Rodel
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Rodel (Deutsch)
[Bearbeiten]Substantiv, m, Schlitten, Stock
[Bearbeiten]| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Rodel | die Rodel |
| Genitiv | des Rodels | der Rodel |
| Dativ | dem Rodel | den Rodeln |
| Akkusativ | den Rodel | die Rodel |
Worttrennung:
- Ro·del, Plural: Ro·del
Aussprache:
Bedeutungen:
- [1] Bayern, Österreich: antriebsloses Schneefahrzeug auf Kufen zur Bergabfahrt
- [2] veraltet, meist Rödel: kurzer Stock zum Abstreifen der am Pflugbrett hängenden Erde[1]
Herkunft:
- [1] ursprünglich bairisches Wort, Herkunft unbekannt[2]
- [2] vom Deutschen Wörterbuch in einen Zusammenhang mit Reute „ausgereutetes Stück Land“ gestellt und damit nicht verwandt mit Bedeutung 1[3]
Synonyme:
- [1] Schlitten, Rodelschlitten
Beispiele:
- [1] „Jeder sollte außerdem vor der Abfahrt wissen, wie er richtig auf dem Rodel sitzt und möglichst schnell bremsen oder ausweichen kann.“[4]
- [2]
Wortbildungen:
Übersetzungen
[Bearbeiten] [2] Stock zum Abstreifen der Erde am Pflugbrett
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- [1] Wikipedia-Artikel „Rodelschlitten“ (auch „Rodel“)
- [1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Rodel“
- [1] The Free Dictionary „Rodel“
- [1] Duden online „Rodel_Rodelschlitten“
- [1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Seite 600.
- [1] Jakob Ebner: Duden, Österreichisches Deutsch. Wörterbuch der Gegenwartssprache in Österreich. 5., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-04985-1, Seite 382.
- [2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Rodel“
Quellen:
- ↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Rodel“
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 770.
- ↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Rodel“
- ↑ Katja Schnitzler: "Manche wollen mit Turnschuhen auf den Schlitten". In: sueddeutsche.de. 4. Februar 2014, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 3. Februar 2017).
Substantiv, m, Verzeichnis, Kerze
[Bearbeiten]| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Rodel | die Rödel |
| Genitiv | des Rodels | der Rödel |
| Dativ | dem Rodel | den Rödeln |
| Akkusativ | den Rodel | die Rödel |
Worttrennung:
- Ro·del, Plural: Rö·del
Aussprache:
Bedeutungen:
- [1] Schweiz, Südwestdeutschland: Verzeichnis, Aufstellung, Liste
- [2] Schweiz, Südwestdeutschland, katholische Kirche: zylinderförmig aufgerollte dünne Wachskerze
Herkunft:
- [1, 2] spätmittelhochdeutsch rodel, entlehnt aus mittellateinisch rotulus, rotula ‚Schriftrolle‘, aus lateinisch rotula, rotulus ‚Rädchen, Röllchen‘, zu lateinisch rota ‚Rad‘[1]
Synonyme:
- [1] Liste, Verzeichnis
Oberbegriffe:
- [2] Kerze
Unterbegriffe:
- [1] Absenzenrodel, Baurodel, Burgerrodel, Bürgerrodel, Kirchenrodel, Schuldenrodel, Schülerrodel, Taufrodel, Zunftrodel
- [2] Wachsrodel
Beispiele:
- [1] „Der Zunftschreiber führt die gesamte Korrespondenz der Zunft im Auftrag des Zunftmeisters sowie die Protokolle der Hauptbotts. Er verschickt die Einladungen für sämtliche Zunftanlässe, ist für den Druck von Satzungen und Rodel besorgt, führt das Adressverzeichnis (Rodel) der Zunft, die Anwesenheitslisten und das Organigramm. Er wird im Verhinderungsfall durch den Protokollführer vertreten.“[2]
- [1] „Im Bürgerarchiv der Bürgergemeinde Sirnach sind historische Akten der Gemeinde Sirnach und Busswil archiviert, darunter Pläne, Urkunden, Rödel, Verträge, Protokolle und viele weitere Akten.“[3]
- [1] „Hinweis zur Führung der Kirchenrodel (S[ynodal]R[ats]-Beschluss): In den Rodel werden Amtshandlungen der Kirchgemeinde festgehalten: Taufen, Konfirmationen, kirchliche Trauungen und kirchliche Bestattungen.“[4]
- [1] „Es war für die Gewinnung bestimmter methodischer Grundsätze und neuer Gesichtspunkte zur Interpretation der Urbare erforderlich, eine goße [sic!] Zahl von Urbaren und Rödeln durchzuarbeiten.“[5]
- [1] „Dieser Rodel soll beim Ausladen des Schiffes dem Sustmeister in Walenstadt vorgewiesen, von letzterem nach Richtigbefinden der Waare unterschrieben und dem Einzähler in Zürich wieder zugeschikt werden.“[6]
- [1] „Der Gantmeister soll jedes an der Steigerung auf ein ausgerufenes Stück gethane Angebot, in einen dazu bestimmten Rodel eintragen.“[7]
- [2]
Übersetzungen
[Bearbeiten] [1] Verzeichnis, Aufstellung, Liste
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[2] zylinderförmig aufgerollte dünne Wachskerze
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- [1] Duden online „Rodel_Aufstellung_Liste“
- [1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Rodel“
- [1] Kurt Meyer: Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2006, ISBN 978-3-7193-1382-1, Seite 215.
- [1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Seite 600.
- [1] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7, Seite 69.
- [1, 2] Albert Bachmann [Leitung] et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 6. Band: R, Huber, Frauenfeld 1909, DNB 94890223X (Digitalisat), Spalten 601–605.
- [1, 2] Rudolf Post: Badisches Wörterbuch. Band IV. Oldenbourg, München 2009, Seite 314.
- [1, 2] Hermann Fischer: Schwäbisches Wörterbuch. Band V. Leupp, Tübingen 1920, Spalte 383.
Quellen:
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 770.
- ↑ Zunft Schwamendingen: Zunftschreiber. Abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ Bürgergemeinde Sirnach: Geschichte. Abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg: [https://www.ref-fr.ch/?r=59&pdf=I Die Führung kirchl. Register-/Rodel (Taufe, Konfirmation, Trauung, Bestattung): Weisungen des Synodalrates zu Inhalt und Darstellung.] 30. April 2016, abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ Hugo Ott: Studien zur spätmittelalterlichen Agrarverfassung im Oberrheingebiet. Gustav Fischer, Stuttgart 1970, Seite Vii (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Jacob Kaiser, Joseph Karl Kruetli: Die Eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617. Band 5, Abtheilung 1, Wyß, Bern 1872, Seite 612 (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Samuel Ludwig Schnell: Handbuch des Civil-Processes. mit besonderer Hinsicht auf die positiven Gesetze des Kantons Bern. Walthard, Bern 1810, Seite 335f (Zitiert nach Google Books).
Substantiv, f
[Bearbeiten]| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | die Rodel | die Rodeln |
| Genitiv | der Rodel | der Rodeln |
| Dativ | der Rodel | den Rodeln |
| Akkusativ | die Rodel | die Rodeln |
Worttrennung:
- Ro·del, Plural: Ro·deln
Aussprache:
- IPA: [ˈʁoːdl̩]
- Hörbeispiele: —
- Reime: -oːdl̩
Bedeutungen:
- Österreich, Bayern:
- [1] antriebsloses Schneefahrzeug auf Kufen zur Bergabfahrt
- [2] Kinderklapper, die rasselnde Geräusche macht, wenn man sie hin- und herbewegt
- [3] zweirädriges Gerät zur Beförderung von Lasten, (wie Säcke, Getränkekisten, Kartons)
Herkunft:
- [1] ursprünglich bairisches Wort, Herkunft unbekannt[1]
Synonyme:
Beispiele:
- [1] „Die Rodeln wurden ‚mit Hilfe eines elektrischen Motors zur Höhe hinaufgezogen.‘“[2]
- [1] „Der kleine Drache setzt sich auf die Rodel und rodelt hinunter.“[3]
- [2] Eine einfache Rodel ist die mit Steinchen gefüllte Blechbüchse.
- [3] „[…]; auf die Rampe selbst kann mit keinem Wagen, sondern nur mit sogenannten Rodeln gefahren werden.“[4]
- [3] „1963 rutschte L. beim Aufladen einer ungefähr 160 kg schweren Kiste auf eine Rodel mit der rechten Hand ab und verriß sich dabei das linke Kniegelenk.“[5]
- [3] „Nur, auf die Rodel hatte er ein höchst kompliziertes Rechengerät geladen, dessen Wert die dreißigtausend Schilling schon überstieg.“[6]
Wortbildungen:
Übersetzungen
[Bearbeiten] [1] antriebsloses Schneefahrzeug auf Kufen zur Bergabfahrt
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[2] Kinderklapper, die rasselnde Geräusche macht, wenn man sie hin- und herbewegt
[3] zweirädriges Gerät zur Beförderung von Lasten, (wie Säcke, Getränkekisten, Kartons)
- [(1)] Wikipedia-Artikel „Rodelschlitten“
- [(3)] Wikipedia-Artikel „Sackkarre“
- [1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Rodel“
- [*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Rodel“
- [1, 2] Duden online „Rodel_Rassel_Schlitten“
- [1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Rodel“
- [1, 3] Ulrich Ammon: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Walter de Gruyter, 2004, Seite 650 (Zitiert nach Google Books).
- [1, 3] Jakob Ebner: Duden, Österreichisches Deutsch. Wörterbuch der Gegenwartssprache in Österreich. 5., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-04985-1, Seite 382.
- [3] Klaus Priller: Entwicklung eines Instruments zur Abschätzung von Transportkosten bei der Belieferung von Kleinkunden. Gezeigt am Beipiel der Firma Gourmet Menü Service GmbH & Co KG. diplom.de, 2003, Seite 8 (Zitiert nach Google Books).
Quellen:
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 770.
- ↑ Wien Geschichte Wiki: „Schneepalast“ (Stabilversion)
- ↑ Linda Martin: Der kleine Drache Isidor entdeckt die Welt. BoD – Books on Demand, 2017, Seite 36ff (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Protokolle der öffentlichen Sitzungen des Gemeinderathes der k.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. V. Jahrgang, 2. Band, Wallishausser, 1865, Seite 2353 (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Erich Jonasch: Erkennung und Beurteilung der Meniskusverletzung des Kniegelenkes durch das Gewöhnliche Röntgenbild. Springer, 2013, Seite 31 (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Otti Schwarz: Todesrausch. Trügerisches Vergessen. novum pro, 2015 (Zitiert nach Google Books).



