Spielcharakter

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Spielcharakter (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Spielcharakter

die Spielcharaktere

Genitiv des Spielcharakters

der Spielcharaktere

Dativ dem Spielcharakter

den Spielcharakteren

Akkusativ den Spielcharakter

die Spielcharaktere

Worttrennung:

Spiel·cha·rak·ter, Plural: Spiel·cha·rak·te·re

Aussprache:

IPA: [ˈʃpiːlkaˌʁaktɐ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] unverwechselbare Eigenart, Wesen, typische Ausprägung, Gepräge eines Spiels, das, was ein Spiel kennzeichnet
[2] übertragen: Vorgang, der leicht zu nehmen ist, dem nur eine geringe, nicht ernst zu nehmende, vorläufige Bedeutung zukommt

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Spiel und Charakter

Gegenwörter:

[2] Ernstcharakter

Oberbegriffe:

[1, 2] Charakter

Beispiele:

[1] „Sie verlangt also einen wiederum höheren Grad von Akkommodation, ohne daß das Regelspiel schon selbst Realität wäre, also der Spielcharakter des Ganzen aufgehoben wäre.“[1]
[1] „In der hellenistischen Gesellschaft hatte aber die Agonistik sich schon früh eines so weiten Raumes bemächtigt und hatte eine so ernsthafte Wertschätzung erworben, daß man sich ihres Spielcharakters nicht mehr bewußt war.“[2]
[1] „Sicher ist, dass gerade der dem Tanz aus seinem Wesen heraus so eigene Spielcharakter in den heutigen Tanzformen fast vollständig verlorengeht.“[3]
[1] „Das Liebesspiel trägt seinen Namen gewiss mit Recht, und auch die Kult- und Festspiele, die in urtümlichen Sozialformen in großer Mannigfaltigkeit anzutreffen sind, und oft ein lebenerfüllendes Gewicht besitzen, haben durchaus ausgesprochenen Spielcharakter.“[4]
[1] „Weder die Regelung des Tuns noch die Notwendigkeit des Trainierens hebt den Spielcharakter des Sports schon auf, sondern allein die Verkehrung des Verhältnisses von Leistung und Dienen.“[5]
[2] „Alles hat hier Spielcharakter, ist noch unsicher und fließend und erst im Entstehen begriffen: nicht nur die Gegenstände, Schauplätze und Figuren, sondern auch die Sprache und die Diktion.“[6]
[2] „Gleichwohl liegt die Modernität des Karnevals über Mummenschanz und Larvenspiel hinaus in seinem realistischen Spielcharakter.“[7]
[2] „Gleichwohl liegt die Modernität des Karnevals über Mummenschanz und Larvenspiel hinaus in seinem realistischen Spielcharakter.“[8]
[2] „Erhalten sie dagegen mehr Infos, verschwindet für sie der Spielcharakter der Finanzanlage, sie werden risikoscheuer.“[9]
[2] „Andererseits fordern diese Verstörungen eine rationale Lektüre, regen die Reflexion über den Spielcharakter von Literatur an.“[10]
[2] „Wer wollte, den Spielcharakter einmal abgerechnet, bestreiten, daß die Umsetzung der technisch-mechanischen Benennungsreihen, heraus aus den Prosa-Längen des DIN-Formates und dann hinein in die Willkür der kurzgebrochenen Zeilen, daß solche Transposition sinnverwandelnde Wirkung hat?“[11]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Spielcharakter
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSpielcharakter

Quellen:

  1. Andreas Flitner: Spielen - Lernen. Praxis und Deutung des Kinderspiels. Piper, München-Zürich 1996, ISBN 3-492-20022-2, Seite 62.
  2. Johan Huizinga: Homo Ludens. Rowohlt, Hamburg 1956, Seite 37.
  3. Johan Huizinga: Homo Ludens. Rowohlt, Hamburg 1956, Seite 159
  4. Arnulf Rüssel: Das Kinderspiel. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977, ISBN 3-5340-7051-8, Seite 2.
  5. Hans Scheuerl: Das Spiel. Beltz, Weinheim-Basel 1979, ISBN 3-4075-0089-0, Seite 151.
  6. Zeit Online: Debütanten, Debütanten. In: Zeit Online. 17. November 1967, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 29. September 2018).
  7. Wolfram Goertz: Party ohne Türsteher. In: Zeit Online. 28. Dezember 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 29. September 2018).
  8. Wolfram Goertz: Party ohne Türsteher. In: Zeit Online. 28. Dezember 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 29. September 2018).
  9. Nadine Oberhuber: Der kleine Unterschied. In: Zeit Online. 5. November 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 29. September 2018).
  10. Franz Lettner: Ruppig, böse und zärtlich. In: Zeit Online. 14. Juni 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 29. September 2018).
  11. Zeit Online: Gedichte sind genaue Form. In: Zeit Online. 2. April 1977, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 29. September 2018).