Femonationalismus

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Femonationalismus (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Femonationalismus die Femonationalismen
Genitiv des Femonationalismus der Femonationalismen
Dativ dem Femonationalismus den Femonationalismen
Akkusativ den Femonationalismus die Femonationalismen

Worttrennung:

Fe·mo·na·ti·o·na·lis·mus, Plural: Fe·mo·na·ti·o·na·lis·men

Aussprache:

IPA: []
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Femonationalismus (Info)

Bedeutungen:

[1] Politikwissenschaft: Instrumentalisierung feministischer Diskurse für völkisch-nationalistische Zwecke

Herkunft:

entlehnt von gleichbedeutend englisch femonationalism → en; ein Determinativkompositum aus feminism → en und nationalism → en mit dem Fugenelement -o in Analogie zum Wort homonationalism → en

Sinnverwandte Wörter:

[1] Homonationalismus

Beispiele:

[1] „Da ich den zeitgenössischen Femonationalismus für eine ideologische Konstruktion halte, die auch auf der Grundlage der Kommodifizierung nicht-europäischer Frauen als solcher verstanden werden muss, meine ich, dass wir die vor ein paar Jahren durch Alain Badiou vertretene Argumentationslinie fortsetzen müssen. Als das Gesetz gegen den Hijab in öffentlichen Schulen in Frankreich verabschiedet wurde – ein Gesetz, das zum Inbegriff der gesamten Debatte über die Gleichsetzung von Islam und Frauenunterdrückung geworden ist –, hat der französische Philosoph es als ein ‚rein kapitalistisches Gesetz‘ bezeichnet.“[1]
[1] „Im Feminismus wird das schon lange unter dem Begriff Femonationalismus diskutiert: Die Indienstnahme feministischer Perspektiven für rassistische Argumentationen.“[2]
[1] „Was passiert, wenn sich rechte Parteien in Europa feministische Forderungen zu eigen machen? Die in London lehrende italienische Soziologin Sara R. Farris versucht eine Annäherung mit dem Begriff Femonationalismus.[3]
[1] „Juliane Lang von der Justus-Liebig-Universität Gießen nennt es Femonationalismus. So habe die Wissenschaftlerin Sara Farris die Methode bezeichnet, feministische Ideale für Kampagnen gegen Migranten und gegen den Islam zu vereinnahmen.“[4]
[1] „Der Soziologe Andreas Kemper, der die AfD seit Jahren beobachtet, spricht in diesem Zusammenhang von einem so genannten Femonationalismus, den die Partei anwende: ‚Also eine Form von Feminismus, wo es gar nicht letztlich um Frauenrechte geht, sondern wo es um Nationalismus geht. […]‘“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Quellen:

  1. Sara Farris: Die politische Ökonomie des Femonationalismus. In: Feministische Studien. 2, Nummer 11, Lucius und Lucius, Stuttgart 2011 (übersetzt von Regine Othmer), Seite 321.
  2. Frida Thurm: "Plötzlich wird überall das Patriarchat entdeckt". In: Zeit Online. 14. Oktober 2015, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. September 2020).
  3. Sonja Eismann: Geh arbeiten, du Opfer. In: Missy Magazine. 21. April 2016, abgerufen am 26. September 2020.
  4. Andreas Fritsche: Was tun gegen den Femonationalismus?. In: Neues Deutschland. 15. März 2020, abgerufen am 26. September 2020.
  5. Barbara Schmidt-Mattern: Wie Frauen in rechten Ideologie zum Hassobjekt werden. In: Deutschlandfunk. 27. August 2020, abgerufen am 26. September 2020.