Hokuspokus

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Hokuspokus (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Hokuspokus

Genitiv des Hokuspokus

Dativ dem Hokuspokus

Akkusativ den Hokuspokus

Worttrennung:

Ho·kus·po·kus, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˌhoːkʊsˈpoːkʊs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Hokuspokus (Info)
Reime: -oːkʊs

Bedeutungen:

[1] Zauber, Hexerei, heute: fauler Zauber, der den Aberglauben an etwas ansprechen soll
[2] Zauberspruch, gebraucht in Bühnenaufführungen vom "Zauberer" unmittelbar bevor der Trick für die Zuschauer sichtbar wird (beispielsweise der Hase aus dem Zylinder auftaucht)
[3] Unfug, Unsinn, Überflüssiges oder Nutzloses

Herkunft:

Zauberformel, seit dem 17. Jahrhundert belegt. Reduplikation, speziell Reimdoppelung.[1] Die Etymologie ist nicht ganz geklärt.

Synonyme:

[2] Abrakadabra, Simsalabim

Sinnverwandte Wörter:

[1] Betrug, Nepp, Scharlatanerie, Schwindel, Täuschung
[3] Blödsinn, Bockmist, Brimborium, Faxen, Klimbim, Kokolores, Mätzchen, Mummenschanz, Mumpitz, Pipifax, Quatsch, Schnickschnack, Schwachsinn, Tinnef

Beispiele:

[1] Selbst wer übernatürlichen Phänomenen nichts abgewinnt und diese schlicht für Hokuspokus hält, kann diesen Film als düstere, atmosphärisch dichte und kluge Parabel über das Erwachsenwerden sehen.[2]
[1] [Ab diesem Donnerstag treffen sich in Bremen über 500 Ärzte zum 165. Homöopathie-Kongress.] Kommentar: Schluss mit dem Hokuspokus.[3]
[1] Früher glaubte ich, dass Hypnose Hokuspokus ist.[4]
[2] Verblüffend, wie die Tauben im Käfig erst unter dem Tuch verschwinden, der Zauberer sagt „Hokuspokus“, zieht das Tuch weg und, zack, ist der Käfig leer.
[3] „Er stellte fest, daß auch das gesamte deutsche Zauberwesen auf den Prinzipien der jüdischen Mystik, der Kabbala, beruht, daß aber alle Methoden, die in der Kabbala selber ihren guten Sinn hatten, hier in dem außerjüdischen Hokuspokus jeden Sinn eingebüßt haben und nackter Unfug geworden sind.“[5]
[3] Lass endlich diesen Hokuspokus!
[3] „Daß er diesen Hokuspokus wirklich ernst nahm, wollte mir nicht in den Kopf.“[6]
[3] „Besonders die Silvesternächte waren häufig dermaßen von Hokuspokus durchdrungen, dass die Heilige Mutter Kirche warnend den Finger hob, weil sie befürchtete, dass ihre Schäflein sich allzu sehr in den Fallstricken heidnischen Brauchtums verheddern könnten.“[7]
[3] „So ganz ohne Hokuspokus lebt der Deutsche glücklicherweise auch nicht.“[8]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1, 3] mit Verb: etwas für Hokuspokus halten, nach Hokuspokus klingen, Hokuspokus treiben
[1, 3] mit Adjektiv: reiner Hokuspokus
[2] Hokuspokus Fidibus
[3] mit Adjektiv: medialer Hokuspokus

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[2] Wikipedia-Artikel „Hokuspokus
[1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hokuspokus
[*] canoonet „Hokuspokus
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalHokuspokus
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Hokuspokus
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Hokuspokus
[1–3] The Free Dictionary „Hokuspokus
[1–3] Duden online „Hokuspokus
[*] Deutsche Welle, Deutsch lernen - Wort der Woche: Hanna Grimm: Hokuspokus. In: Deutsche Welle. 13. Juli 2009 (Text und Audio, Dauer 01:11 mm:ss, URL, abgerufen am 23. August 2018).

Quellen:

  1. Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin/ New York 2002. ISBN 3-11-017472-3
  2. Jörg Albrecht: Neue Filme - Alles (k)ein Hexenwerk. In: Deutschlandradio. 21. März 2018 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Corso, Text und Audio, Dauer: 05:48 mm:ss, URL, abgerufen am 23. August 2018).
  3. Fabian Schmidt: Kommentar: Schluss mit dem Hokuspokus. In: Deutsche Welle. 25. Mai 2016 (URL, abgerufen am 23. August 2018).
  4. Larissa Warneck: Gesundheit - Trance als Therapie: Hypnose im Selbstversuch. In: Deutsche Welle. 22. Februar 2018 (URL, abgerufen am 23. August 2018).
  5. Salcia Landmann: Jiddisch. Abenteuer einer Sprache. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1964, S. 79.
  6. Harry M. Deutsch: Das Lied der Loreley. Roman über ein 1500jähriges Mysterium bis in die Gegenwart. Eisbär-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-930057-47-6, Seite 35.
  7. Matthias Kaiser: Der Eichsfeld Report. Art de Cuisine, Erfurt 2009, ISBN 978-3-9811537-3-6, Seite 112.
  8. Hatice Akyün: Verfluchte anatolische Bergziegenkacke oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014, ISBN 978-3-462-04699-1, Seite 68.