Ephebe

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Ephebe (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Ephebe

die Epheben

Genitiv des Epheben

der Epheben

Dativ dem Epheben

den Epheben

Akkusativ den Epheben

die Epheben

[1] römische Kopie eines Epheben aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert

Worttrennung:

Ephe·be, Plural: Ephe·ben

Aussprache:

IPA: [eˈfeːbə]
Hörbeispiele:
Reime: -eːbə

Bedeutungen:

[1] antikes Griechenland: wehrfähiger junger Mann (nach der Pubertät)

Herkunft:

Entlehnung aus dem Lateinischen vom Substantiv ephebus → la, das aus dem gleichbedeutenden altgriechischen Substantiv ἔφηβος (ephēbos) → grcJüngling“, einer Zusammensetzung aus ἐπί (epi) → grc und ἥβη (hēbē) → grcJugend“, entlehnt wurde[1]

Gegenwörter:

[1] Säugling, Kind, Adoleszent

Oberbegriffe:

[1] Jüngling

Beispiele:

[1] Die klassizistische Malerei bevorzugte für die Darstellung männlicher Figuren zwei Typen, den Krieger und den Epheben.[2]
[1] Während der Krieger als tugendhafte, dem Gemeinwohl dienende Gestalt einem Ideal von Männlichkeit entsprach, das Rousseau festgeschrieben hatte, scheint die sinnliche Figur des Epheben diese Vorstellung zu durchkreuzen.[2]
[1] Bei Initiationsfesten, etwa den athenischen Apatourien oder den spartanischen Hyakinthien, standen die Epheben naturgemäß sogar im Mittelpunkt des Geschehens.[3]
[1] Es ist aber auch nicht zu bestreiten, dass die Dokumentation zu den kultischen und rituellen Tätigkeiten der Epheben seit dem 2. Jhdt. massiv anwuchs und dass darin den Epheben auch eine neue Rolle in der Kultausübung eingeräumt wird.[4]
[1] Nun war der Ephebe in jeder Beziehung mündig und selbständig geworden, er konnte vor Gericht erscheinen wie in der Volksversammlung, und hier die Rechte eines Bürgers in vollem Umfange des Mannes ausüben; nur die Theilnahme an dem Volksgerichte oder der Heliäa gewann er erst mit vollendetem 30. Jahre.[5]
[1] Letztere wurde für die sogenannten Epheben dann Schritt für Schritt erweitert zur vielfältigen körperlichen Ertüchtigung für den militärischen Dienst in den Grenzgarnisonen.[6]

Wortbildungen:

Adjektive: ephebisch, ephebophil
Substantive: Ephebophile, Ephebophilie, Synephebe

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Ephebe
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Ephebe
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Ephebe
[1] The Free Dictionary „Ephebe
[1] Duden online „Ephebe

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 404, Eintrag „Ephebe“.
  2. 2,0 2,1 Beate Söntgen: Das Weib im Manne: Den Epheben unter die Röcke geschaut. Rezension: Sachbuch. In: FAZ.NET. 9. März 1998, ISSN 0174-4909 (URL, abgerufen am 12. August 2018).
  3. Hans Beck: Ephebie – Ritual – Geschichte. 22. August 2009, abgerufen am 12. August 2018.
  4. Daniel Kah, Peter Scholz (Herausgeber): Das hellenistische Gymnasion. 2. Auflage. Walter de Gruyter, 2007, ISBN 9783050047249, Seite 200 (zitiert nach Google Books).
  5. J. G. Gruber (Herausgeber): Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste. Erste Section A - G. Band 35: Ent - Epilogus, Brockhaus, Leipzig 1841, Seite 311 (alte Schreibweise im Zitat: ‚Theilnahme‘, zitiert nach Google Books).
  6. Wilhelm Sinkovicz: Tenöre waren vor den Kickern im Stadion. In: DiePresse.com. 14. Juni 2016, ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 12. August 2018).