Karawanserei

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Karawanserei (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Karawanserei

die Karawansereien

Genitiv der Karawanserei

der Karawansereien

Dativ der Karawanserei

den Karawansereien

Akkusativ die Karawanserei

die Karawansereien

[1] Die Däyr-e Gäčīn Karawanserei im Herzen des Kawir-Nationalpark ist eine der größten im Iran.
Aufnahme von Benutzer Mostafameraji am 5. August 2018

Worttrennung:

Ka·ra·wan·se·rei, Plural: Ka·ra·wan·se·rei·en

Aussprache:

IPA: [kaʁavanzəˈʁaɪ̯]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Karawanserei (Info)
Reime: -aɪ̯

Bedeutungen:

[1] historisch; Architektur: ein öffentliches Gebäude an Handelswegen in der islamischen Welt zur Beherbergung von Reisenden mit ihren Zug- beziehungsweise Reittieren und Waren

Herkunft:

Das seit Mitte des 17. Jahrhunderts[1] im Deutschen bezeugte Wort ist dem gleichbedeutend persischem کاروان‌سرای‎ (DMGkārvānsarāy) → fa, einem Determinativkompositum aus den Substantiven کاروان‎ (DMGkārvān) → faKarawane‘ und سرای‎ (DMGsarāy) → faPalast; großes Haus, Hof‘ (vergleiche Serail), entlehnt.[1][2]

Synonyme:

[1] Chan / Han

Sinnverwandte Wörter:

[1] Herberge, Rasthaus

Oberbegriffe:

[1] Unterkunft

Beispiele:

[1] „Die ersten Karawansereien entstanden im späten 10. Jahrhundert in den seldschukischen Fürstentümern Zentralasiens.“[3]
[1] „Aber die Karawanserei ist überfüllt, meine Damen, und die Dienstboten sind weggelaufen.“[4]
[1] „Fußmärsche, Verkleidungen, sengende Hitze, wenig Geld, Nächte in (man kann es nur ahnen) wanzenverseuchten Karawansereien, kaum genießbares Essen: als sollte die Reise die im Collegium erworbene Qualität seiner körperlichen Belastungsfähigkeit auf die Probe stellen.“[5]
[1] „Der Mann, von dem unsere Heldin an den Feuern der Karawansereien das Erzählen lernte und der ihr all seine Märchen schenkte, blieb in Großen und Ganzen unserer Phantasie überlassen.“[6]
[1] „Um die gesamte Karawanenroute von etwa eintausendvierhundert Kilometern bewältigen zu können, waren die Händler auf Stützpunkte, auf Karawansereien, angewiesen, um dort rasten und Verpflegung aufnehmen zu können.“[7]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Karawanserei
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Karawanserei
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Karawanserei
[1] The Free Dictionary „Karawanserei
[1] Duden online „Karawanserei
[1] wissen.de – Wörterbuch „Karawanserei
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Karawanserei“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Karawanserei
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKarawanserei

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Karawanserei“.
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Karawanserei«.
  3. Wikipedia-Artikel „Karawanserei
  4. Bertolt Brecht: Der kaukasische Kreidekreis. Suhrkamp Verlag, Berlin 1954, Seite 31 (Zitiert nach Google Books).
  5. Edward Fox: Der Mann, der zum Himmel ging. Ein Ungar in Tibet. Wagenbach, Berlin 2007, ISBN 978-3-8031-2578-1, Seite 32–33 (englisches Original 2001).
  6. Helge Timmerberg: Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich. Piper, München 2015, ISBN 978-3-492-40582-9, Seite 18.
  7. Wolf-Ulrich Cropp: Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2016, ISBN 978-3-7701-8280-0, Seite 73.
  8. Ferit Devellioğlu: Osmanlıca-Türkçe Ansiklopedik Lûgat. Eski ve yeni harflerle. Aydın Kitabevi, Ankara 1986, Stichwort »kârvân-serây کاروانسرای‎«, Seite 590.