Pranger

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pranger (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Pranger die Pranger
Genitiv des Prangers der Pranger
Dativ dem Pranger den Prangern
Akkusativ den Pranger die Pranger
[1] Eine Person am Pranger

Worttrennung:

Pran·ger, Plural: Pran·ger

Aussprache:

IPA: [ˈpʀaŋɐ]
Hörbeispiele: —
Reime: -aŋɐ

Bedeutungen:

[1] ursprünglich im mittelalterlichen Recht: Holzwand mit Aussparungen für Kopf und Hände oder eine ähnlich geartete, oft nur pfahlartig als Schandsäule mit Halseisen ausgeführte Bestrafungsvorrichtung, an die eine wegen kleinerer Vergehen bestrafte Person gebunden und damit öffentlich zur Schau gestellt wurde

Herkunft:

mittelhochdeutsch pranger, im 14. Jahrhundert aus dem Mittelniederdeutschen entlehnt[1]

Oberbegriffe:

[1] Bestrafungsvorrichtung, Folter (Folterinstrument, Folterwerkzeug)

Unterbegriffe:

[1] Halseisen, Kak/Kaak, Schandbühne, Schandpfahl, Schandsäule
[1] Dorfpranger, Stadtpranger; übertragen, umgangssprachlich: Internetpranger

Beispiele:

[1] In Deutschland ist der Pranger als Strafinstrument für kleinere Vergehen seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. In den Jahren 1848/49 wurde die Prangerstrafe hier weitgehend abgeschafft.[2]
[1] Eine mit dem Pranger bestrafte Person galt als ehrlos.
[1] „Am 24. Februar 1803 wurden die Häftlinge in Bautzen tagelang an den Pranger gestellt, im kalten Winter bestimmt kein Vergnügen, da das Prangerstehen von 8 bis 16 Uhr dauerte.“[3]

Redewendungen:

[1] jemanden an den Pranger stellen
[1] an den Pranger kommen
[1] am Pranger stehen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] digitaler Pranger

Wortbildungen:

anprangern
Prangerstrafe; übertragen (Netz/WWW): Prangerseite

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Pranger
[1] Commons-Eintrag: Bilder, Videos oder Audiodateien zu „Kategorie Pranger
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Pranger“.
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Pranger
[1] Duden online „Pranger
[1] canoo.net „Pranger
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonPranger

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort Pranger.
  2. nach: Brockhaus-Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Siebzehnter Band: Pes–Rac, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1992, ISBN 3-7653-1117-0, DNB 911478973, Artikel „Pranger“, Seite 450
  3. Hellmuth Karasek: Auf Reisen. Wie ich mir Deutschland erlesen habe. Heyne, München 2014, ISBN 978-3-453-41768-7, Seite 101.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Prager, prangen, Bringer