Kohte

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Kohte (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Kohte

die Kohten

Genitiv der Kohte

der Kohten

Dativ der Kohte

den Kohten

Akkusativ die Kohte

die Kohten

[1] Das Zelt der Pfadfinder und Jugendbewegung. Hier auf Fahrt in Schottland

Worttrennung:
Koh·te, Plural: Koh·ten

Aussprache:
IPA: [ˈkoːtə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kohte (Info)

Bedeutungen:
[1] zerlegbares, beheizbares, leicht zu transportierendes Zelt der Pfadfinder und Jugendbewegung in Deutschland

Herkunft:
Das Wort Kohte ist sehr alt und hat Wurzeln sowohl in der finno-ugrischen als auch in der indogermanischen Sprachfamilie. Der schwedische Begriff kåta umfasst neben den Torfhütten der Samen auch einen Zelttyp, der korrekter als lávvu bezeichnet wird. Das Lávvu ist ein rundes, kegelförmiges, transportables Zelt, das mit Fellen, Wolltuch oder Segeltuch gedeckt wurde und bei den Rentiernomaden Lapplands als standortunabhängige Behausung diente. Der Begriff Kote (in dieser Schreibweise) bezeichnet in erster Linie die permanenten Behausungen der Samen.[Quellen fehlen]

Sinnverwandte Wörter:
[1] Kota, Nomadenzelt, Lavvu

Gegenwörter:
[1] Rotunde, Rundbau, Rundhütte, Pontok

Oberbegriffe:
[1] Zelt, Wohnstätte

Beispiele:
[1] Wir wollen uns die Welt der Kohte rein halten. Nicht vom gerechten Schmutz des Waldes, von Sand, Lehm und Asche, sondern von der Zivilisation. Euer ganzes Denken muß auf Kohtenfahrt der Natur zugewandt sein. Ein in der Kohte liegendes Fahrrad ist ebenso stillos wie eine Kohte, die auf einem Kasernenhof aufgestellt ist. [...] Tee sollte immer verfügbar sein in der Kohte. Der Eingangsschlitz wird natürlich nicht dem Wind entgegen angelegt. Gegenüber dem Eingang wird auch oft ein kleiner Schlitz aufgeknöpft und auseinandergespannt, damit das Feuer besser zieht. Der Platz zwischen Eingang und Kohtentuch der Tür gegenüber heißt „Puaschu“. Dort werden die Vorräte, Kochgeschirre, Pötte, Pfannen zum backen usw. aufbewahrt. [...] Wache darüber, dass die Kohte ihre eigne Welt behält! Suche den schönsten Platz! An ihm soll sie sich harmonisch in die Landschaft fügen. Dulde weder Radio noch blöde Gesinnung in ihr. Die Kohte soll euch hinausführen in die echtesten und tiefsten Gebiete und Stunden der Heimat. [...][1]
[1] Aus vier Kohtenblättern wird ein Zelt. Das gängigste Modell aus Kohtenbahnen ist die Kohte. Dazu brauchst du lediglich vier Planen, die aneinander geknüpft und mittels ein, zwei oder drei Stangen und einem Kohtenkreuz aufgestellt werden.[2]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] eine Kohte aufbauen, abbauen, zerlegen, transportieren

Wortbildungen:
Kohtenbahn, Kohtenblatt, Kohtenfahrt, Kohtenkreuz, Kohtentuch

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Kohte
[*] canoonet „Kohte

Quellen:

  1. tusk Gesammelte Schriften und Dichtungen, Hrsg Werner Helwig, Südmarkverlag Fritsch KG S. 314 ff
  2. Ralph Fröhlich (Hrsg.): Jurtenland - Zelte mit Feuer im Herzen! URL abgerufen am 19.03.2017

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Kota, Kothe