Penumbra

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Penumbra (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Penumbra

die Penumbren

Genitiv der Penumbra

der Penumbren

Dativ der Penumbra

den Penumbren

Akkusativ die Penumbra

die Penumbren

[1] filamentartige Strukturen der Penumbra zweier Sonnenflecken

Worttrennung:

Pe·n·um·b·ra, Plural: Pe·n·um·b·ren

Aussprache:

IPA: [peˈnʊmbʁa], [penˈʔʊmbʁa]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Penumbra (Info)

Bedeutungen:

[1] Astronomie: der die dunkle Umbra umgebende hellere Randbereich eines Sonnenflecks
[2] Medizin, bei einem Schlaganfall: an das ischämische Kerngebiet angrenzender Bereich, der noch überlebensfähige Gehirnzellen enthält

Herkunft:

Kunstwort, gebildet aus dem lateinischen Adverb pene → la, paene → labeinahe, fast“ und dem Substantiv umbra → laSchatten[1]

Synonyme:

[1] Halbschatten
[2] Infarktrandzone, ischämischer Halbschatten

Holonyme:

[1] Sonnenfleck

Beispiele:

[1] Auf ihren inneren schwarzen Kern, die Umbra, folgt nach außen ein als Penumbra bezeichneter Randbereich.[2]
[1] Die Penumbra besteht aus Filamenten, die radial nach außen gehen.[3]
[1] Die Filamentierung der Penumbra resultiert aus der Umlenkung der konvektiven Gasströmungen durch das dort vorherrschende starke, horizontale Magnetfeld: Heißes, aufsteigendes Gas wird entlang des Magnetfelds kanalisiert und nach außen abgelenkt.[4]
[1] Die Temperatur in der Umbra liegt in der Regel bei etwa 3800 K, die der Penumbra bei 4800 K.[5]
[1] Die lange rätselhaften Filamente in der Penumbra und die systematische Auswärtsströmung konnten mit einem konsistenten physikalischen Modell erklärt werden, das den Energietransport durch Konvektion unter dem Einfluss eines starken Magnetfeldes beschreibt […].[4]
[2] Können Ärzte bei einem Schlaganfall eine Penumbra erkennen, ist eine endovaskuläre Therapie auch noch nach zwölf Stunden von Vorteil: Behinderungen lassen sich dann ähnlich gut wie bei einem früheren Therapiestart vermeiden.[6]
[2] Bei den Patienten, bei denen eine Penumbra nachgewiesen werden konnte, wurde sehr schnell eine Lysetherapie durchgeführt.[7]
[2] Diese Randregion, Penumbra genannt, könnte mittels Kühlung gerettet werden.[8]
[2] Anderseits kann eine sehr frühe Physiotherapie zu Blutdruckschwankungen führen, die negative Auswirkungen für die Penumbra (ischämischer Schlaganfall) oder für intrakranielle Blutungen haben.[9]
[2] Ein zu schneller und zu starker Blutdruckabfall kann bei aufgehobener zerebraler Autoregulation zu einer Minderperfusion der Penumbra mit Größenzunahme des Infarktareals führen.[10]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] asymmetrische, komplexe, kreisförmige, rudimentäre, symmetrische, unvollständige Penumbra

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Penumbra (Sonnenflecken)
[2] Wikipedia-Artikel „Penumbra (Medizin)
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Penumbra
[1] canoonet „Penumbra
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Penumbra
[1] Duden online „Penumbra

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1022, Eintrag „Penumbra“.
  2. Rolf H. Latusseck: Die Sonne in hoher Auflösung. In: Welt Online. 17. November 2002, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 7. Juli 2017).
  3. Eckehard Mielke: Sonne, Mond und … Schwarze Löcher. Ein Streifzug durch die moderne Astrophysik. Springer-Verlag, 2013, ISBN 9783322898999, Seite 47 (zitiert nach Google Books).
  4. 4,0 4,1 Lagg, Andreas; Schüssler, Manfred; Solanki, Sami K.: Wie funktioniert ein Sonnenfleck?. Max Planck Gesellschaft, 2012, abgerufen am 7. Juli 2017.
  5. Aktivitätserscheinungen auf der Sonne. www.lernhelfer.de, 2010, abgerufen am 7. Juli 2017.
  6. Bei sichtbarer Penumbra lohnt sich Reperfusion. www.springermedizin.at, 10. Februar 2016, abgerufen am 7. Juli 2017.
  7. Uwe Groenewold: Verbesserte Diagnose von Schlaganfällen. In: Welt Online. 25. November 2002, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 7. Juli 2017).
  8. Susanne Donner: Eisige Rettung. In: Bild der Wissenschaft. Nummer 7/2017, ISSN 0006-2375, Seite 21.
  9. Sehr frühe und intensive Physiotherapie im akuten Schlaganfall nicht besser!. www.junge-neurologen.de, 17. April 2015, abgerufen am 7. Juli 2017.
  10. Guido Michels, Thorsten Schneider: Klinikmanual Innere Medizin. Springer-Verlag, 2010, ISBN 9783540891109, Seite 149 (zitiert nach Google Books).