Interferenz

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Interferenz (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ die Interferenz die Interferenzen
Genitiv der Interferenz der Interferenzen
Dativ der Interferenz den Interferenzen
Akkusativ die Interferenz die Interferenzen

Worttrennung:

In·ter·fe·renz, Plural: In·ter·fe·ren·zen

Aussprache:

IPA: [ɪntɐfeˈʀɛnʦ], Plural: [ɪntɐfeˈʀɛnʦn̩]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ɛnʦ

Bedeutungen:

[1] bestehender Konflikt
[2] Physik: Überlagerungserscheinung beim Zusammentreffen von Wellen
[3] Linguistik: Einfluss, den eine Sprache auf eine andere ausübt
[4] Linguistik: falsche Analogien beim Erlernen einer neuen Sprache
[5] Psychologie: Beeinflussung eines Gedächtnisinhalts durch einen anderen, zum Beispiel das Verwechseln von Begriffen, die im gleichen Kontext gelernt wurden
[6] Ökologie: Einschränkung des Lebensraumes eines Individuums durch die Zunahme der Populationsdichte

Herkunft:

von lateinisch: inter → la = „zwischen“ und ferre → la = „tragen, bringen

Beispiele:

[1] Wenn ich mich nicht entscheiden kann, was ich jetzt am liebsten täte, kann man von einer motivationalen Interferenz sprechen.
[2] Wenn zwei Wellen kohärent sind, ist die bei der Interferenz entstehende Welle stabil.
[3] „Interferenzen zwischen zwei Sprachen [,] gibt es auf allen Ebenen, z.B. auch in Aussprache und Orthographie.“[1]
[3] „In Bezug auf die sprachliche Interferenz richtet sich das Hauptinteresse auf das Problem des Zusammenspiels von strukturellen und nichtstrukturellen Faktoren, die solche Interferenz fördern oder hindern.“[2]
[3] „Zu welcher Möglichkeit man auch immer neigen mag, Interferenzen schleichen sich allenthalben ein...“[3]
[4] „Beim Lernen fremder Sprachen wird die Interferenz mit linguistischen und lernpsychologischen Methoden untersucht.“[4]
[4] „Die durch sprachliche Kontakte verschiedener Varietäten entstehenden Abweichungen (»Fehler«) werden als Interferenzen verstanden und beschrieben.“[5]
[5] Ein Deutschsprachiger, der Spanisch kann und dann versucht, Italienisch zu lernen, wird wohl unweigerlich auf Interferenzen stoßen.
[6] Wenn eine Art eine andere Art daran hindert, im gemeinsamen Lebensraum zu leben, spricht man von Interferenz.

Wortbildungen:

Interferometer, Interferogram, Interferenzmuster
[3, 4] Interferenzlinguistik

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–6] Wikipedia-Artikel „Interferenz
[2] Wikipedia-Artikel „Interferenz (Physik)
[3, 4] Wikipedia-Artikel „Interferenz (Linguistik)
[3, 4] Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002. Stichwort: „Minimalpaar“. ISBN 3-520-45203-0.
[3, 4] Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stichwort: „Minimalpaar“. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005. ISBN 978-3-476-02056-7.
[4] Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 4., neu bearbeitete Auflage Quelle & Meyer, Heidelberg 1985, Stichwort: „Minimalpaar“. ISBN 3-494-02050-7.

Quellen:

  1. Christoph Gutknecht: Lauter böhmische Dörfer. Wie die Wörter zu ihrer Bedeutung kamen. Beck, München 1995, Seite 140. ISBN 3-406-39206-7.
  2. Uriel Weinreich: Sprachen in Kontakt. Ergebnisse und Probleme der Zweisprachigkeitsforschung. Beck, München 1977, Seite 20. ISBN 3-406-06462-0.
  3. Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Francke, Tübingen 1991, ISBN 3-7720-1694-4. Zitat Seite 257.
  4. János Juhász: Interferenzlinguistik. In: Lexikon der germanistischen Linguistik. 2., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Hrsg. v. Hans Peter Althaus, Helmut Henne, Herbert Ernst Wiegand. Niemeyer, Tübingen 1980, Seite 646-652, Zitat Seite 650. ISBN 3-484-10391-4.
  5. Peter Braun: Tendenzen in der deutschen Gegenwartssprache. Sprachvarietäten. 4. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart/ Berlin/ Köln 1998, Seite 18. ISBN 3-17-015415-X. Kursiv gedruckt: Abweichungen (»Fehler«) und als Interferenzen.