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Hurensohn

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
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Hurensohn (Deutsch)

Singular Plural
Nominativ der Hurensohn die Hurensöhne
Genitiv des Hurensohns
des Hurensohnes
der Hurensöhne
Dativ dem Hurensohn
dem Hurensohne
den Hurensöhnen
Akkusativ den Hurensohn die Hurensöhne

Anmerkung:

Nicht zu verwechseln mit dem Wort Hurenkind, einem Begriff aus der Typografie.

Worttrennung:

Hu·ren·sohn, Plural: Hu·ren·söh·ne

Aussprache:

IPA: [ˈhuːʁənˌzoːn], dialektal: [ˈhuːɐ̯nˌsoːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Hurensohn (Info)

Bedeutungen:

[1] derb, abwertend: männlicher Nachkomme einer Prostituierten; uneheliches Kind
[2] derb, unter anderem in der Jugendsprache als Anfeindung verwendet: besonders fieser Kerl
[3] selten, Jargon, Typografie, Layout: schweren Zeilenumbruchfehler in einem Schriftsatz

Abkürzungen:

[1, 2] Huso

Herkunft:

Determinativkompositum aus Hure, dem Fugenelement -n und Sohn; die Verwendung als Schimpfwort ist zurückzuführen auf das schlechte Ansehen von Nachkommen von Prostituierten [Quellen fehlen]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Hurentochter
[1, 3] Hurenkind
[2] Hundesohn, Dreckskerl (ugs.); Affenarsch, Arschloch, Drecksack, Flachwichser, Hackfresse,Hund, Kackbratze, Kackstiefel, Mistschwein,· Sack, Sackgesicht, Sauhund, Sausack, Scheißkerl, Schwein, Schweinehund (derb); Saubeutel, Stück Scheiße, Wichser (vulg.)
[3] Schusterjunge, Waisenkind, Witwe

Beispiele:

[1] „Die Einstellung der USA lautete damals: ‚Er ist ein Hurensohn. Aber er ist unser Hurensohn!’“ (Ex-US-Präsident Franklin D. Roosevelt über Nicaraguas Diktator Somoza)[1]
[1] „Lasst mich los, ihr sollt mich loslassen, ihr Hurensöhne!“[2]
[1] „Der Hurensohn hat mehr Einfluss, als wir gedacht hatten.“[3]
[1] „Und eines Tages werde ich dem Hurensohn den Gnadenschuss verpassen.“[4]
[1] „›Ich habe kein Geld.‹ Das war gelogen, aber Court hatte nicht vor, diesem Hurensohn Bargeld in den Rachen zu werfen.“[5]
[2, 1] „Heutzutage wird der Begriff ›Hurensohn‹ universeller verwendet, die direkte Beleidigung der Mutter ist meist nur nebensächlich oder dient vielmehr der Anfeindung die nötige Schärfe zu verleihen.“[6]
[2] „Einer seiner Kollegen, der Direktor des Tests, Kenneth Bainbridge, drückte es plastischer aus: »Jetzt sind wir alle Hurensöhne.«“[7]
[2] „Beim Wort ›Hurensohn‹ geht es fast nie um eine echte Mutter.“[8]
[2] „Der Begriff ›Hurensohn‹ zählt mit zu den schlimmsten Beleidigungen und meint damit einen besonders niederträchtigen oder gemeinen Kerl.“[6]
[2] „›Was für ein Hurensohn!‹, hatte der Angestellte beim Verlassen des Chefbüros gerufen.“[9]
[3] „Der Begriff Hurensohn oder Hurenkind taucht im typografischen Kontext zum ersten Mal um 1900 auf. In der Tat wird er auch heute noch verwendet – viele Grafiker kennen ihn – der alternative Begriff Witwe hingegen ist eher unbekannt.“[10]
[3] „Ehemals auch als ›Hurensohn‹ oder ›Hundesohn‹, heute als ›Witwe‹ bezeichnet.“[11]
[3] „Als Hurenkind oder auch Hurensohn, im Englischen orphan, bezeichnet man eine einzelne Zeile zu Beginn einer Seite oder Spalte.“[12]
[3] „Als Hurenkind, auch Hurensohn oder Waisenkind (engl. orphan, wörtlich ›Waise‹) wird die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich die erste einer neuen Spalte oder Seite ist.“[13]
[3] „Als Hurenkind, seltener Hurensohn, wird die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet.“[14]
[3] „Das betrifft bei mir vor allem Begriffe aus Werbung und Marketing – Schlagwörter wie ›Hurensohn‹ kennt halt niemand.“[15]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1, 2] mit Pronomen: du Hurensohn!
[1, 2] mit Verb: ein Hurensohn sein
[3] mit Adjektiv: auch Hurensohn genannt

Übersetzungen

[1] Wikipedia-Artikel „Hurensohn“
[2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hurensohn“
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Hurensohn“
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Hurensohn“
[2] Duden online „Hurensohn“
[1] Dudenband 1 – Die deutsche Rechtschreibung (2006). Hg. v. d. Dudenredaktion. 24. völlig neu bearb. und erw. Auflage. Mannheim, Leipzig. Seite 517.
[2] Hurensohn. In: dictionary.cambridge.org (Online). Abgerufen am 23. August 2026.
[*] Hurensohn (Synonyme). In: korrekturen.de (Online). Abgerufen am 23. August 2026.
[3] Roland Unger: Glossar Typografie (H). In: unger.soziologie.uni-halle.de (Online). 5. Juni 2018, abgerufen am 23. August 2026.
[*] dict.cc Englisch–Deutsch, Stichwort: „Hurensohn“

Quellen:

  1. ↑ Zitiert nach: ZDF: Saddam - Die wahre Geschichte, II „Er ist unser Hurensohn“. Internet http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,2035191,00.html, 03.07.2006.
  2. ↑ NoViolet Bulawayo: Wir brauchen neue Namen. Suhrkamp, Berlin 2014 (übersetzt von Miriam Mandelkow), ISBN 9783518739174
  3. ↑ Brian Azzarello: 100 Bullets. Der erste Schuss. Panini, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-866-07358-6, Seite 58.
  4. ↑ Harry Crews: Florida Forever. Metrolit, Berlin 2015, ISBN 978-3-849-30101-9, Seite 17.
  5. ↑ Mark Greaney: The Gray Man - Unter Beschuss. Festa, Leipzig 2017, ISBN 978-3-86552-544-4, Seite 286.
  6. 1 2 Maximilian Becker: Was bedeutet Hurensohn? Schimpfwort als Jugendwort verboten - alle Infos. In: chip.de (Online). 10. Juli 2024, abgerufen am 23. August 2026.
  7. ↑ Lars Jaeger: Die zweite Quantenrevolution: Große Macht. In: spektrum.de. 18. November 2021, abgerufen am 23. August 2026.
  8. ↑ Simone Kamhuber: Scheiße! Scheiße! Scheiße!. In: Zeit Online. 3. Januar 2024, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 23. August 2026).
  9. ↑ J. Cáceres: "Hurensohn" geht völlig in Ordnung. In: SZ Online. 18. September 2009 (URL, abgerufen am 23. August 2026).
  10. ↑ Claudia: Wie wird das Hurenkind bzw. die Witwe am besten vermieden? (Typografie-Serie Teil 17). In: onlineprinters.de (Online). 15. Oktober 2020, abgerufen am 23. August 2026.
  11. ↑ Hurenkind. In: typolexikon.de (Online). 18. März 2021, abgerufen am 23. August 2026.
  12. ↑ Chantal Baeumer: Textgestaltung. In: designgrat.de (Online). 16. April 2022, abgerufen am 23. August 2026.
  13. ↑ Hurenkind (.PDF; 64,5 kB). In: geraldreisner.at (Online). Abgerufen am 23. August 2026.
  14. ↑ Computergrafik: Typografie und Layout - ETH Zürich. ETH Zürich (Institut für Kartografie), Schweiz 2013, Teil 2: Typogarfie und Layout (Stefan Räber), Seite 18 (Zitiert nach e-Paper auf Yumpu.com).
  15. ↑ Lena Block: Marketing-Glossar & Textbegriffe: von Zwischenköpfen und anderen Kuriositäten. In: textbueroblock.de (Online). 9. Dezember 2021, abgerufen am 23. August 2026.