Spielbewegung

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Spielbewegung (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Spielbewegung

die Spielbewegungen

Genitiv der Spielbewegung

der Spielbewegungen

Dativ der Spielbewegung

den Spielbewegungen

Akkusativ die Spielbewegung

die Spielbewegungen

Worttrennung:

Spiel·be·we·gung, Plural: Spiel·be·we·gun·gen

Aussprache:

IPA: [ˈʃpiːlbəˌveːɡʊŋ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] pädagogische Reforminitiative zur Erneuerung der Leibesübungen gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich und den USA
[2] Aktion der Medien unter dem Einfluss der New-Games-Bewegung aus den USA zur Verbreitung gemeinsamen Spielens und Sporttreibens in der Öffentlichkeit, vornehmlich unter dem Gedanken, Kooperation statt Konfrontation zu bewirken
[3] SportMusik: kleinräumige Bewegungen beim Instrumentenspiel oder Ortsveränderungen, taktische Züge während eines Spielgeschehens auf dem Spielfeld oder Spielbrett

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Spiel und Bewegung

Sinnverwandte Wörter:

[1] Sportbewegung
[2] New-Games-Bewegung

Gegenwörter:

[1] Gymnastikbewegung, Turnbewegung
[2] Kampfsport
[3] Spielpause, Spielstopp

Oberbegriffe:

[1–3] Bewegung
[2] Aktion, Initiative

Beispiele:

[1] „Diese und ähnliche Fragen in mehr oder weniger vorwurfsvollem Tone müssen diejenigen, die Fußball und Lawn Tennis auf deutschen Spielplätzen heimisch zu machen suchen, immer wieder auch von manchen sonst der Spielbewegung wohlgesinnten Männern über sich ergehen lassen.“[1]
[1] „Wir glauben vielmehr, daß durch Volksbibliotheken, durch Hebung des künstlerischen und literarischen Geschmacks der breiten Massen, durch Förderung der körperlichen Ausbildung, durch Unterstützung der Sport- und Spielbewegung diese Seuche viel eher eingedämmt werden kann.“[2]
[2] „Aus der Namensgebung wird der pädagogische Charakter dieser Spielbewegung deutlich, die der Absicht folgte, dem übermächtig werdenden Kampf- und Konkurrenzdenken in der Gesellschaft wenigstens im Spielbereich ein Kontrastprogramm entgegen zu stellen.“[3]
[2] „Ebenso eifrig – und vergeblich – haben sich Sing- und Spielbewegungen, fromme Kindergärtner und Advokaten eines Jahrhunderts des Kindes um ihn bemüht.“[4]
[2] „Das Schul- und Vereinsturnen, das nordische Turnen, die Spielbewegung, der Einfluß der Forschung, das äußere Leistungsturnen (Sport) und das innere Leistungsturnen (ästhetisches, rhythmisches Ausdrucksturnen und Tanz).“[5]
[3] „Was in den neueren Orgelschulen über die Körperhaltung beim Orgelspiel zu lesen ist, findet sich bis in fast alle Einzelheiten hinein schon in den Lehrschriften der Diruta, Rameau u.a.; das gleiche gilt von der Art, in der die spezifischen Spielbewegungen auszuführen sind.“[6]
[3] „Wir stellen uns nun den Urmenschen oder das Kind vor, die menschliche Seele, der alle Dinge noch neu genug sind, deren Sinne noch frisch genug sind, um am bloßen Wahrnehmen der Dinge ihre Freude zu haben, wie sich die Glieder ihres Leibes an der bloßen nutzlosen Spielbewegung erfreuen.“[7]
[3] „Das Gedicht wurde dann in Verbindung mit Spielbewegungen eingeprägt.“[8]
[3] „R. I. Shukowskaja und J. A. Fljorina machen in ihren Arbeiten darauf aufmerksam, daß sich Kinder gut Gedichte einprägen, wenn sie mit Spielbewegungen verbunden sind.“[9]
[3] „Wenn man das zu Ende gehende Fußballjahr in einer Geste, einer Spielbewegung zusammenfassen müsste, könnte man Franz Beckenbauer zeigen, wie er auf einer blühenden Alpenwiese steht und einen Ball mit schlankem Fuß in der Luft hält.“[10]
[3] „Die für die Begriffsbildung Schlaginstrumente entscheidende Art der Spielbewegung spielt hier zunächst eine sekundäre Rolle.“[11]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Spielbewegung
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Spielbewegung
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSpielbewegung
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Spielbewegung

Quellen:

  1. Konrad Koch: Sind Fußball und Lawn Tennis deutsche Spiele?. Jahrbuch für Jugend- und Volksspiele, Leipzig 1894, Seite 58.
  2. Unknown: Deutscher Reichstag. Berliner Tageblatt, Berlin 04.03.1910, Seite 11.
  3. Siegbert A. Warwitz, Anita Rudolf: Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen. Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1664-5, Seite 146.
  4. Hans Magnus Enzensberger: Vom Kinderreim zur heutigen Lyrik. In: Zeit Online. 25. August 1961, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. Juni 2018).
  5. Friedrich A. Wahl: Hygiene und Körperschulung der Frau. Thieme, Stuttgart 1950, Seite 37.
  6. Hans Klotz: Orgelspiel. Directmedia, Berlin 2001 [1962], Seite 57012.
  7. Heymann Steinthal: Grammatik, Logik und Psychologie: ihre Principien und ihr Verhältniss zu einander. DTA, Berlin 1855, Seite 361.
  8. Gertrud-Marie Brumme: Muttersprache im Kindergarten. Volk u. Wissen, Berlin 1981 [1966], Seite 235.
  9. Gertrud-Marie Brumme: Muttersprache im Kindergarten. Volk u. Wissen, Berlin 1981 [1966], Seite 243.
  10. Peter Kümmel: Schleichts euch, ich will spielen. In: Zeit Online. 10. Dezember 2015, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. Juni 2018).
  11. Robert Günther / Wilhelm Stauder / Christoph Caskel: Schlaginstrumente. Directmedia, Berlin 2001 [1963], Seite 66853.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Bewegungsspiel