind heute nicht mehr segmentierbar: blubbern, poltern, wimmern
Substantiv als Basis (selten): dreckern, kleckern; sonst Konversionen von Verben mit Verbstämmen auf „-er“: hungern, trauern oder vom Plural substantivischer Basen: blättern, gliedern
Substantiv als Basis: gastieren, klassifizieren, kritisieren
Adjektiv als Basis: blondieren, ironisieren, mattieren
Substantiv als Basis: ängstigen, huldigen
Adjektiv als Basis: nur noch festigen, reinigen, sättigen

Zirkumfixderivation[Bearbeiten]

Zirkumfixe bilden untrennbare Verben und sind unbetont.
be-…-igen, ver-…-igen, ver-…-ieren / ver-…isieren

Partikelverbbildung[Bearbeiten]

Präpositionen, Adverbien, Adjektive und Substantive bilden mit Verben, Substantiven oder Adjektiven trennbare Verben, die auf dem Erstglied betont sind.
  • Präposition als Erstglied:
ab: abflauen, absahnen, abschneiden; demotiviert: abfackeln, abkanzeln
an: anfeuchten, anleinen, anschreien
auf: aufdrücken, aufheitern, auftischen
aus: ausdünnen, auslaufen, ausufern; nicht mehr klar motiviert: ausbreiten
bei: beigeben; demotiviert: beisetzen, jemandem etwas beibringen, beipflichten
ein: eindicken, einkapseln, einparken; einmotten, einverleiben, einwecken
gegen: gegenlenken; Rückbildung zum Beispiel bei gegengründen (aus Gegengründung), gegenleisten (aus Gegenleistung) (meist noch kein vollständiges Flexionsparadigma)
nach: nachäffen, nachrücken
vor: vorsingen
zu: zuhören, zumuten
zwischen: zwischenspeichern; Rückbildung zum Beispiel bei zwischenfinanzieren (aus Zwischenfinanzierung) (meist noch kein vollständiges Flexionsparadigma)
auch als homonyme Präfixe:
durch: durchkriechen
hinter: hinterschlingen
über: übersetzen; demotiviert: überschnappen
um: umfahren
unter: untergraben
wider: widerhallen
  • Adverb als Erstglied
direktional: aufwärts (aufwärtsfahren), beiseite (beiseitenehmen), da (dalassen), dabei (dabeihaben), dahin (dahinsiechen), davon (davonfliegen), dazwischen (dazwischenreden), drauflos (draufloslaufen), empor (emporsteifen), entgegen (entgegentreten), fort (fortrennen), gegenüber (gegenübersitzen), heim (heimfahren), her (hergeben), heran (heraneilen), herauf (heraufkommen), heraus (herausblicken), herbei (herbeirufen), herum (herumspazieren), herunter (herunterfallen), hervor (hervorlugen), hier (hierbleiben), hin (hinschauen), hinauf (hinaufgehen), hinaus (hinausklettern), hinein (hineinpressen), hintan (hintanstellen), hintenüber (hinternüberfallen), hinterdrein (hinterdreinstürmen), hinterher (hinterherpfeifen), hinüber (hinüberschwimmen), hinunter (hinunterstürzen), hinweg (hinwegfegen), los (loslaufen), raus (rauswollen), rück- (rückfordern) (Variante zu „zurück“, nur gebunden), rum (rummachen), runter (runterschauen), umher (umherspähen), vorbei (vorbeifahren), vorüber (vorübergehen), vorwärts (vorwärtsschieben), weg (wegkratzen), wieder (wiederbeleben), wohl (wohlfühlen), zurück (zurückfordern), zuwider (zuwiderhandeln)
nichtdirektional: mit (mitschleppen), zurecht- (nur gebunden) (zurechtschneiden), zusammen (zusammenhalten)
  • Adjektiv als Erstglied
fest (festschrauben), frei (freilassen), hoch (hochschauen), voll (volllaufen); veraltete Adjektive: fehl (fehlgehen), feil (feilbieten), kehrt (kehrtmachen), kund (kundtun), wett (wettmachen); untrennbare Verben sind Rückbildungen oder Konversionen: wetteifern
  • Substantiv als Erstglied
Eis (eislaufen), Gewähr (gewährleisten), Halt (haltmachen), Kopf (kopfstehen), Seil (seiltanzen), Seil, (seilhüpfen), Stand (standhalten), Teil (teilhaben, teilnehmen)

Konversion[Bearbeiten]

Substantiv als Basis: dampfen, hechten, kleiden, kuren, ölen, schroten, urlauben; Sonderfälle: schulen, klingeln, kuhhandeln, trauern (Verbendung -n); regnen (Tilgung schwachtoniges -e-); rahmen (Uminterpretation -en); doktern, sponsern (o → e); dämpfen (Umlaut)
Adjektiv als Basis: glätten, grünen, kranken, nässen, schrillen, schwärzen, stärken, trüben, wachen
Interjektion als Basis: iahen, miauen, muhen, piepsen, ticken, tuten

Rückbildung[Bearbeiten]

Hierbei entstehen untrennbare und trennbare Verben. Die meisten Rückbildungen haben noch kein vollständiges Flexionsparadigma ausgebildet.
runderneuern, schleichwerben, videoüberwachen, wertschätzen, zwangsräumen, kurpfuschen; kopfrechnen, ehebrechen; fernlenken, schutzimpfen

Komposition[Bearbeiten]

Beispiele: brennhärten, fließpressen, presspolieren, sprechsingen, spülbohren
Seltenes Wortbildungsmuster bei Verben; meist sowohl determinativ als auch kopulativ interpretierbar.

Kurzwortbildung[Bearbeiten]

Beispiele: funzen, foten, reggen

Substantiv[Bearbeiten]

Komposition[Bearbeiten]

Substantiv als Erstglied[Bearbeiten]

Hinweis zur Aussprache/Betonung solcher Komposita: Bombenwirkung im Sinne von „große, starke Wirkung“: [ˈbɔmbn̩ˈvɪʁkʊŋ], aber Bombenwirkung im Sinne von „Wirkung einer Bombe“: [ˈbɔmbn̩ˌvɪʁkʊŋ]
Anmerkung: Früher wurden Riesen-, Heiden- und Spitzen- (ebenso wie jetzt immer noch ur-, erz-, hyper- …) als Präfixe angesehen und die Bildungen der Präfixderivation und nicht der Komposition zugerechnet.

Adjektiv als Erstglied[Bearbeiten]

Beispiele: Blaulicht, Frischfleisch, Frühbarock, Rundbau; Großalarm, Hochbetrieb, Superheld, Volldampf; Halbmetall

Verbstamm als Erstglied[Bearbeiten]

Beispiele: Bestellnummer, Boxkampf, Kochanweisung, Schluckimpfstoff; Komposita mit „Fehl-“ gehören auch hierher (also zu fehlen „nicht treffen, verfehlen; Unrechtes tun“), nicht zum Adjektiv fehl: Fehldiagnose

Pronomen als Erstglied[Bearbeiten]

Beispiele: Ichform, Selbststudium, Wemfall, Wirgefühl

Numerale als Erstglied[Bearbeiten]

Präposition als Erstglied[Bearbeiten]

Beispiele: Abgrund, Abdampf, Abschaum; Anhöhe, Ankathete; Aufgeld, Aufgalopp; Ausgeburt, Ausland, Ausweg; Beiblatt , Beigeschmack, Beikoch; Binnenhandel; Gegenlicht, Gegenpol, Gegenreformation, Gegenwert; Miteigentümer, Mithilfe; Nachsilbe, Nachsommer; Nebenakzent, Nebenbeschäftigung, Nebenzimmer; Übergardine, Übergewicht; Umfeld, Umluft, Umweg, Umwelt; Untergewicht, Untertasse, Unterton; Vorgarten, Vorgespräch, Vormittag, Vorschiff; Widerhaken; Zubrot; Zwischendeck, Zwischenergebnis, Zwischenfarbe

Adverb als Erstglied[Bearbeiten]

Beispiele: Außenbeleuchtung, Beinahe-Katastrophe, Heimweg, Jetztzeit, Nichtraucher, Quasisynonym, Soforthilfe; für „zurück“ bei Substantiven meist „Rück-“: Rückfahrkarte

Konfixkompositum[Bearbeiten]

  • Konfix als Erstglied, Stamm als Zweitglied
Beispiele: Neofaschismus (Neo- + Faschismus), Schwiegermutter, Semifinale, Stiefsohn
  • Stamm als Erstglied, Konfix als Zweitglied
Beispiele: Autodrom (Auto + -drom), Fotothek
  • Konfix als Erst- und Zweitglied
Beispiele: Astronaut (Astr- + -o- + -naut)
Bildungen mit „Top-“ und „Mini-“ gelten heute als Kompositum aus Adjektiv und Substantiv, da „top“ und „mini“ nun auch im Deutschen als freie Adjektive vorkommen.
Ebenso sind Bildungen mit „Extra-“ und „Quasi-“ als Kompositum aus Adjektiv und Substantiv anzusehen.

Phrasales Erstglied[Bearbeiten]

Possessivkompositum[Bearbeiten]

Beispiele: Achtzylinder, Dickkopf, Grünschnabel, Langbein

Suffixderivation[Bearbeiten]

Indigene Suffixe[Bearbeiten]

Exogene Suffixe[Bearbeiten]

Nur in wenigen Fällen verbinden sich exogene Suffixe mit indigener Basis.

Präfixderivation[Bearbeiten]

Indigene Präfixe[Bearbeiten]

Exogene Präfixe[Bearbeiten]

Unproduktive Präfixe[Bearbeiten]

Zirkumfixderivation[Bearbeiten]

Ge-…-e (das „-e“ kann entfallen): Geplaudere/Geplauder, Geschreie/Geschrei, Gebläse

Konversion[Bearbeiten]

Morphologische Konversion[Bearbeiten]

Syntaktische Konversion[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Deonymische Adjektivbildungen[Bearbeiten]

Onymische Erstglieder (Komposition)[Bearbeiten]

selten lexikalisiert: berlinbegeistert, goethefreundlich, US-amerikanisch

Deonymische Derivation[Bearbeiten]

Deonymische Konversion[Bearbeiten]

identisch mit Bewohnerbezeichnungen: Berliner, Rostocker, Teutoburger

Komposition[Bearbeiten]

Substantiv als Erstglied[Bearbeiten]

bildungsfeindlich, fußkalt, kornblumenblau, lehrerinnenähnlich, systemimmanent, umweltzerstörend, unschuldvoll

Adjektiv als Erstglied[Bearbeiten]

Verbstamm als Erstglied[Bearbeiten]

kratzfest, lesekundig, schlachtwarm

Sonstige Erstglieder[Bearbeiten]

Suffixderivation[Bearbeiten]

Indigene Suffixe[Bearbeiten]

Exogene Suffixe[Bearbeiten]

Mit wenigen Ausnahmen verbinden sich exogene Suffixe nur mit exogenen Basen.

Präfixderivation[Bearbeiten]

Indigene Präfixe[Bearbeiten]

Exogene Präfixe[Bearbeiten]

Unproduktive Präfixe[Bearbeiten]

Zirkumfixderivation[Bearbeiten]

Konversion[Bearbeiten]

Morphologische Konversion[Bearbeiten]

angst, ernst, feind, freund, schuld, not, schmuck; Farbbezeichnungen: bordeaux, cognac, sand, vanille

Syntaktische Konversion[Bearbeiten]

Adverb[Bearbeiten]

Komposition[Bearbeiten]

Eine Komposition (eher kopulativ als determiniert) liegt vor, wenn als Zweitglied ein Adverb oder eine Präposition auftritt (teilweise nicht unproblematisch): daran, darauf, daraufhin

mit her und hin[Bearbeiten]

Erstgliedposition: herauf, herüber, herunter; hinauf, hinüber, hinunter; :auch komplexer: dorthinab, dahinauf, dahinüber, hierherauf
Zweitgliedposition:

mit Präpositionen[Bearbeiten]

sonstige Komposita[Bearbeiten]

Derivation[Bearbeiten]

Suffixderivation[Bearbeiten]

-dings, -ens, -halben / -halber, -lei, -lings, -mals, -maßen, -s, -wärts, -weg, -weise / -erweise

Präfixderivation[Bearbeiten]

Kommt beim Adverb so gut wie nicht vor. Eventuell:
zu-: zuäußerst, zufrühst, zuhöchst, zuinnerst, zumeist, zunächst, zuoberst, zutiefst (teilweise bevorzugt mit metaphorischer Verwendung)

Konversion[Bearbeiten]

einzelne Substantive[Bearbeiten]

Beschränkt sich auf wenige Fälle: heim, weg

substantivische Syntagmen[Bearbeiten]

Hinweis: In der letzten Auflage wurde diese Wortbildungsart noch der Zusammenrückung zugeordnet.

sonstige Syntagmen[Bearbeiten]

Fremdwortbildung[Bearbeiten]

Fremdwörter gelangten auf zwei Wegen ins Deutsche: Entweder werden sie komplett aus anderen Sprachen entlehnt oder sie entstehen im Deutschen durch Wortbildung mit exogenen Elementen. Synchron kann dies nur selten abgelesen werden, hierzu muss die Herkunft diachron untersucht werden. Fleischer/Barz entscheiden sich bei morphosemantisch motivierten Fremdwörtern im Zweifelsfall für die Fremdwortbildung.
Da die Kenntnis von exogenen Affixen und auch exogenen reihenbildenden Wortstämmen das Verständnis von Wortbedeutungen wesentlich erleichtert, können im Wiktionary neben Affixen alle im Deutschen vorkommenden gebundenen Lexeme einen eigenen Eintrag erhalten.

Quellen:

  1. Wolfgang Fleischer, Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4., völlig neu bearbeitete Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-025663-5