Tabuisierung

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Tabuisierung (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Tabuisierung die Tabuisierungen
Genitiv der Tabuisierung der Tabuisierungen
Dativ der Tabuisierung den Tabuisierungen
Akkusativ die Tabuisierung die Tabuisierungen

Worttrennung:

Ta·bu·i·sie·rung, Plural: Ta·bu·i·sie·run·gen

Aussprache:

IPA: [tabuiˈziːʁʊŋ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Tabuisierung (Info)
Reime: -iːʁʊŋ

Bedeutungen:

[1] Einstellung/Handlung/Konvention, die darin besteht, etwas als Tabu zu behandeln

Herkunft:

Ableitung zum Stamm des Verbs tabuisieren mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung

Gegenwörter:

[1] Enttabuisierung

Beispiele:

[1] „Auch manche Briten nehmen die Tabuisierung der vermeintlich bösen ‚four-letter-words‘ nicht mehr ganz so ernst.“[1]
[1] „Höflichkeit, Rücksichtnahme, Verdeutlichung oder Zuspitzung, aber auch Tabuisierung und Neubewertung gedanklicher und sprachlicher Zeichen führen zu ihrer Bevorzugung oder Vermeidung, zur affektiven und expressiven Abweichung vom Usus und so zum Bedeutungswandel.“[2]
[1] „Die Tabuisierung der jüngsten Vergangenheit machte selbst innerhalb des Kaiserhauses nicht Halt.“[3]
[1] „Einen Grund für das Wegschauen und anhaltende Schweigen der Eltern glaubt Doris in einer generellen Tabuisierung des Themas sexueller Missbrauch zu erkennen.“[4]
[1] „Und die beschriebenen Tabuisierungen und Enttabuisierungen wirken sich natürlich nicht nur auf unser Kommunikationsverhalten, sondern auch auf unser Bewusstsein, unsere Wahrnehmungen und Wertungen aus.“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Tabuisierung
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Tabuisierung
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Tabuisierung
[*] The Free Dictionary „Tabuisierung
[*] Duden online „Tabuisierung
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalTabuisierung

Quellen:

  1. Christoph Gutknecht: Lauter böhmische Dörfer. Wie die Wörter zu ihrer Bedeutung kamen. Beck, München 1995, Seite 100. ISBN 3-406-39206-7.
  2. Thea Schippan: Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Niemeyer, Tübingen 1992, Seite 258. ISBN 3-484-73002-1.
  3. Pedro Barceló: Kleine römische Geschichte. Sonderausgabe, 2., bibliographisch aktualisierte Auflage. Primus Verlag, Darmstadt 2012, ISBN 978-3534250967, Seite 71.
  4. Anne-Ev Ustorf: Wir Kinder der Kriegskinder. Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs. 4. Auflage. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2013, ISBN 978-3-451-06212-4, Seite 115. Erste Veröffentlichung 2008.
  5. Rudolf Hoberg: Der Neger, das Fräulein und der Schwule. Über Tabuisierungen und Enttabuisierungen in der deutschen Gegenwartssprache. In: Sprachdienst. Nummer Heft 5–6, 2019, Seite 210-220, Zitat Seite 213.