Edikt

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Edikt (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Edikt

die Edikte

Genitiv des Edikts
des Ediktes

der Edikte

Dativ dem Edikt

den Edikten

Akkusativ das Edikt

die Edikte

Worttrennung:

Edikt, Plural: Edik·te

Aussprache:

IPA: [eˈdɪkt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Edikt (Info)
Reime: -ɪkt

Bedeutungen:

[1] Erlass, Verlautbarung (amtlich oder vom Kaiser, König)
[2] Rechtssprache, österreichisch: gerichtlicher Beschluss über die Eröffnung eines Konkursverfahrens

Herkunft:

Lehnwort aus dem Lateinischen vom substantivierten Partizip II edictum → la „bekannt gemacht“ zum Verb edicere → laansagen, bekanntmachen[1]

Synonyme:

[1] Anweisung, Anordnung, Aufforderung, Auflage, Bedingung, Befehl, Bulle, Codex, Dekret, Diktat, Direktive, Erlass, Gebot, Gesetz, Kodex, Machtwort, Maßregel, Order, Richtlinie, Verfügung, Verordnung

Beispiele:

[1] Der Kaiser erlässt ein Edikt, das den Bauern das Jagen verbietet.
[1] Die Kärntner Haftungen sind in dem Edikt noch mit 10,2 Milliarden Euro angegeben.[2]
[1] Das Edikt [der Einführung der allgemeinen Schulpflicht] von [Preussens König] Friedrich Wilhelm I. zeigt in der Praxis nur wenig Wirkung.[3]
[2] Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wird durch Edikt öffentlich bekannt gemacht, wobei das Verfahren ausdrücklich entweder als Konkursverfahren oder als Sanierungsverfahren bezeichnet wird (außerdem erfolgt gegebenenfalls eine Eintragung ins Firmenbuch).[4]
[2] Eine Ausfertigung des vorstehenden Beschlusses als Edikt wird an die Wiener Zeitung zur einmaligen Verlautbarung übersendet.[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Edikt erlassen

Wortbildungen:

Substantive: Ediktalfrist, Ediktsdatei, Insolvenzedikt, Religionsedikt, Pazifikationsedikt, Restitutionsedikt, Toleranzedikt, Versteigerungsedikt; historisch: Hochzeitedikt, Hufenedikt, Hutedikt, Jagdedikt, Judenedikt, Kanzleiedikt, Kartenedikt, Kassenedikt, Kattunedikt, Kleidungsedikt, Kreismünzedikt, Lehnsedikt, Metzedikt, Münzedikt, Provisionalmünzedikt, Reichsmünzedikt, Salzedikt, Schäferedikt[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Edikt
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Edikt
[1] canoo.net „Edikt
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonEdikt
[1] The Free Dictionary „Edikt
[1, 2] Duden online „Edikt
[1] wissen.de – Wörterbuch „Edikt
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Edikt“ auf wissen.de
[1] Wahrig Herkunftswörterbuch „Edikt“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Edikt
[1] Wahrig Synonymwörterbuch „Edikt“ auf wissen.de
[1, 2] ÖBV im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (Herausgeber): Österreichisches Wörterbuch. Auf der Grundlage des amtlichen Regelwerks. 41., aktualisierte Auflage. ÖBV, Wien 2009, ISBN 978-3-209-06875-0 (Bearbeitung: Otto Back et al.; Red.: Herbert Fussy, Ulrike Steiner), Seite 177, Eintrag „Edikt“.

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 445, Eintrag „Edikt“.
  2. Welche Gläubiger im In- und Ausland nun zittern. In: Wiener Zeitung Online. 2. März 2015 (URL, abgerufen am 16. Mai 2015).
  3. Andrea Westhoff: Einführung der Schulpflicht in Preußen - Zur Bildung guter Untertanen. Es fehlte an Lehrkräften und Schulen, die Kinder wurden oft als Arbeitskräfte gebraucht. Dennoch gilt das Edikt, mit welchem der preußische König Friedrich Wilhelm I. am 28. September 1717, vor 300 Jahren, die Schulpflicht einführte, als Meilenstein. Der König versprach sich davon auch gute Untertanen. In: Deutschlandradio. 28. September 2017 (Deutschlandfunk/Köln, Sendung: Kalenderblatt, URL, abgerufen am 28. November 2017).
  4. Insolvenz. Unternehmensserviceportal, 1. Januar 2015, abgerufen am 16. Mai 2015.
  5. Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Wiener Börse, 27. Oktober 2010, abgerufen am 16. Mai 2015.
  6. Suche nach *edikt im Index Wortartikel. Deutsches Rechtswörterbuch, abgerufen am 16. Mai 2015.