Kopfkino

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Kopfkino (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Kopfkino

die Kopfkinos

Genitiv des Kopfkinos

der Kopfkinos

Dativ dem Kopfkino

den Kopfkinos

Akkusativ das Kopfkino

die Kopfkinos

Worttrennung:
Kopf·ki·no, Plural: Kopf·ki·nos

Aussprache:
IPA: [ˈkɔp͡fˌkiːno]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kopfkino (Info)

Bedeutungen:
[1] umgangssprachlich: plastische Imagination; zum Beispiel einer literarischen Szene oder einer denkbaren Entwicklung der Zukunft mit ihren Risiken und Chancen

Herkunft:
Determinativkompositum, zusammengesetzt aus den Substantiven Kopf und Kino

Synonyme:
[1] Imagination

Beispiele:
[1] Ein guter Schriftsteller regt das Kopfkino seines Lesers an.
[1] „Wie kommt es, dass Vivaldis Musik bis heute 'rockt'? Wie entsteht das Kopfkino bei seinen 'Vier Jahreszeiten'?“[1]
[1] „Gleichzeitig ist aus historischen Gründen die Skepsis gegenüber dem Schlapphut-Gewerbe hierzulande tief verwurzelt. Denkt der Deutsche an Geheimdienst, erscheinen verschlagene Männer in Ledermänteln und Lauschposten auf Dachböden im Kopfkino. Die Prägung durch die erschreckenden Praktiken von Gestapo und Stasi sitzt tief.“[2]
[1] „Ein Erstligaspieler in der Sportart „Ultimate Frisbee“ schildert dieses Problem so: „Wenn man die ersten zwei Pässe in einem Spiel versemmelt hat, dann geht das Kopfkino los und man ist total darauf fixiert, alles richtig zu machen.“[3]
[1] „Dieses »ganz persönliche Geschenk« würde man erhalten, wenn man seinen Lieblingskuchen und sein Lieblingsziel verraten würde. Bei mir ging gleich das Kopfkino los: Vielleicht eine Freifahrt nach Paris?“[4]
[1] „[…] mittels eines Bernsteins aus dem Familienbesitz, in den eine kleine Spinne eingeschlossen ist, vermag sie anderer Menschen Erinnerungen zu lesen. Kinga wird von diesem Kopfkino ohne Vorwarnung überwältigt, […]“[5]
[1] [Landleben:] „»Es ist Kopfkino; wir träumen davon, wir sehnen uns danach, aber Sehnsüchte sind ja auch dann besonders interessant, wenn sie nicht immer in Erfüllung gehen […]«“[6]
[1] „Für die einen sind sie runtergekommene Ruinen, für die anderen nostalgisches Kopfkino: Sogenannte 'Lost Places' sind der neue Trend unter Hobbyfotografen. Sie erkunden regelmäßig leer stehende Gebäude, Orte mit Geschichte, an denen früher Leben herrschte.“[7]
[1] „Michael Ratjen schläft schlecht, träumt schlecht, wacht nachts schweißgebadet auf. Er selbst nennt das "Kopfkino". »Dass ich abends ins Bett gehe und schon denk, so, du darfst das morgen nicht vergessen, du darfst das morgen nicht vergessen und das musst du morgen noch machen. […]«“[8]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kopfkino
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKopfkino
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Kopfkino
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Kopfkino
[1] Duden online „Kopfkino
[1] Deutsche Welle, Deutsch lernen – Wort der Woche: Hanna Grimm: Das Kopfkino. In: Deutsche Welle. 2. Februar 2015 (Text und Audio zum Download, Dauer 01:33 mm:ss, URL, abgerufen am 5. Januar 2019).
[1] Deutsche Welle – Word of the Week: Anne-Sophie Brändlin: Kopfkino. In: Deutsche Welle. Englischsprachige Ausgabe. 6. Juli 2016 (Text und Hörbeispiel des Wortes, Dauer 00:01 mm:ss, URL, abgerufen am 5. Januar 2019).

Quellen:

  1. Vivaldi gebloggt!. In: Norddeutscher Rundfunk. (URL, abgerufen am 5. Januar 2019).
  2. Die Zeit, 07.05.2015; zitiert nach: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kopfkino
  3. Führen live: 30 Praxisfälle in der Analyse, Ben MacKenzie, Johannes Sattler, Thomas Saller. Abgerufen am 26. Juli 2017.
  4. Das Geheimnis der Begeisterung: Mehr Leidenschaft. Mehr Umsatz. Mehr Erfolg., Paul Johannes Baumgartner. Abgerufen am 26. Juli 2017.
  5. Katrin Schumacher: Mystisches Danzig. Sabrina Janesch: „Ambra“, Aufbau Verlag, Berlin 2012. In: Deutschlandradio. 23. August 2012 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Buchkritik, URL, abgerufen am 5. Januar 2019).
  6. Kolja Mensing: Alles auf Grün. Die neue Lust am Landleben. Immer mehr Menschen lassen die Großstadt hinter sich. In: Deutschlandradio. 23. März 2011 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, URL, abgerufen am 5. Januar 2019).
  7. Bayern erleben – Lost Places - Verlassene Orte in Bayern. In: Bayerischer Rundfunk. 6. November 2017 (URL, abgerufen am 5. Januar 2019).
  8. Johannes Kulms: Familienbetriebe verschwinden – Bäcker Ratjen macht den Ofen aus. In: Deutschlandradio. 1. Januar 2019 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Die Reportage, Text und Audio, Dauer 30:52 mm:ss, der Audiobeitrag wird am 01.07.2019 aus dem Netz genommen wegen des deutschen Telemediengesetzes (TMG) in Verbindung mit dem Rundfunkstaatsvertrag in der Fassung der 21. Änderung, URL, abgerufen am 6. Januar 2019).