Sanftmut

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Sanftmut (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Sanftmut
Genitiv der Sanftmut
Dativ der Sanftmut
Akkusativ die Sanftmut
[1] Die Sanftmut (Statue von Jean Marcellin, 1861)

Worttrennung:

Sanft·mut, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈzanftˌmuːt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Sanftmut (Info)

Bedeutungen:

[1] ausgeglichene, ruhige, geduldige und wohlwollende Gesinnung, die einen Menschen selbst bei Kränkungen nicht in Zorn geraten lässt, sondern ein besonnenes Verhalten hervorbringt, das die Mitmenschen positiv beeinflusst

Herkunft:

Kompositum aus dem Adjektiv sanft und dem Substantiv Mut. Die Rückbildungstheorie der Wortbildung aus sanftmütig ist wissenschaftlich umstritten.

Synonyme:

[1] Engelsgüte, Gelassenheit, Gemütsruhe, Gleichmut, Güte, Milde, Sanftmütigkeit, Warmherzigkeit

Gegenwörter:

[1] Jähzorn, Rachsucht, Rage, Rebellion, Wut, Zorn

Oberbegriffe:

[1] Charakter, Gemütsart, Temperament, Wesensart

Beispiele:

[1] Mit glimpflicher Art, mit Sanftmut und Güte richtet man öfter mehr aus als mit unmäßiger Schärfe.[1]
[1] Da haben wir nun aufs neue Gottes Wort, mit dem er uns anreizen und antreiben will zu rechten, edlen, hohen Werken, wie Sanftmut, Geduld und - zusammenfassend gesagt - Liebe und Wohltat unseren Feinden gegenüber.[2]
[1] Aber zur Leitung eines Knaben braucht es Hörner und Zähne irgend welcher Art, und dergleichen besaß sie nicht, denn sie war die Milde und Sanftmut selbst.[3]
[1] Auf Bali liegen nach der zweiten Bombentragödie die Nerven blank. War die hinduistische Insel nach den Anschlägen vor drei Jahren noch in stiller Trauer versunken, so werden auf der "Insel der Sanftmut" jetzt auch Wut und Verbitterung laut.[4]
[1] Es ist leider wahr, daß Weisheit und Körperkraft, animalisches Begehren und sensible Sanftmut selten zusammengehen.[5]

Redewendungen:

Sanftmut in Person — personifizierte Sanftmut

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Sanftmut beherrschen, lernen, offenbaren, üben, verströmen
[1] Sanftmut und Barmherzigkeit, Bescheidenheit, Demut, Ehrerbietung, Friedfertigkeit, Geduld, Gelassenheit, Gottesfurcht, Güte, Langmut, Liebenswürdigkeit, Nachgiebigkeit, Nächstenliebe, Seelenstärke, Selbstbeherrschung, Wahrheit
[1] extreme, gleichbleibende, himmlische, mit, solche, überraschende, unerbittliche, unerschütterliche, unerträgliche, voller, wahre Sanftmut

Wortbildungen:

sanftmütig

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Sanftmut
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Sanftmut“.
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Sanftmut
[1] canoo.net „Sanftmut
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSanftmut

Quellen:

  1. Abraham a Sancta Clara: Fabeln. In: Projekt Gutenberg-DE. Sonne und Wind (URL).
  2. Martin Luther: Der Große Katechismus. In: Projekt Gutenberg-DE. Das erste Gebot (URL).
  3. Hermann Kurz: Gesammelte kleinere Erzählungen. In: Projekt Gutenberg-DE. 3. Teil, Das Witwenstüblein (URL).
  4. Daniel Kestenholz: Indonesien: Jagd auf Bali-Bomber. In: DiePresse.com. 4. Oktober 2005 (URL, abgerufen am 5. Oktober 2012).
  5. Finis: DAS LETZTE. In: Zeit Online. 2. Mai 1997, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 5. Oktober 2012).