Sprachkontakt

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Sprachkontakt (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Sprachkontakt die Sprachkontakte
Genitiv des Sprachkontakts
des Sprachkontaktes
der Sprachkontakte
Dativ dem Sprachkontakt den Sprachkontakten
Akkusativ den Sprachkontakt die Sprachkontakte

Worttrennung:

Sprach·kon·takt, Plural: Sprach·kon·tak·te

Aussprache:

IPA: [ˈʃpʁaːxkɔnˌtakt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Sprachkontakt (Info)

Bedeutungen:

[1] Linguistik: Kontakt, Berührung zwischen Sprachen aufgrund geographischer Nähe, historischer Entwicklungen, politischer oder sozialer Bedingungen etc., wobei in vielen Fällen einseitige oder auch wechselseitige sprachliche Einflüsse zustande kommen

Herkunft:

[1] Determinativkompositum aus dem Stamm des Wortes Sprache und Kontakt

Synonyme:

[1] Sprachenkontakt

Oberbegriffe:

[1] Kontakt

Beispiele:

[1] Sprachkontakte können auf vielfältige Weise zustande kommen: wenn Sprachen sehr lange geographisch benachbart sind, wenn jemand bilingual (zweisprachig) oder multilingual (mehrsprachig) aufwächst, wenn eine bestimmte Sprachgemeinschaft (kulturell, politisch, wissenschaftlich…) ein hohes Prestige genießt.
[1] Aus geographischen Sprachkontakten können Sprachbünde hervorgehen.
[1] Entlehnungen, Fremdwörter geben Zeugnis von Sprachkontakten.
[1] „Seit über hundert Jahren ist bekannt, daß geographisch benachbarte Sprachen - die genetisch nicht miteinander verwandt sind - strukturtypische Parallelismen aufweisen, für die es nur eine plausible Erklärung gibt, u. z. die durch die Nachbarschaft bedingten arealen Sprachkontakte.[1]
[1] „Sprachkontakt, Zweisprachigkeit und Sprachenmischung bilden den Problemkreis dieses nun auch auf deutsch vorliegenden »Klassikers« der modernen Sprachwissenschaft, der für den Fortschritt der Soziolinguistik maßgebend wurde.“[2]
[1] „Infolge vielfältiger Beziehungen zwischen den Sprachträgern, direkter Berührungen und kultureller Verbindungen, internationaler Zusammenarbeit kommt es auch zu sprachlichen Annäherungen, zu Sprachkontakten, zu wechselseitiger Beeinflussung der Sprachen und zu Entlehnungen im Wortschatz.“[3]
[1] „Bei den Zahlwörtern spiegelt sich am deutlichsten der intensive Sprachkontakt mit dem Dänischen wider.“[4]
[1] „Dennoch haben diese Sprachkontakte zum Polnischen und anderen slawischen Sprachen gerade die östlichen Dialekte des Jiddischen nachhaltig geprägt.“[5]

Wortbildungen:

Sprachkontaktforschung

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Sprachkontakt
[1] Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002. Stichwort: „Sprachkontakt“. ISBN 3-520-45203-0.
[1] Helmut Glück (Herausgeber): Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005, ISBN 978-3-476-02056-7, Stichwort: „Sprachkontakt“.
[1] Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 4., neu bearbeitete Auflage Quelle & Meyer, Heidelberg 1985, Stichwort: „Sprachkontakt“. ISBN 3-494-02050-7.

Quellen:

  1. Harald Haarmann: Aspekte der Arealtypologie. Die Problematik der europäischen Sprachbünde. Narr, Tübingen 1976, Seite 7. ISBN 3-87808-072-7.
  2. Klappentext zu: Uriel Weinreich: Sprachen in Kontakt. Ergebnisse und Probleme der Zweisprachigkeitsforschung. Beck, München 1977. ISBN 3-406-06462-0.
  3. Thea Schippan: Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Niemeyer, Tübingen 1992, Seite 261. ISBN 3-484-73002-1.
  4. Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Francke, Tübingen 1991, ISBN 3-7720-1694-4. Zitat Seite 235. Kursiv gedruckt: Zahlwörtern.
  5. Roland Gruschka: Westjiddisch an Rhein und Main und im übrigen Europa. In: Monika Grübel, Peter Honnen (Herausgeber): Jiddisch im Rheinland. Klartext, Essen 2013, ISBN 978-3-8375-0886-4, Seite 15-40, Zitat Seite 17.