Häscher

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Häscher (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Häscher

die Häscher

Genitiv des Häschers

der Häscher

Dativ dem Häscher

den Häschern

Akkusativ den Häscher

die Häscher

Worttrennung:

Hä·scher, Plural: Hä·scher

Aussprache:

IPA: [ˈhɛʃɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Häscher (Info)
Reime: -ɛʃɐ

Bedeutungen:

[1] veraltet: Person, die amtlich beauftragt wurde, jemanden zu verfolgen, zu hetzen und versuchen zu ergreifen
[2] veraltet: Gerichtsbote, Gerichtsdiener

Herkunft:

Nomen Agentis und Deverbativ von haschen

Sinnverwandte Wörter:

[1] Scherge, Verfolger
[2] Büttel

Gegenwörter:

[1] Flüchtiger, Gesuchter, Verfolgter
[2] Angeklagter, Anwalt, Geschworener, Richter

Oberbegriffe:

[1, 2] Hilfskraft

Beispiele:

[1] „Desgrais besann sich auf das Kunststück, mehrere Desgrais zu schaffen, sich untereinander so ähnlich an Gang, Stellung, Sprache, Figur, Gesicht, daß selbst die Häscher nicht wußten, wo der rechte Desgrais stecke.“[1]
[1] „Zanga brachte kein Wort mehr heraus, und seine Angst wurde noch größer, als zwei Häscher des Don Blas eintraten, deren einer ihn packte und sofort zu seinem Herrn brachte.“[2]
[1] „Der Freiheitsmut, der von dort herüberwehte nach Deutschland, hat freilich hie und da die Nachtlichter umgeworfen, so daß die roten Gardinen an einigen Thronen in Brand gerieten, und die goldnen Kronen heiß wurden unter den lodernden Schlafmützen; - aber die alten Häscher, denen die Reichspolizei anvertraut, schleppen schon die Löscheimer herbei, und schnüffeln jetzt um so wachsamer, und schmieden um so fester die heimlichen Ketten, und ich merke schon, unsichtbar wölbt sich eine noch dichtere Kerkermauer um das deutsche Volk.“[3]
[1] Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich
Damon, den Dolch im Gewande:
Ihn schlugen die Häscher in Bande,
»Was wolltest du mit dem Dolche? sprich!«
Entgegnet ihm finster der Wüterich.[4]
[1] In letzter Minuten konnte der flüchtige Dieb seinen Häschern entkommen.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] die Häscher der Inquisition

Wortbildungen:

[1] Häscherarm, Häscherloch
[1, 2] Häscherei

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 763
[1] Wikipedia-Artikel „Häscher
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Häscher
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Häscher
[1] canoonet „Häscher
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalHäscher

Quellen:

  1. E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder. In: Projekt Gutenberg-DE. Das Fräulein von Scuderi (URL).
  2. Stendhal: Eine Geldheirat. In: Projekt Gutenberg-DE. Die Truhe und das Gespenst (Übersetzer Arthur Schurig, URL).
  3. Heinrich Heine: Reisebilder. Vierter Teil. In: Projekt Gutenberg-DE. Band 3, Schlußwort; Geschrieben den 29. November 1830 (URL).
  4. Friedrich Schiller: Gedichte. In: Projekt Gutenberg-DE. Die Bürgschaft (URL).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Häschen, Kescher, Schächer