Memme

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Memme (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Memme die Memmen
Genitiv der Memme der Memmen
Dativ der Memme den Memmen
Akkusativ die Memme die Memmen

Worttrennung:

Mem·me, Plural: Mem·men

Aussprache:

IPA: [ˈmɛmə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Memme (Info)
Reime: -ɛmə

Bedeutungen:

[1] ursprünglich und landschaftlich, meist im Plural, derb: die weibliche Brust, Mutterbrust
[2] übertragen, verächtlich: ein furchtsamer oder verweichlichter Mann, ein Feigling

Herkunft:

von Memme in der Bedeutung Weib, dieses von mhd. memme, mamme „Mutterbrust“[1]

Sinnverwandte Wörter:

[2] Angsthase, Bangbüx, Feigling, Hasenfuß, Hosenscheißer, Schisser, Trauminet (österreichisch)

Beispiele:

[1] „Zwischenbedeutung: Kind, das sich an die Memme hält, immer nach der Memme ruft?“[2]
[2] „‚Feigling! Verdammte Memme!‘, zischte Sebulon ihn verächtlich an.“[3]
[2] „Und da schimpften sie plötzlich wie die Rohrspatzen und warfen sich gegenseitig vor, feige Memmen zu sein.“[4]
[2] „Als ich sah, wie diese Memme die Beleidigung hinnahm, ohne sich zu erinnern, daß er einen Degen trug und in einer Uniform steckte, verließ ich den Raum und rief schon auf der Treppe dem Neffen des Wirtes zu, er solle sofort zwei Pferde an eine zweirädrige Kutsche nach Padua anspannen lassen.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] du Memme!, so eine Memme

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Der Neue Herder. In 2 Bänden. Herder Verlag, Freiburg 1949, Band 2, Spalte 2696, Eintrag „Memme“
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, elektronische Version, Eintrag „Memme“
[2] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter. In: Der große Duden (in acht Bänden). 15. Auflage. Band 1, Bibliographisches Institut, Mannheim 1961, Seite 449, Eintrag „Memme“
[2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Memme
[2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Memme
[2] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalMemme
[2] The Free Dictionary „Memme
[2] Redensarten-Index „eine Memme

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Eintrag „Memme“
  2. Zeitschrift für deutsche Wortforschung, Band 2, Karl J. Trübner, 1902. Abgerufen am 7. Mai 2019.
  3. Karl May, Winnetou IV, Freiburg i. Br.: Fehsenfeld 1910, Seite 178, zitiert nach dem DWDS
  4. Paul Scheerbart, Immer mutig!, Minden: Bruns 1902, Seite 144791, zitiert nach dem DWDS
  5. Giacomo Casanova: Geschichte meines Lebens, herausgegeben und eingeleitet von Erich Loos, Band III. Propyläen, Berlin 1985 (Neuausgabe) (übersetzt von Heinz von Sauter), Seite 340.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Meme, Mumme