Inzidenz

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Inzidenz (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural 1 Plural 2 Plural 3
Nominativ die Inzidenz die Inzidenzen die Inzidenzien die Inzidentien
Genitiv der Inzidenz der Inzidenzen der Inzidenzien der Inzidentien
Dativ der Inzidenz den Inzidenzen den Inzidenzien den Inzidentien
Akkusativ die Inzidenz die Inzidenzen die Inzidenzien die Inzidentien

Anmerkung zum Plural:

Die Pluralformen Inzidenzien und Inzidentien sind veraltet und gelten nur für die ursprüngliche Bedeutung eintretender Vorfall.[1]

Worttrennung:

In·zi·denz, Plural 1: In·zi·den·zen, Plural 2: In·zi·den·zi·en, Plural 3: In·zi·den·ti·en

Aussprache:

IPA: [ɪnt͡siˈdɛnt͡s]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Inzidenz (Info)
Reime: -ɛnt͡s

Bedeutungen:

[1] Medizin, Infektiologie: Anzahl von Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum
[2] Wirtschaft: Eigenschaft staatlicher Maßnahmen der Finanzpolitik (zum Beispiel einer Steuererhöhung), ihre Verteilungswirkung, ihr Einfluss auf die Einkommensverteilung
[3] Mathematik, Geometrie: Aufeinanderliegen zweier geometrischer Elemente, zum Beispiel von Punkt und Gerade
[4] Physik, Optik: Einfallswinkel (eines Lichtstahls)
[5] veraltet, auch mit veraltetem Plural Inzidentien: eintretender Vorfall
[6] Astronomie: Auftreffen (zum Beispiel von atomaren Teilchen) auf eine bestimmte Fläche
[7] Genetik: Maß, das die Häufigkeit (in Bezug auf einen bestimmten Zeitraum oder Altersklasse) des Auftretens eines bestimmten Merkmals bei einer Population angibt
[8] Populationsbiologie, Metapopulation: Maß, das die Wahrscheinlichkeit angibt, mit der ein Habitat einer Metapopulation aktuell besetzt ist
[9] Humanbiologie, kurz für: Inzidenzrate, zum Beispiel der Anteil aller Neugeborenen, der ein gewisses Merkmal aufweist

Herkunft:

von gleichbedeutend französisch incidence → fr entlehnt, das auf lateinisch incidens → la zurückgeht (siehe auch inzident)[2][3]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Häufigkeit
[5] Auftreten, Eintreten, Geschehen, Nebenhandlung, Vorfall

Unterbegriffe:

[1] 7-Tage-Inzidenz
[2] Ausgabeninzidenz, Budgetinzidenz, Steuerinzidenz
[5] Koinzidenz

Beispiele:

[1] „Die genaue Inzidenz ist bei Grippe nur schwer abschätzbar, da inapparente und leichtere Krankheitsverläufe die Abgrenzung erkrankter Personen erschweren. Vom CDC (Center for Disease Control) wird geschätzt, dass ca. 15% der Bevölkerung betroffen ist (oft aber ohne Symptome). Die stationäre Inzidenz liegt etwa bei ca. 60 Personen auf 100.000 Fälle.“[4]
[1] [Coronapandmie 2021:] „»Bezogen auf die Altersgruppe ab zwölf Jahren liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der Ungeimpften heute bei 262,3 pro 100.000 Einwohner, während die Inzidenz der vollständig Geimpften 12,7 pro 100.000 Einwohner beträgt«, wird Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) in einer Mitteilung zitiert.“[5]
[1] [Coronapandmie 2022:] „»Die Verdoppelungszeit der Inzidenz betrug 14 Tage.«“[6]
[2] „Die Inzidenz der Nettoumsatzsteuertypen wird durch Vergleich mit den Verteilungswirkungen anderer Steuern behandelt, wobei auch der internationale Handel berücksichtigt wird.“[7]
[3] „Dieses Axiom I ist das einzige Axiom, das die Inzidenz von Punkten und Strecken betrifft.“[8]
[4]
[5] „Die Kunst nimmt Rücksichten, weicht Hindernissen aus, wenn sie sie nicht beseitigen kann, richtet sich nach den Mitteln und dem Material, berechnet alle möglichen Inzidenzen und trifft Vorkehrungen dagegen.“[9]
[6]

Wortbildungen:

Inzidenzanalyse, Inzidenzdichte, Inzidenzgeometrie, Inzidenzmatrix, Inzidenzrate, Inzidenzstruktur, Inzidenzwert, Inzidenzzahl
veraltet: Inzidenzpunkt

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1–3, 5] Wikipedia-Artikel „Inzidenz
[1, 5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Inzidenz
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Inzidenz
[1–3, 6] Duden online „Inzidenz
[4, 5] Goethe-Wörterbuch „Inzidenz
[1–3, 5–7] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 651.
[1, 7–9] Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999 auf spektrum.de, „Inzidenz

Quellen:

  1. Heinrich Becker (Leitung): Fremdwörterbuch. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1957, Seite 274.
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 651.
  3. Goethe-Wörterbuch „Inzidenz
  4. Influenza, DocCheck. Abgerufen am 12. Juni 2020.
  5. Thorsten Winter: Getrennte Daten in Hessen: Die Inzidenz der Ungeimpften. In: FAZ.NET. 3. September 2021, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 7. September 2021).
  6. Christian Drosten: "Die Lage für das Virus wird prekär". In: Zeit Online. Nummer 48/2022, 2022-11-23, ISSN 0044-2070 (Interview mit dem Berliner Virologen Christian Drosten, das Interview führten Andreas Sentker und Jakob Simmank, URL, abgerufen am 28. November 2022).
  7. Ueberwaelzung Und Inzidenz Der Nottoumsatzsteuer, bokus. Abgerufen am 12. Juni 2020.
  8. Friedrich Levi: Geometrische Konfigurationen. Mit einer Einführung in die kombinatorische Flächentopologie. S. Hirzel, Leipzig 1929, Seite 6, DNB 361511957 (Zitiert nach Google Books).
  9. Archiv für die homöopathische Heilkunst. Abgerufen am 12. Juni 2020.