Gewisper

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Gewisper (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Gewisper

Genitiv des Gewispers

Dativ dem Gewisper

Akkusativ das Gewisper

Nebenformen:

landschaftlich: Gewispel

Worttrennung:

Ge·wis·per

Aussprache:

IPA: [ɡəˈvɪspɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Gewisper (Info)

Bedeutungen:

[1] (fortwährendes) Sprechen mit tonloser, sehr leiser Stimme (das nur für eine oder wenige Personen hörbar und bestimmt ist)

Herkunft:

Ableitung zum Verb wispern

Sinnverwandte Wörter:

[1] Gemurmel, Gezischel
[1] gehoben: Geraune
[1] ironisch: Gesäusel
[1] zumeist abwertend: Getuschel
[1] landschaftlich: Gepisper; sonst veraltet: Gefisper

Oberbegriffe:

[1] Geflüster

Beispiele:

[1] „Als ich aber ſo bis zu der Linde gekommen war, und mich mit dem Ruͤcken dran lehnte, und immer fort ſpielte, da ging ein heimliches Rumoren und Gewisper unter den jungen Leuten rechts und links, die Burſche legten endlich ihre Sonntagspfeifen weg, jeder nahm die Seine, und eh’ ich’s mich verſah, ſchwenkte ſich das junge Bauernvolk tuͤchtig um mich herum, die Hunde bellten, die Kittel flogen, und die Kinder ſtanden um mich im Kreiſe, und ſahen mir neugierig ins Geſicht und auf die Finger, wie ich ſo fix damit handthierte.“[1]
[1] „Tragen Kerzen in der Hand,
Die unheimlich blutroth ſchimmern;
Seltſam wiederhallt im Kreuzgang
Ein Gewisper und ein Wimmern.“[2]
[1] „Wie die vier nach einem kurzen Gewisper »Ja« hinaufschrien und in das Häuschen hineinpolterten, und die Frau ihr Fenster schloss mit einem guten zufriedenen Lächeln, weil sie jetzt hübsche junge Gäste bekam, vielleicht Verwandte, da übermannte Georg eine solche Traurigkeit, wie er nie im Leben eine gekannt hatte.“[3]
[1] „Unberührt ging er durch das freche Gewisper ringsum, durch alle die schmutzige Neugier.“[4]
[1] „Er wandte sich ab, machte ein paar Schritte, die ihn aus dem Bereich des Gewispers und Gestöhnes bringen sollten.“[5]
[1] „Plötzlich erhob sich ein Gewisper in der Halle, ein »Psst« von allen Seiten, die Köpfe suchten nach der Ursache und entdeckten sie auch gleich, Frau Volkmann kam die Treppe herunter, nein, sie schritt die Treppe herunter, eine Hand lose auf dem breiten Holzgeländer mitschleifend; bei jedem Schritt abwärts knickte sie in den Knien ein bißchen ein, so daß ihr Gang etwas Onduliertes, Schwebendes bekam, ein großer Vogel in weinroter Seide, der von den Gästen mit vielen Ahs und Ohs gewürdigt wurde.“[6]
[1] „Zumindest, dachte ich, wär’s nützlich, ich widersprech nicht, wenn ich konfrontiert werd mit Gezischel und Gewisper der Art.“[7]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Gewisper
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gewisper
[*] canoonet „Gewisper
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Gewisper
[1] Duden online „Gewisper
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Gewisper
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalGewisper
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Gewisper

Quellen:

  1. Joſeph Freiherr von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts. In: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Zwei Novellen nebſt einem Anhange von Liedern und Romanzen. 1. Auflage. In der Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 40–41 (Zitiert nach Deutsches Textarchiv).
  2. Heinrich Heine: Himmelsbräute. In: Romanzero. 1. Auflage. Erſtes Buch. Hiſtorien, Hoffmann und Campe, Hamburg 1851, Seite 59 (Zitiert nach Google Books).
  3. Anna Seghers: Das siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland. El libro libre, Mexico 1942, Seite 57.
  4. Lion Feuchtwanger: Goya oder der arge Weg der Erkenntnis. Roman. 1. Auflage. Neuer Verlag, Frankfurt am Main 1951, Seite 322 (Zitiert nach Google Books).
  5. Lion Feuchtwanger: Narrenweisheit oder Tod und Verklärung des Jean-Jacques Rousseau. Roman. 1. Auflage. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1952, Seite 65 (Zitiert nach Google Books).
  6. Martin Walser: Ehen in Philippsburg. Roman. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1957, Seite 46.
  7. Stefan Heym: Pargfrider. Roman. 1. Auflage. C. Bertelsmann, München 1998, Seite 41 (Zitiert nach Google Books).
  8. Mundartnahe Umschrift nach Francisco Moscoso García: Diccionario español – árabe marroquí. Junta de Andalucía, Dirección General de Coordinación de Políticas Migratorias, Sevilla 2005, ISBN 84-689-2464-4, Stichwort »Susurro«, Seite 260.
  9. Mundartnahe Umschrift nach Richard S. Harrell; compiled by Thomas Fox, Mohammed Abu-Talib, with the assistance of Ahmed Ben Thami, Allal Chreibi, Habiba Kanouni, Ernest Ligon, Mohammed Mekaoui (Herausgeber): A Dictionary of Moroccan Arabic. Moroccan–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1966, Stichwort »tweswis«, Seite 187.
  10. Mundartnahe Umschrift nach Harvey Sobleman, Richard S. Harrell; compilation by Thomas Fox, Alan McAninch, Allal Chreibi, Majid Soussane, Mohamed Neheiri (Herausgeber): A Dictionary of Moroccan Arabic. English–Moroccan. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1963, Stichwort »whisper«, Seite 221.
  11. El-Said Badawi, Martin Hinds: A Dictionary of Egyptian Arabic. Arabic-English. Librairie du Liban, Beirut 1986, Stichwort »وشوشة‎«, Seite 941.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 12,4 12,5 Mundartnahe Umschrift nach Leonhard Bauer, unter Mitwirkung von Anton Spitaler (Herausgeber): Deutsch-arabisches Wörterbuch der Umgangssprache in Palästina und im Libanon. Wörterbuch der arabischen Umgangssprache. Deutsch - Arabisch. 2., erweiterte und verbesserte Auflage. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1957, DNB 450262200, Stichwort »Geflüster«, Seite 124.
  13. 13,0 13,1 Mundartnahe Umschrift nach Karl Stowasser, Moukhtar Ani (Herausgeber): A Dictionary of Syrian Arabic. English–Arabic. Georgetown University Press, Washington, D.C. 2004 (Georgetown classics in Arabic language and linguistics), ISBN 1-58901-105-8, Stichwort »whisper«, Seite 263.
  14. D.R. Woodhead, Wayne Beene (Hrsg.); under the technical direction of Karl Stowasser, with the assistance of Majid Damah, Faisal Al-Khalaf, Husain Mustafa, Darrel Smith, Ronald G. Wolfe: A Dictionary of Iraqi Arabic. Arabic–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 1967, ISBN 0-87840-281-0, Stichwort »mušaawara«, Seite 252.
    Beverly E. Clarity, Karl Stowasser, Ronald G. Wolfe, D.R. Woodhead, Wayne Beene (Herausgeber): A Dictionary of Iraqi Arabic. English–Arabic Arabic–English. Georgetown University Press, Washington, D.C. 2003, ISBN 0-87840-136-9, Stichwort »mušaawara«, Seite 252 (arabisch-englischer Teil).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: gewispert