Mandibel

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Mandibel (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Mandibel die Mandibeln
Genitiv der Mandibel der Mandibeln
Dativ der Mandibel den Mandibeln
Akkusativ die Mandibel die Mandibeln
[1] Mandibel eines Menschen
[2] Mandibel eines Insekts
[3] Kreuzschnäbel mit übereinander gekreuzten Mandibeln

Anmerkung:

Das Substantiv wird meist im Plural Mandibeln gebraucht

Worttrennung:

Man·di·bel, Plural: Man·di·beln

Aussprache:

IPA: [manˈdiːbl̩]
Hörbeispiele: —
Reime: -iːbl̩

Bedeutungen:

[1] Anatomie der Säugetiere: die paarig angelegten Unterkiefer(knochen) der Säugetiere
[2] Anatomie der Gliederfüßer: als Oberkiefer dienende Mundwerkzeuge bestimmter Gliederfüßer (nämlich der Krebstiere, Tausendfüßer und Insekten, die zusammen die Überordnung der Mandibulata bilden); diese Mundwerkzeuge sind morphologisch aus dem ersten Beinpaar der Gliederfüßer hervorgegangen
[3] Anatomie der Vögel: Ober- und Unterschnabel der Vögel

Herkunft:

von dem spätlateinischen Substantiv mandibulaUnterkiefer, Kinnlade“; zu lateinisch manderekauen[1]

Synonyme:

[1] Mandibula

Beispiele:

[1] „Bei einer horizontaler Schwenkung des Unterkiefers rotiert die Mandibel während des Wachstums nach ventrokranial“[2]
[1] „Die relativ schwache Ausbildung der Mandibel von Myorycteropus läßt eher den Schluß zu, daß die Pflanzennahrung der (rezenten) Erdferkel doch eine sekundäre Anpassung ist.“[3]
[1] „Neben einer breiten Palette weiterer Kleinsäuger waren auch die Überreste eines Birkenmausschädels enthalten: die beiden Maxillaria mit allen Zähnen und die linke Mandibel..[4]
[1] „…von folgenden Untersuchungen an Hunden: Wenn der sich entwickelnde Prämolar entfernt wurde ohne den Zahnfollikel zu beinträchtigen oder wenn der Durchbruch durch Befestigung des Zahnkeimes an der Mandibel verhindert wurde, bildete sich trotzdem eine Kanal durch den darüber liegenden Knochen.“[5]
[1] „Das Knochenmark der Mandibel enthält beim Menschen ebenfalls eine Menge Fett.“[6]
[2] „Die Tragehaltung ist charakteristisch für die Ameisen- unterfamilien: Formicinen fassen eine Mandibel des zu tragenden Tieres, das sich daraufhin unter dem unter dem Kopf der Trägerin einrollt, während bei Myrmicinen das getragene Tier über Kopf und Rücken der Trägerin gehalten wird.“[7]
[3] „Regelmäßig werden in der Vogelpraxis Kreuzschnäbel vorgestellt, bei denen Grünholzfrakturen bzw. Deviationen von Mandibel/Maxilla im Brutkasten oder durch mangelhafte Handaufzucht auftraten.“[8]
[3] „Ash (1960) nennt mehrere ähnliche Fälle; ein junger Zilpzalp (Phylloscopus collybita) mit gekreuzten Mandibeln wurde im Herbst auf Oland (Schweden)untersucht;… “[9]
[3] „Dort ist vermerkt, dass im Museum in Stockholm ein im Oktober 1839 erlegter Kolkrabe aufbewahrt wird, an dessen Mandibel ein Kupferplättchen mit der Jahreszahl 1770 befestigt war.“[10]
[3] „Eine grobe Differenzierung in Vogel- oder Säugerfloh ist anhand der Stachelkämme (Ctenidien) an Rücken und /oder Mandibel möglich.“[11]
[3]„…Entfernung von höchstens einem Drittel des oberen Mandibels, gemessen von der Schnabel- spitze bis zu den Nasenlöchern, oder das Stutzen der Spitzen beider Mandibel innerhalb der ersten 10 Lebenstage;“[12]


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[2] Wikipedia-Artikel „Mandibel
[2] Duden online „Mandibel
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Mandibel
[*] canoo.net „Mandibel

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 844.
  2. Thomas Rakosi und Irmtrud Jonas von Thieme: Farbatlanten der Zahnmedizin. Bd.8, Kieferorthopädie, Diagnostik. 1. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1989, ISBN 978-3137222019, Seite 190
  3. Erich Thenius: Handbuch der Zoologie, Eine Naturgeschichte der Stämme des Tierreiches. Band VIII, Mammalia, Zähne und Gebiß der Säugetiere: Teilband 56. 1. Auflage. de Gruyter, 1988, ISBN 978-3110109931, Seite 325
  4. P. Borkenhagen, Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig: Zweiter Nachweis einer Birkenmaus (Sicista betulina) in Schleswig-Holstein
  5. Christiane van Hümmel: Vorkommen der chronisch ossifizierenden Alveolarperiostitis (Bumps, Knäste) an den prämolaren Backenzähnen beim Warmblutpferd, Physiologie des Zahndurchbruchs und Zahnwechsels
  6. Kerstin Gerlach, Doreen Scharner, Eberhard Ludewig (Chirurgische Tierklinik und Klinik für Kleintiere, Universität, Leipzig): Die Untersuchung bei Verdacht auf Zahnerkrankungen des Pferdes im MRT: informativ oder überflüssig?
  7. Konrad Dettner, Werner Peters, Thomas Bauer: Lehrbuch der Entomologie. Teil 1. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2003, ISBN 3-8274-1102-5, Seite 483
  8. Axel Zinke:Aus der Tierärztlichen Praxis für Vögel, Krankhafte Veränderungen des Gefieders, Schnabel- und Krallenhorns beim Papageienvogel - Klinik, Diagnostik und Therapie
  9. Heinrich Klockenhoff, Goetz Rheinwald, Michael Wink (Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig, Bonn, 1973): Mallophagenbefall bei Vögeln, Massenbefall als Folge von Schäden an den Wirten
  10. Wie alt können Vögel werden? Zum Alter von Rabenvögeln
  11. Erhard F. Kaleta, Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns: Kompendium der Ziervogelkrankheiten. Papageien, Tauben, Sperlingsvögel. 3. Auflage. vet.kolleg, 2006, ISBN 978-3-89993-022-1, Seite 203
  12. Änderung des Phänotyps, Artikel 24, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz