Kanakendeutsch

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Kanakendeutsch (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Kanakendeutsch

Genitiv des Kanakendeutsch
des Kanakendeutschs

Dativ dem Kanakendeutsch

Akkusativ das Kanakendeutsch

Worttrennung:

Ka·na·ken·deutsch, kein Plural

Aussprache:

IPA: [kaˈnaːkn̩ˌdɔɪ̯t͡ʃ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich, abwertend: Sprachform des Deutschen mit starken Einflüssen des Türkischen

Herkunft:

Determinativkompositum aus Kanake, Fugenelement -n und Deutsch

Sinnverwandte Wörter:

[1] Ghettosprache, Kanakisch, Kanak Sprak, Kiez-Deutsch / Kiezdeutsch, Türkendeutsch, Türkenslang

Oberbegriffe:

[1] Deutsch

Beispiele:

[1] „Dass uns manche wie Luft behandelten, hänselten, mit uns Kanakendeutsch sprachen, dass sie uns nachäfften, sich über uns lustig und damit lächerlich machten, dass sie uns abwertend ansahen und sich abwinkend umdrehten, sobald wir den Mund aufmachten. Das alles hatten wir nur den Erwachsenen zu verdanken.“[1]
[1] „Der Begriff Kanakendeutsch ist ja einer, der eigentlich von den Medien - genauer gesagt von einem Schriftsteller geprägt worden ist. Und dieses Kanakendeutsch war eigentlich vor 20 Jahren überhaupt nicht bekannt als Begriff.“[2]
[1] „So gut wie jeder weiß heute, was mit ‚Türkendeutsch‘ (oder Ghettodeutsch? Kiezdeutsch? Kanakendeutsch?) gemeint ist und kann spontan Beispiele dafür geben.“[3]
[1] „So kommt hinterm kernigen Niederbayern auch immer wieder die Figur des Klischee- und Kümmeltürken zum Vorschein und der philosophiert in Kanakendeutsch so wild über Integration, Wahlrecht und Terror herum, dass es eine satirische Freude ist.“[4]
[1] „Sie treten, pöbeln, spucken aus, fassen sich in den Schritt und sprechen ‚Kanakendeutsch‘.“[5]
[1] „Wenn Jan Böhmermann ‚Isch hab Bolizei‘ rappt – und das auch gar nicht mal schlecht – ist es kein Schulterschluss mit Rappern, die solches ‚Kanakendeutsch‘ sprechen und auch keine Faszination für eine Subkultur.“[6]
[1] „Vieles, was sich in Hip-Hop-Deutschland in den letzten Jahren abgespielt hat, waren Variationen des immer gleichen Schemas: Drohgebärden auf Kanakendeutsch, mal ganz stumpf und steif, mal etwas gelenkiger.“[7]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKanakendeutsch

Quellen:

  1. Luigi Brogna: Spätzle al dente. Neue Geschichten von meiner sizilianischen Familie. 7. Auflage. Ullstein, Berlin 2009, ISBN 978-3-548-26671-8, Seite 293.
  2. manuskript-die-kleine-sprachgeschichte-turkdeutsch-pdf. www.deutschlandradiokultur.de, abgerufen am 5. Februar 2016.
  3. Proseminar: "Türkendeutsch", Sommersemester 2013. www.uni-freiburg.de, abgerufen am 5. Februar 2016.
  4. Marion Klötzer: Ein Bayer wie dieser. In: Badische Zeitung, 31. Januar 2009. Zugriff 2016-02-05.
  5. André Daub: Protagonisten treten, pöbeln und spucken, in: Bietigheimer Zeitung, 2.3.15. Zugriff 2016-02-06.
  6. Katja Engelhardt: Wenn der Biodeutsche wie ein Kanake spricht, Bayerischer Rundfunk, 27.11.2015. Zugriff 2016-02-06.
  7. Adrian Schräder: Eine neue Sprache, in: Züritipp. Aktualisiert am 11.02.2015. Zugriff 2016-02-06.