Zum Inhalt springen

Guillotine

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch

Guillotine (Deutsch)

[Bearbeiten]
Singular Plural
Nominativ die Guillotine die Guillotinen
Genitiv der Guillotine der Guillotinen
Dativ der Guillotine den Guillotinen
Akkusativ die Guillotine die Guillotinen
[1] badische Guillotine

Worttrennung:

Guil·lo·ti·ne, Plural: Guil·lo·ti·nen

Aussprache:

IPA: [ɡijoˈtiːnə], [ɡɪljoˈtiːnə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Guillotine (Info)
Reime: -iːnə

Bedeutungen:

[1] Gerät zur Vollstreckung der Todesstrafe durch Enthauptung

Herkunft:

im 18. Jahrhundert von französisch guillotine  fr entlehnt[1]; benannt nach dem französischen Arzt Joseph-Ignace Guillotin (1738-1814)

Synonyme:

[1] Fallbeil

Sinnverwandte Wörter:

[1] Schafott

Gegenwörter:

[1] Galgen, Scheiterhaufen

Oberbegriffe:

[1] Hinrichtungswerkzeug

Beispiele:

[1] Während der Französischen Revolution wurde die Guillotine per Dekret als einziges Hinrichtungswerkzeug eingeführt.
[1] „Die Erfindung der Guillotine 1792 begeistert die Zeitgenossen zunächst.“[2]
[1] „Auch Robbespierre hielt sich bekanntlich für einen tugendhaften Menschen, als er all jene, die nicht seinen Tugendvorstellungen entsprachen, auf die Guillotine schickte.“[3]
[1] „Nicht einmal die gruseligen Berichte über Terror und Guillotine können die Burgunder von ihrem Hunger ablenken.“[4]
[1] „Die Guillotine war längst abgeschafft worden im Dritten Reich.“[5]
[1] „Im April dieses Jahres war die Guillotine aufgestellt worden.“[6]
[1] „Die Guillotine verändert die gerichtlich angeordnete Vollstreckung der Todesstrafe kolossal: indem sie maschinelles Töten im Minutentakt ermöglicht.“[2]
[1] „Ludwig XVI. wird am 21. Januar 1793 wegen "Verschwörung gegen die öffentliche Freiheit und Anschlägen gegen die nationale Sicherheit" mit der Guillotine öffentlich hingerichtet.“[2]
[1] „Bis zu 20.000 Menschen sterben zwischen 1792 und 1794 unter der Guillotine.[2]
[1] „Trotz aller Diskussionen setzt sich die Guillotine als staatliche Tötungsmaschine durch, auch außerhalb Frankreichs.“[2]
[1] „Im Nationalsozialismus sterben 12.000 Menschen unter dem Fallbeil. In der Bundesrepublik findet die letzte zivile Enthauptung 1949 statt, in der DDR bleibt die Guillotine bis 1968 im Einsatz, in Frankreich bis 1977.“[2]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] unter der Guillotine sterben

Wortbildungen:

guillotinieren

Übersetzungen

[Bearbeiten]
[1] Wikipedia-Artikel „Guillotine
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909, Stichwort „Guillotine“ (Wörterbuchnetz), „Guillotine“ (Zeno.org)
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Guillotine
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalGuillotine
[1] The Free Dictionary „Guillotine
[1] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Guillotine“ auf wissen.de
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Guillotine“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Guillotine
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Guillotine
[1] Duden online „Guillotine
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 732.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Seite 399.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Guillotine“, Seite 377.
  2. 1 2 3 4 5 6 Manuel Opitz: Als Wunderwerk gefeiert – Töten im Minutentakt: Die Geschichte der Guillotine. geo.de, G+J Medien GmbH, Hamburg, Deutschland, 29. Oktober 2025, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  3. Asfa-Wossen Asserate: Deutsche Tugenden. Von Anmut bis Weltschmerz. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64504-4, Seite 9.
  4. Pascale Hugues: Deutschland à la française. Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-03032-2, Seite 96. Französisches Original 2017.
  5. Erich Maria Remarque: Zeit zu leben und Zeit zu sterben. Roman. 4. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, ISBN 3-462-02726-3, Seite 271. Urfassung von 1954.
  6. Otto Flake: Marquis de Sade. Mit einem Anhang über Rétif de la Bretonne. Mit zwei Nekrologen auf Otto Flake von Rolf Hochhuth. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1966, Seite 88. Zuerst 1930.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Guilloche