Dendron

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Dendron (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Dendron

die Dendronen

Genitiv des Dendrons

der Dendronen

Dativ dem Dendron

den Dendronen

Akkusativ das Dendron

die Dendronen

Worttrennung:

Den·dron, Plural: Den·dro·nen

Aussprache:

IPA: [dɛnˈdʁoːn]
Hörbeispiele:
Reime: -oːn

Bedeutungen:

[1] Neurologie, Philosophie des Geistes, Naturphilosophie: Bündel von Dendriten in der Großhirnrinde beziehungsweise Empfangsantennen der Neuronen, hochsensible rezeptive Struktur des Gehirns, die nach dem australischen Neurophysiologen und Medizinnobelpreisträger John C. Eccles zusammen mit den Psychonen Teil der physisch-geistigen Schnittstelle im Menschen ist

Herkunft:

von altgriechisch δένδρον (dendron) → grc, der Baum[Quellen fehlen]

Synonyme:

[1] Dendritengeflecht

Sinnverwandte Wörter:

[1] Psychon

Beispiele:

[1] „Ein ‚Psychon‘ (wie er eine angeblich völlig autonom existierende mentale Einheit nennt), sagt er, ‚durchdringe‘ jeweils ein ‚Dendron‘, nämlich ein Bündel von Dendriten in der Großhirnrinde (Dendriten sind die ‚Empfangsantennen‘ der Neuronen), und löse damit ein neurales Ereignis aus.“[1]
[1] „Jedes Psychon wirkt mit seiner eigenen, inividuellen Erfahrung nicht nur an den ca. 1000 Boutons einer Pyramidenzelle, sondern an einem Dendron.[2]
[1] „Es gäbe eine Interaktion zwischen einer mentalen Einheit bzw. einem Psychon mit seiner korrespondierenden neuronalen Einheit bzw. seinem Dendron. Mir scheint nicht entscheidend zu sein, ob man die beiden Ausdrücke ‚Psychon‘ und ‚Dendron‘ übernimmt und für berechtigt erachtet, sondern vielmehr die damit vertretene These, dass der Geist, dass Mentales über Neuronen oder Nervenzellen, über neuronale Schaltkreise die gewünschten Hirnreaktionen, wie zum Beispiel vorsätzliche Körperbewegungen hervorrufen bzw. auslösen kann. Eccles nimmt eine auf bestimmte Regionen des menschlichen Neocortex bezogene Wechselwirkung zwischen Psychonen und Dendronen an.“[3]
[1] „Jede dieser elementaren Einheiten (jedes Psychon) ist nach der Hypothese wechselseitig mit einem Dendron verbunden. Ein Dendron ist eine funktionelle Einheit, die durch Bündelung bäumchenhafter Verzweigungen an Pyramidenzellen entsteht.“[4]
[1] „Danach bilden mehrere Gehirnzellen, und damit auch mehrere Synapsen incl. synaptischer Vesikel ein sogenanntes Dendron. Diesem Dendron ist dann eine Art seelische Einheit zugeordnet. Er nennt diese seelische Einheit ‚Psychon‘. Dieses Psychon entspricht einer bestimmten seelischen Teilerfahrung. Im Gehirn eines Menschen befinden sich etwa 40 Millionen Dendronen. Dementsprechend würden auch 40 Millionen Psychonen zusammen die menschliche Seele ergeben.“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Dendron“ (Korpusbelege)
[1] Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999 auf spektrum.de, „Dendron

Quellen:

  1. Die Zeit, 13.07.1990, Nr. 29; zitiert nach: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Dendron
  2. Rolf Oster: Bioinformation auf verschiedenen Verarbeitungsebenen. 1998. ISBN 3832407189. Seite 45
  3. Anton Kolb: Realismus als Lösung von Widersprüchen in Philosophie und Naturwissenschaften: wider den Materialismus und den Determinismus. Münster 2006. LIT Verlag. ISBN 9783825899967. Seite 376
  4. Godehard Brüntrup: Das Leib-Seele-Problem: Eine Einführung. 2016. Kohlhammer Verlag. ISBN 317030948X. Seite 54
  5. Steffen Grimm: Leben und Tod durch Zufall und Seele: Esoterik, Religion und Philosophie im Spiegel moderner Naturwissenschaft. 2003. BoD. ISBN 3831130264. Seite 128