Tate

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Tate (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Tate
Genitiv des Tate
Dativ dem Tate
Akkusativ den Tate

Anmerkung:

Bei Küpper und Grimm finden sich keine Angaben zum Flexionsmuster des Lemmas, sodass hier bewusst auf das Anführen möglicher Pluralformen verzichtet werden musste.

Nebenformen:

Tata, Tatta, Tatte, Tati, Tatti

Worttrennung:

Ta·te, mangels Nachweis zur Zeit: kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈtaːtə][1]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Tate (Info)
Reime: -aːtə

Bedeutungen:

[1] kindersprachlich, zumeist als Anrede: männlicher Elternteil

Herkunft:

Das in den indoeuropäischen Sprachen verbreitete[2] kindliche Lallwort ist im Neuhochdeutschen seit dem 17. Jahrhundert bezeugt.[3] Seine mittelhochdeutsche Form lautete tate → gmh ‚Vater‘, die sich, laut Lexer, aus tetel → gmh ‚Vater, Väterchen‘ gebildet haben soll.[4]

Synonyme:

[1] Vater
[1] familiär: Dad, Daddy, Pa, Papa/Pappa, Papi/Pappi, Paps, Papsi, Papsilein, Vati
[1] kindersprachlich: Dada/Data
[1] jüdisch familiär: Tate; (Mittelfranken): Aw
[1] zumeist scherzhaft: Senior
[1] umgangssprachlich scherzhaft: alter Herr
[1] salopp: Alter
[1] schweizerisch mundartlich: Ätti
[1] besonders amtssprachlich: Erzeuger

Sinnverwandte Wörter:

[1] Hausherr
[1] jüdisch familiär: Balbos

Gegenwörter:

[1] Mutter
[1] familiär: Ma, Mama/Mamma, Mamatschi, Mami/Mammi, Mamitschka, Mams, Mamsch/Mämsch, Mamuschka, Mamutsch, Mamutschka, Mummi, Mutsch, Muttchen, Muttel, Mutti
[1] jüdisch familiär: Mame/Mamme/Mämme/Meme
[1] umgangssprachlich scherzhaft: alte Dame
[1] salopp: Alte

Oberbegriffe:

[1] Bezugsperson, Familienangehöriger, Elternteil, Vorfahre

Beispiele:

[1]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Tata (Tate, Tatte)«.
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „TATTA, tatte, tate“.

Quellen:

  1. Nach Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021, Stichowrt »Tate«, Seite 975.
  2. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „TATTA, tatte, tate“.
  3. Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Tata (Tate, Tatte)«.
  4. Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch „tate“ und „tetel“.

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular 1 Singular 2 Plural
Nominativ der Tate der Tate die Tates
Genitiv des Tate
des Tates
des Taten der Tates
Dativ dem Tate dem Taten den Tates
Akkusativ den Tate den Taten die Tates

Worttrennung:

Ta·te, Plural: Ta·tes

Aussprache:

IPA: [ˈtaːtə][1]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Tate (Info)
Reime: -aːtə

Bedeutungen:

[1] landschaftlich, jüdisch familiär: männlicher Elternteil

Herkunft:

Das Wort ist jiddischem טאַטע‎ (YIVOtate) → yi[2][3][4] entlehnt,[5][6] das seinerseits slawischer Herkunft sei.[7]

Synonyme:

[1] Vater
[1] familiär: Dad, Daddy, Pa, Papa/Pappa, Papi/Pappi, Paps, Papsi, Papsilein, Vati
[1] kindersprachlich: Dada/Data, Tata/Tatta/Tate/Tatte
[1] jüdisch familiär (Mittelfranken): Aw
[1] zumeist scherzhaft: Senior
[1] umgangssprachlich scherzhaft: alter Herr
[1] salopp: Alter
[1] schweizerisch mundartlich: Ätti
[1] besonders amtssprachlich: Erzeuger

Sinnverwandte Wörter:

[1] Hausherr
[1] jüdisch familiär: Balbos

Gegenwörter:

[1] Mutter
[1] familiär: Ma, Mama/Mamma, Mamatschi, Mami/Mammi, Mamitschka, Mams, Mamsch/Mämsch, Mamuschka, Mamutsch, Mamutschka, Mummi, Mutsch, Muttchen, Muttel, Mutti
[1] jüdisch familiär: Mame/Mamme/Mämme/Meme
[1] umgangssprachlich scherzhaft: alte Dame
[1] salopp: Alte

Oberbegriffe:

[1] Bezugsperson, Familienangehöriger, Elternteil, Vorfahre

Beispiele:

[1] „Levin verneigt sich vor dem Tate. Der Tate legt ihm die Hände auf, er sagt: Geh.“[8]
[1] „Tates Sorgengrab barg ’ne große Tat. (‚Tate‘ ist jiddisch für Vater.)“[9]
[1] „Mit sieben ging es in die Volksschule, denn da meinte der Tate, jetzt könne Jimmy den Gojim trotzen.“[10]
[1] „Die zahllosen Geschichten über die jiddische Mamme sind ein Mittel der symbolischen Notwehr, während die jiddischen Tates, die als Samenspender und Versorger dienen, es nicht verdient haben, dass man sich noch mehr über sie lustig macht, als es das Leben ohnehin schon tut.“[11]
[1] „Wer hat damals Großvater Biller, den in Moskau lebenden Taten einer denkbar heterogenen und weltweit verstreuten Großfamilie, an den KGB verraten?“[12]

Sprichwörter:

[1] ein Tate und eine Mame können eher zehn Kinder ernähren, als zehn Kinder einen Tate und eine Mame[13]
[1] ein Tate und eine Mame können zehnerlei Kinder haben[13]
[1] Tate, bill du! / Tate, belle du![13]

Wortbildungen:

Tateleben

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. Originalausgabe. 3., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60677-9, Stichwort »Tate«, Seite 201.
[1] Hans Peter Althaus: Deutsche Wörter jiddischer Herkunft. Ein Lexikon. 1. Auflage. C.H. Beck, München 2011 (Beck’sche Reihe ; 4074), ISBN 978-3-406-62317-2, Stichwort »Tate« (E-Book; Google Books).
[1] Wolfgang Teuschl: Wiener Dialekt Lexikon. Neuausgabe, Residenz Verlag, St. Pölten/Salzburg/Wien 2012, ISBN 978-3-7017-4327-8, Stichwort »Tate« (E-Book; Google Books).

Quellen:

  1. Nach Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021, Stichowrt »Tate«, Seite 975.
  2. Alexander Harkavy: Yiddish-English Dictionary. With a treatise on Yiddish reading, orthography, and dialectal variations. 6., verbesserte und ergänzte Auflage. Hebrew Publishing Company, New York 1910 (Digitalisat), Stichwort »טאַטע‎«, Seite 160.
  3. Hermann L. Strack: Jüdisches Wörterbuch mit besonderer Berücksichtigung der gegenwärtig in Polen üblichen Ausdrücke. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1916 (Internet Archive), Stichwort »טאַטע‎«, Seite 75.
  4. Uriel Weinreich: מאָדערן ענגליש-ייִדיש ייִדיש-ענגליש װערטערבוך‎. Modern English-Yiddish Yiddish-English Dictionary. New paperback edition, Schocken Books, New York 1987, ISBN 0-8052-0575-6 (Lizenzausgabe des YIVO Institute for Jewish Research, New York 1968), Stichwort »father«, Seite 118 (englisch-jiddischer Teil) sowie Stichwort »טאַטע‎«, Seite 190 (jiddisch-englischer Teil).
  5. Hans Peter Althaus: Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft. Originalausgabe. 3., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60677-9, Stichwort »Tate«, Seite 201.
  6. Hans Peter Althaus: Deutsche Wörter jiddischer Herkunft. Ein Lexikon. 1. Auflage. C.H. Beck, München 2011 (Beck’sche Reihe ; 4074), ISBN 978-3-406-62317-2, Stichwort »Tate« (E-Book; Google Books).
  7. Erika Timm: Verwandtschaftsbeziehungen im Jiddischen, kontrastiv zum Deutschen betrachtet. In: Jürgen Jaehrling, Uwe Meves und Erika Timm (Herausgeber): Röllwagenbüchlein. Festschrift für Walter Röll zum 65. Geburtstag. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2002, ISBN 3-484-10845-2, Seite 456 (Zitiert nach Google Books).
  8. Johannes Bobrowski: Levins Mühle. 34 Sätze über meinen Großvater. Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1964, Seite 269 (Lizenz des VOB Union Verlag, Berlin).
  9. Hans Reimann: Vergnügliches Handbuch der deutschen Sprache A–Z. Völlig revidierte und stark erweiterte Neuauflage, 21.–25. Tausend, Econ-Verlag, Düsseldorf/Wien 1964, Seite 167 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe bei Kiepenheuer, Berlin 1931).
  10. Maxim Biller: Halt durch, Al. In: Wenn ich einmal reich und tot bin. Erzählungen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1990, ISBN 3-462-02032-3, Seite 83.
  11. Henryk M. Broder: Der jiddische Tate. Vom privaten Unglück und gesellschaftlichen Aktionismus jüdischer Väter. In: Frankfurter Rundschau. 17. Juni 2000, ISSN 0940-6980, Seite 21.
  12. Marko Martin: »Sechs Koffer«: Eine Geschichte von Liebe und Verrat. In: Jüdische Allgemeine Online. 6. September 2018, ISSN 1618-9698 (URL, abgerufen am 10. Januar 2019).
  13. 13,0 13,1 13,2 Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon „Tate

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: Tante, Takte, Tarte, Taste, Tat, täte, Tatze, Taxe, Tete, Tote, Tüte