Lauffeuer

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Lauffeuer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Lauffeuer

die Lauffeuer

Genitiv des Lauffeuers

der Lauffeuer

Dativ dem Lauffeuer

den Lauffeuern

Akkusativ das Lauffeuer

die Lauffeuer

[1] Die Streichhölzer entzünden sich schnell wie ein Lauffeuer.

Worttrennung:

Lauf·feu·er, Plural: Lauf·feu·er

Aussprache:

IPA: [ˈlaʊ̯fˌfɔɪ̯ɐ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] veraltet, Brandlehre: Brand, der sich am Boden entlang flächenhaft oder linienhaft ausbreitet
[2] Militärveraltet: Strategie, bei dem in einer Reihe stehende Soldaten nacheinander schießen
[3] figurativ: sich wie ein Lauffeuer verbreiten: siehe wie ein Lauffeuer

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Stamm des Verbs laufen und dem Substantiv Feuer
Bezeugt seit dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich: Feuer, das in einer Linie ausgestreutem Schwarzpulver entlangläuft, um etwas zu zünden[1]

Gegenwörter:

[1] Wipfelfeuer, Totalbrand

Oberbegriffe:

[1] Brand

Beispiele:

[1] Die in der Natur häufig vorkommenden Lauffeuer sind für die Ökosysteme weit weniger schädlich als Wipfelfeuer.
[2] „Als i. J. 1619 Kaiser Ferdinand II. auf seiner Reise nach Frankfurt den Churfürsten in München besucht hatte, rückte das Bürger Militär dieser Stadt mit vier Fähnlein 14oo, und bei seiner Zurückkunft 3ooo Mann stark in Parade aus, und gab dabei Dechargen und Lauffeuer.[2]
[3] „Die Nachricht von der britischen Kriegserklärung sorgte nicht nur in Berlin für Aufsehen und heftige Reaktionen, sie erreichte wie ein Lauffeuer rasch die letzten Winkel des Reiches.“[3]
[3] […] auch gute Nachrichten – wie beispielsweise die über die Geburt eines Kindes – verbreiten sich wie ein Lauffeuer.[4]
[3] Im Zeitalter der neuen Medien, wo falsche Nachrichten sich wie ein Lauffeuer verbreiten, braucht man ein kritisches Bewusstsein.[5]

Redewendungen:

wie ein Lauffeuer

Charakteristische Wortkombinationen:

[3] mit Verb: sich wie ein Lauffeuer ausbreiten, sich wie ein Lauffeuer herumsprechen, sich wie ein Lauffeuer verbreiten

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Lauffeuer
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Lauffeuer
[*] canoo.net „Lauffeuer
[3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Lauffeuer
[3] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Lauffeuer
[1, 3] wissen.de „Lauffeuer

Quellen:

  1. Günther Drosdowski (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 2. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1989, ISBN 3-411-20907-0, Seite 407
  2. Urgeschichten von München, Band 2. Abgerufen am 1. April 2018.
  3. Sven Felix Kellerhoff: Heimatfront. Der Untergang der heilen Welt - Deutschland im Ersten Weltkrieg. Quadriga, Köln 2014, ISBN 978-3-86995-064-8, Seite 77.
  4. Ekaterina Spirina: Wort der Woche - Das Lauffeuer. Egal, ob es um ein Gerücht, eine Nachricht oder einen Waldbrand geht – das Lauffeuer ist immer schnell. Aber es muss nicht immer negativ sein. In: Deutsche Welle. 29. Dezember 2017 (Text und Audio zum Nachhören, Dauer: 01:35 mm:ss, URL, abgerufen am 4. März 2018).
  5. Kirstin Hausen: Anpfiff ohne Azzurri (4/5) - Die besten Spieler gehen weg aus Italien. Student und Amateurkicker Giuseppe Gaudino liebt den Fußball. Es schmerzt ihn, dass Italien nicht bei der WM in Russland dabei sein wird. Sein Land - abgehängt, so wie der Stadtteil Neapels, aus dem er stammt. Berufliche Chancen sehen viele junge Hochqualifizierte nur im Ausland. In: Deutschlandradio. 1. März 2018 (Sendung: Europa heute; Text und Audio zum Nachhören, Dauer: 06:17 m:ss, URL, abgerufen am 4. März 2018).
  6. Oxford Learner's Dictionary „spread like wildfire“