Odaliske

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Odaliske (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Odaliske die Odalisken
Genitiv der Odaliske der Odalisken
Dativ der Odaliske den Odalisken
Akkusativ die Odaliske die Odalisken

Worttrennung:

Oda·lis·ke, Plural: Oda·lis·ken

Aussprache:

IPA: [odaˈlɪskə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Odaliske (Info)
Reime: -ɪskə

Bedeutungen:

[1] historisch: hellhäutige (europäische oder kaukasische) Sklavin, die als Dienerin, Konkubine oder Kammermädchen in einem osmanischen Harem dem Sultan oder anderer hochgestellter Personen persönlich zur Verfügung stand

Herkunft:

Das Wort ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts[1][2] dem seit 1664[2] bezeugten, gleichbedeutend französischen odalisque → fr entlehnt,[3][4] dessen ältere ab 1624 bezeugte Form odalique → fr[2] auf das osmanisch-türkische اوده‌لق‎‎ (DMGodalı̊q; İA: odalıḳ) → ota[5] (vergleiche modernes türkisches odalık → tr[6]) zurückgeht.[2][3][4] Dabei handelt es sich um eine Ableitung zu اوده‌‎ (DMGoda; İA: oda) → otaZimmer[5] (vergleiche modernes türkisches oda → tr[7])[2][3][4] durch Suffigierung der Partikel -لق‎ (DMG-lı̊q; İA: -lıḳ) → ota[8] ‚etwas zu etwas Gehöriges‘[4] (vergleiche modernes türkisches -lık → tr).[2][4]

Oberbegriffe:

[1] Haremsdame, Haremsfrau
[1] Sklavin

Beispiele:

[1] „Ich war in deinen Harem eingesperrt, saß da, hatte zu warten, bis der Pascha so gnädig war, seiner Odaliske das Taschentuch zuzuwerfen …“[9]
[1] „Und alle Sorten Wasser haben sie, für Odalisken und für Efendis, wenn die duften wollen, und Pulver, die den Augen Glanz verleihen, und Tropfen in den Kaffee, die eitel Freude bewirken.“[10]
[1] „Im Traum vermeint sie sich zu erinnern, wie sie einst als Kind in einem Basar entführt wurde, hernach als Odaliske im Harem eines Scheichs heranwuchs und wie später die eifersüchtige erste Frau ihres Gebieters den Fluch ewiger Amnesie über sie verhängte.“[11]
[1] „Die Odalisken im Harem konnten sich in den aus Venedig eingeführten Spiegeln an ihrer Schönheit gar nicht sattsehen.“[12]

Wortbildungen:

Adjektiv: odaliskenhaft

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Odaliske
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Odaliske
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Odaliske
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Odaliske
[1] Duden online „Odaliske
[1] Wahrig Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Odaliske“ auf wissen.de
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Odaliske“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Odaliske
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalOdaliske
[1] Herders Conversations-Lexikon, Freiburg 1854–1857: „Odaliske
[1] Pierer’s Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart. 4., umgearbeitete und stark vermehrte Auflage. 19 Bände. Altenburg 1857–1865 „Odaliske
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909, Stichwort „Odaliske“ (Wörterbuchnetz), „Odaliske“ (Zeno.org)
[1] Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon (5. Auflage 1911) „Odaliske
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »Odaliske«, Seite 952.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Stichwort »Odaliske«, Seite 729.

Quellen:

  1. Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Odaliske
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Walther von Wartburg (Herausgeber): Französisches Etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes. 25 Bände, Band ⅩⅨ, 1922–2002, Stichwort »odalïq«, Seite 141.
  3. 3,0 3,1 3,2 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »Odaliske«, Seite 952.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Wahrig Fremdwörterlexikon „Odaliske“ auf wissen.de
  5. 5,0 5,1 Jules Théodore Zenker: Dictionnaire turc-arabe-persan. Tome premier, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1866, Seite 115 (Zitiert nach Digitalisat der MLU)
  6. Türk Dil Kurumu, Güncel Türkçe Sözlük:odalık
  7. Türk Dil Kurumu, Güncel Türkçe Sözlük:oda
  8. Jules Théodore Zenker: Dictionnaire turc-arabe-persan. Tome second, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1876, Seite 794 (Zitiert nach Digitalisat der MLU)
  9. Max Brod: Der Frau nach der man sich sehnt. Roman. [3. Auflage] 51.–58. Tausend, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1962, Seite 47 (Zitiert nach Google Books; Erstausgabe im Paul Zsolnay Verlag, Hamburg/Wien 1927).
  10. Knut Hamsun: Im Märchenland. Rütten & Loening, Berlin 1990 (Originaltitel: I Æventyrland: Oplevet og drømt i Kaukasien, übersetzt von Cläre Greverus Mjöen, Gertrud Ingeborg Klett), ISBN 3-352-00299-1, Seite 312 (norwegische Originalausgabe 1903).
  11. Christopher Schmidt: Sand im 7. Stock. In: Zeit Online. Nummer 08, 2001, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 25. Januar 2016).
  12. Elif Shafak: Schau mich an. Roman. 2. Auflage. Kein & Aber, Zürich/Berlin 2020 (Originaltitel: Mahrem, übersetzt von Gerhard Meier aus dem Türkischen), ISBN 978-3-0369-5829-3, Seite 154 (türkische Originalausgabe 1999; deutschsprachige Erstausgabe 2020).