Totschlagargument

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Totschlagargument (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Totschlagargument

die Totschlagargumente

Genitiv des Totschlagarguments

der Totschlagargumente

Dativ dem Totschlagargument

den Totschlagargumenten

Akkusativ das Totschlagargument

die Totschlagargumente

Worttrennung:

Tot·schlag·ar·gu·ment, Plural: Tot·schlag·ar·gu·men·te

Aussprache:

IPA: [ˈtoːtʃlaːkʔaʁɡuˌmɛnt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Totschlagargument (Info)

Bedeutungen:

[1] Scheinargument, dem oft nicht widersprochen wird oder werden kann und das angewandt wird, um eine Diskussion zu beenden, dies können zum Beispiel leere Phrasen oder Pauschalbehauptungen zu stark emotional besetzten Themen sein

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Stamm des Verbs totschlagen und Argument

Sinnverwandte Wörter:

[1] Killerphrase, Plattitüde

Oberbegriffe:

[1] Diskussionsbeitrag

Unterbegriffe:

[1] Nazi-Vergleich

Beispiele:

[1] Totschlagargumente, wie „Das hat es ja noch nie gegeben!“ oder „Da könnte ja jeder kommen!“ kann man in fast jeder Diskussion hören.
[1] Das Totschlagargument der gefährdeten Arbeitsplätze hat schon manche Diskussion im Keim erstickt.
[1] Manche Politiker neigen dazu, Nazi-Vergleiche als Totschlagargumente zu nutzen.
[1] „[… ich] schätze Argumente und lehne Totschlagargumente ab.“[1]
[1] „Insgesamt arbeiten in Deutschland etwa 135.000 Beschäftigte in der Rüstungsindustrie […]. Der Verweis auf die Arbeitsplätze sei "ein Totschlagargument", argumentieren Rüstungskritiker wie Thomas Küchenmeister von der NGO "Facing Finance". Ein Unternehmen wie die Peene-Werft könne schließlich auch zivile Schiffe bauen oder andere Abnehmer finden als Diktaturen.“[2]
[1] „Mittlerweile hat sich diese Gesellschaft so sehr daran gewöhnt, dass auch kleine Mädchen Kopftücher tragen, dass kaum noch jemand sich dieser Frage aus dem Blickwinkel der Gleichberechtigung der Geschlechter nähert. Die Religionsfreiheit ist das Totschlagargument. Vor allem wenn es um Frauenrechte geht.“[3]
[1] „Die gleichberechtigte Frau hat die Natur nicht vorgesehen. Dies ist das Totschlagargument der sogenannten Maskulinisten.“[4]
[1] „Auf die Frage zur Bezahlbarkeit der Sozialreformpläne sagte [Wolfgang] Thierse [, SPD]: »Der Hinweis auf die Finanzen ist immer ein Totschlagargument.«“[5]
[1] „Regierungen rund um die Welt verschärfen die Kontrolle über die Daten der Bürger und nutzen das Totschlagargument 'Fake News', um abweichende Meinungen zu unterdrücken.“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Totschlagargument
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Totschlagargument
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalTotschlagargument
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Totschlagargument
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Totschlagargument
[1] Duden online „Totschlagargument
[1] Deutsche Welle, Deutsch lernen - Wort der Woche: Felix Forberg: Das Totschlagargument. In: Deutsche Welle. 8. Oktober 2015 (Text und Audio zum Download, Dauer: 01:29 mm:ss, URL, abgerufen am 22. Juli 2019).
[1] Deutsche Welle, Learn German - Word of the Week: Anne-Sophie Brändlin: Totschlagargument. In: Deutsche Welle. 27. April 2017 (Text, Pronunciation of the word, Dauer: 00:01 mm:ss, URL, abgerufen am 22. Juli 2019).

Quellen:

  1. Zhang Danhong: Mein Deutschland: Noch ein offener Brief an die CSU. In: Deutsche Welle. 22. September 2019 (URL, abgerufen am 22. Juli 2019).
  2. Nina Werkhäuser: Waffen für die Welt - wie funktionieren deutsche Rüstungsexporte?. In: Deutsche Welle. 5. Dezember 2018 (URL, abgerufen am 22. Juli 2019).
  3. Seyran Ates: "Religionsfreiheit als Totschlagargument". Die Debatte um das Burka-Verbot. In: Norddeutscher Rundfunk. 18. August 2016 (URL, abgerufen am 22. Juli 2019).
  4. Ivana Imoli: Neue Männerbewegungen - Vereint im Hass gegen Frauen. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 29. August 2018 (URL, abgerufen am 22. Juli 2019).
  5. Thierse: "Reformpläne der SPD sind vernünftig". In: Norddeutscher Rundfunk. 8. Februar 2019 (URL, abgerufen am 22. Juli 2019).
  6. Stefan Krempl: Internet 2018: Desinformation und Propaganda "vergiften" die Digitalsphäre. Heise Medien GmbH & Co. KG, Hannover, Deutschland, 1. November 2018, abgerufen am 22. Juli 2019 (Deutsch).