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Heimscheißer

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch

Heimscheißer (Deutsch)

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Singular Plural
Nominativ der Heimscheißer die Heimscheißer
Genitiv des Heimscheißers der Heimscheißer
Dativ dem Heimscheißer den Heimscheißern
Akkusativ den Heimscheißer die Heimscheißer

Alternative Schreibweisen:

Schweiz und Liechtenstein: Heimscheisser

Worttrennung:

Heim·schei·ßer, Plural: Heim·schei·ßer

Aussprache:

IPA: [ˈhaɪ̯mˌʃaɪ̯sɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Heimscheißer (Info)
Reime: -aɪ̯mʃaɪ̯sɐ

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich: Person, welche ihren Stuhlgang ausschließlich zuhause verrichtet[1][2]
[2] umgangssprachlich, übertragen, oft pejorativ: Person, die ungern verreist, im weiteren Sinne Person, die ungern von ihren Gewohnheiten abweicht, die ängstlich kein Risiko eingeht[2][3]

Herkunft:

strukturell: Determinativkompositum aus den Substantiven Heim und Scheißer
etymologisch: Der Ausdruck als Übersetzung von Englisch: shitbreak  en[4] wurde populär durch den Film „American Pie“  WP 1999.[2] Die übertragene, vor allem pejorative Bedeutung wurde dadurch motiviert, dass die Unfähigkeit, das große Geschäft auswärts zu verrichten, als Schwäche gewertet wird, im Film American Pie wird der Betroffene gedemütigt.[5]

Oberbegriffe:

[1, 2] Person

Beispiele:

[1] „Ich habe drei Kinder zwischen 14 und 22 Jahren – alle Heimscheißer.“[6]
[1] „Diagnose: Heimscheißer. Symptomatiken des Nach-Hause-Pendlers“[7]
[1] „Wenn immer es die Situation erlaubte war ich ein Heimscheißer. Also erledigte ich das und sprang hastig unter die Dusche.“[8]
[1] „Sie können es beliebig lange anhalten und dann dort auf die Schüssel springen, wo es ihnen am besten passt. Ihnen ist es somit egal, wann und wo sie müssen, es ist immer passend. Für den sogenannten ‚Heimscheißer‘ undenkbar.“[9]
[1] „Der Heimscheißer fühlt sich unwohl bei größeren Veranstaltungen. Vor allem wenn es nur eine Toilette gibt.“[10]
[2] „Was hingegen die Ortsbedeutung ihres Zuhauses angeht, betont Clara den Beziehungsaspekt sehr deutlich. Sie bezeichnet sich als ‚Heimscheißer, wie man so schön sagt‘ und fügt an: ‚Ich muss meine Lieben immer um mich haben.‘“[11]
[2] „Ich bin Marten McFly – komme aus Hamburg – wohne seit einer Ewigkeit in Berlin – und bin ein Heimscheißer auf Weltreise“[12]
[2] „Ich war davor ja ein ‚Heimscheißer‘, bin nie ohne meine Eltern verreist.“[13]
[2] „Ich stieß ein abschätziges Schnauben aus. Ich war vielleicht ein Heimscheißer, ein Stubenhocker, ein Nerd. Aber ich war kein Feigling! Glaubte ich zumindest …“[14]
[2] „Welche Bücher ich da lesen müsse, das sei doch was für Weiber, für Schwuchteln und für Heimscheißer, […].“[15]
[2] „Einmal sagte ein Mann zu mir, dass er inzwischen ja beinahe Angst vor einer ›starken Frau‹ wie mir hätte, weil er nie wisse, wie weit er gehen dürfe. ›Oh wow, danke, Heimscheißer!‹, dachte ich, ohne das Gespräch weiter zu vertiefen.“[16]

Übersetzungen

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[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalHeimscheißer

Quellen:

  1. Pauline Hausen: Was ist ein Heimscheißer? Der Begriff einfach erklärt. In: FOCUS Online. 9. November 2022, ISSN 0943-7576 (URL, abgerufen am 2. Mai 2025).
  2. 1 2 3 Petra Cnyrim: Das Buch der Schimpfwörter und Flüche. 1. Auflage. riva Verlag, München 2021, ISBN 978-3-7423-1616-5, Seite 101, DNB 122291929X (Google Books, abgerufen am 2. Mai 2025), Stichwort „Heimscheißer“.
  3. PONS Wörterbuch der Jugendsprache. Das Original. 1. Auflage. PONS, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-12-010082-9, Seite 58 (Google Books, abgerufen am 2. Mai 2025), Stichwort „Heimscheißer“.
  4. Wikipedia-Artikel „American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen
  5. Philipp Alexander Tschirbs: Das Klo im Kino. Lit, Münster/Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0100-7, Seite 85, DNB 982001711 (Google Books, abgerufen am 4. Mai 2025).
  6. http://www.design2sense.com/blog/2015/08/28/heimscheisser-wider-willen/
  7. http://face2face-magazin.de/2013/03/06/diagnose-heimscheiser-symptomatiken-des-nach-hause-pendlers/
  8. Goldsucher, Heinz Jakoby. Abgerufen am 14. März 2016.
  9. Das Kackbuch: … nachgespült!, Klodett. Abgerufen am 14. März 2016.
  10. Marian C. Poetzsch: Entscheidungen. Alles falsch machen - aber richtig. Springer, Berlin 2018, ISBN 978-3-662-57585-7, Seite 211, DNB 1163826340 (Google Books, abgerufen am 2. Mai 2025).
  11. Matthias Berg: Kommunikative Mobilität. Die mediale Vernetzung beruflich mobiler Menschen. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-15940-5, Seite 125, DNB 113235093X (Dissertation, Universität Bremen, 2015, Google Books, abgerufen am 4. Mai 2025).
  12. http://rap.de/newcomer/52457-marten-mcfly-ein-heimscheisser-auf-weltreise-newcomer/
  13. http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/miss-germany-vivien-konca-im-interview-konservativ-in-sachen-liebe-und-beruf/11314648.html
  14. Fanny Bechert: Ludens City. In: Andrew im Wunderland. 1. Auflage. Band 1, Sternensand Verlag, Zürich Juli 2020, ISBN 978-3-03896-145-1, DNB 1219276928 (Google Books, abgerufen am 4. Mai 2025).
  15. Christian Baron: Ein Mann seiner Klasse. claassen, Ullstein Buchverlage, Berlin 2020, ISBN 978-3-8437-2244-5, DNB 1202031560 (Google Books, abgerufen am 4. Mai 2025).
  16. Bianca Jankovska: Das Millennial-Manifest. 1. Auflage. Rowohlt E-Book, Reinbek 2018, ISBN 978-3-644-40449-6, DNB 1190093189 (Google Books, abgerufen am 4. Mai 2025).