Dentist

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Dentist (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Dentist die Dentisten
Genitiv des Dentisten der Dentisten
Dativ dem Dentisten den Dentisten
Akkusativ den Dentisten die Dentisten

Worttrennung:

Den·tist, Plural: Den·tis·ten

Aussprache:

IPA: [dɛnˈtɪst]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Dentist (Info)
Reime: -ɪst

Bedeutungen:

[1] historisch, früher in Deutschland bis 1952: Zahnbehandler, der auf einer Fachschule vor allem zahnmedizinisch-zahntechnische Kenntnisse erlernte, dessen Ausbildung staatlich anerkannt, dem aber keine staatliche Bestallung (Approbation) erteilt wurde und der keine Hochschulabschlussprüfung für seine berufliche Tätigkeit nachzuweisen brauchte, und deshalb – im Gegensatz zum Zahnarzt – nur eingeschränkt die Zahnheilkunde ausüben durfte; nichtapprobierter Zahnbehandler
[2] manchmal auch abwertend oder scherzhaft: Facharzt, der sich mit der Zahnheilkunde beziehungsweise mit der Zahnmedizin beschäftigt; approbierter Zahnbehandler

Herkunft:

Es handelt sich um eine in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte Entlehnung des französischen dentiste → frZahnarzt‘,[1][2][3][4] die anfangs auch in der französisch beeinflussten Schreibweise Dentiste vorkam.[2]

Synonyme:

[1] historisch: Gebissarbeiter,[5] Zahnkünstler[5]
[2] umgangssprachlich scherzhaft, auch abwertend: Zahnklempner

Weibliche Wortformen:

[1, 2] Dentistin

Oberbegriffe:

[1, 2] Zahnbehandler

Beispiele:

[1] „So wurden etwa 1933 neben 10885 approbierten Zahnärzten rund 18000 Dentisten registriert.“[6]
[1] „Der Dentist will protestieren, schon führt man ihn ab.“[7]
[1] „Er hatte 1938 eine Lehre als Zahntechniker begonnen, bei einem Dr. Grünbaum, der sich nicht mehr Zahnarzt nennen durfte, sondern nur noch Dentist.[8]
[2] „Die Yorios haben keine Türsteher-Gesichter. Sie zeigen ihre Zähne so oft, dass man denkt, ihr Dentist hätte sie für Werbung bezahlt.“[9]
[2] „Als Schmerzmittel und Kühlung mit Eis nicht halfen, ging er zum Zahnarzt, in dessen Praxis seine Schwester Lisa Metcalse arbeitet – und der Dentist entdeckte dann auch schnell die Wurzel des Übels: ein zehn Zentimeter langer Nagel steckte im Gaumen des 23-jährigen Bauarbeiters.“[10]
[2] „Der Computer hält Einzug in die Zahnarztpraxis der Zukunft: Nach knapp eineinhalb Stunden soll die neue Prothese aus der digital-gesteuerten Fräsmaschine kommen, den lästigen Zahnstein bekämpft der Dentist der Zukunft mit dem Laser.“[11]
[2] „Die Kids von heute gehen mit Zahnpastagrinsen durch die Welt, die kollektive Urangst vorm Dentisten ist auch passé.“[12]

Wortbildungen:

[1] Dentistenfachschule, Dentistenschule

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Dentist
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Dentist
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Dentist
[1, 2] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Dentist
[1] The Free Dictionary „Dentist
[1, 2] Duden online „Dentist
[1] Wahrig Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Dentist“ auf wissen.de
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Dentist“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Dentist
[1, 2] wissen.de – Gesundheit A–Z „Dentist
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Dentist
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalDentist
[1, 2] Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. 2. völlig neubearbeitete Auflage. 4. Band: da capo – Dynastie, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016235-0, DNB 957806574 (neubearbeitet im Institut für Deutsche Sprache unter der Leitung/Redaktion von Gerhard Strauß), Stichwort »Dentist«, Seite 294–295.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Dentist«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Stichwort »Dentist«, Seite 235.
[1, 2] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 9. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-05509-8, Stichwort »Dentist«, Seite 418.

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Dentist
  2. 2,0 2,1 Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. 2. völlig neubearbeitete Auflage. 4. Band: da capo – Dynastie, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016235-0, DNB 957806574 (neubearbeitet im Institut für Deutsche Sprache unter der Leitung/Redaktion von Gerhard Strauß), Stichwort »Dentist«, Seite 294.
    Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Fremdwörterbuch „Dentist
  3. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Stichwort »Dentist«, Seite 190.
  4. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-411-04076-6, Stichwort »Dentist«, Seite 195.
  5. 5,0 5,1 Dominik Groß: Vom ‚Gebißarbeiter‘ zum ‚staatlich geprüften Dentisten‘: Der Berufsbildungsprozess der nichtapprobierten Zahnbehandler (1869–1952). In: Beiträge zur Geschichte und Ethik der Zahnheilkunde. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3314-0, Seite 104 (Zitiert nach Google Books).
  6. Dominik Groß: Vom ‚Gebißarbeiter‘ zum ‚staatlich geprüften Dentisten‘: Der Berufsbildungsprozess der nichtapprobierten Zahnbehandler (1869–1952). In: Beiträge zur Geschichte und Ethik der Zahnheilkunde. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3314-0, Seite 99 (Zitiert nach Google Books).
  7. Hans Fallada: Drei Jahre kein Mensch. In: Günter Caspar (Herausgeber): Sachlicher Bericht über das Glück, ein Morphinist zu sein. 1. Auflage. Aufbau-Taschenbuch, Berlin 2011, ISBN 978-3-7466-2790-8, Seite 47 (Kurzgeschichte entstanden um 1929).
  8. Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin. 2. Auflage. Ungekürzte Taschenbuchausgabe, Piper Verlag, München 2020, ISBN 978-3-492-31424-4, Seite 75 (Erstauflage 2019, Originalausgabe im Berlin Verlag, Berlin 2017).
  9. Wlada Kolosowa: Fashion Week New York: Der Wächter der Modewelt. In: Spiegel Online. 11. Februar 2012, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 16. September 2015).
  10. Mann schießt sich unbemerkt Nagel in den Kopf. In: Spiegel Online. 17. Januar 2005, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 16. September 2015).
  11. Zahnarztpraxis der Zukunft: Gebiss aus dem Computer. In: FOCUS Online. 18. März 2015, ISSN 0943-7576 (URL, abgerufen am 16. September 2015).
  12. Henning Schmidtke: Es ist nicht alles so scheiße, wie du denkst. Abgerufen am 13. Februar 2022.