Dauersatz

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Dauersatz (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Dauersatz

die Dauersätze

Genitiv des Dauersatzes

der Dauersätze

Dativ dem Dauersatz

den Dauersätzen

Akkusativ den Dauersatz

die Dauersätze

Worttrennung:
Dau·er·satz, Plural: Dau·er·sät·ze

Aussprache:
IPA: [ˈdaʊ̯ɐˌzat͡s]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Dauersatz (Info)

Bedeutungen:
[1] vielfach wiederholte Äußerung
[2] Sprachphilosophie: Äußerung, die auch ohne direkten, unmittelbaren Bezug zur Empirie als richtig angesehen wird
[3] Postwesen: Reihe thematisch und typographisch gleichartiger Briefmarken, die eine längere Zeit von der Post bereitgestellt werden

Herkunft:
Determinativkompositum aus den Substantiven Dauer und Satz

Synonyme:
[3] Dauermarkenserie, Dauermarkensatz, Dauerserie

Gegenwörter:
[2] Ereignissatz

Oberbegriffe:
[1–3] Satz

Beispiele:
[1] „Brüderchen und Schwesterchen sind einen Lebensbund eingegangen, ihr auf dem Motorrad herumbretterndes Reh (klar, Grimm geht anders) heißt Blochin, der unbehausbare Hauser mit den ängstlich aufgerissenen Augen und dem Dauersatz: „Ich muss noch mal weg.““[1]
[1] „»Sie heiratet ja ohnedies – wozu braucht sie einen Beruf?« war damals der Dauersatz bildungsfeindlicher, weil ungebildeter Väter, und die Mütter stimmten dem zu, galt ihnen doch auch noch Ehe als einzige Daseinsberechtigung und Existenzvorsorge, wie unglücklich diese auch sein mochte.“[2]
[1] „Das gibt dem banalen Dauersatz des verstorbenen Gusseisenwerksbesitzers eine unerwartet anarchistische Wendung: Ende gut, alles gut.“[3]
[1] „Einer ihrer Dauersätze war: Man lebt, man stirbt.“[4]
[2] „Um einiges problematischer für die Urübersetzung sind «standing sentences» (Dauersätze).“[5]
[3] „Die 13 Marken des 1962 verausgabten Dauersatzes haben klassisch-griechische Motive, vorgriechische Motive, bzw. drei zypriotische Naturmotive, nämlich zwei Weinreben, eine Winterlandschaft des Troodosgebirges und die Abbildung eines Mufflon, des größten wildlebenden Tieres der Insel (das inzwischen wahrscheinlich ausgerottet ist).“[6]
[3] „So ist der 1947/48 in drei Besatzungszonen ausgegebene Dauersatz postfrisch nach "Philex" für ganze vier Mark zu haben.“[7]
[3] „Seine teuersten Marken entstammten dem ersten Dauersatz der Bundesrepublik Deutschland, dessen Gesamtwert bei 2500 Euro liegt.“[8]
[3] „Fünf von ihnen gehören zum Dauersatz »Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten«.“[9]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[2] Helmut Glück (Herausgeber): Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005, ISBN 978-3-476-02056-7, Stichwörter: „Behaviorismus, Dauersatz“.

Quellen:

  1. Wenn das Böse dauernd klingelt, in: Der Tagesspiegel Aufgerufen am 1.10.16.
  2. Rotraud A. Perner: Königin! Über weibliche Kraft. Kösel, München 2009, eISBN 978-3-641-03306-4. Aufgerufen am 1.10.16.
  3. Cornelie Ueding: Grandioses Schauspieltheater, in: Deutschlandfunk, 30.06.2008. Aufgerufen am 1.10.16.
  4. Lilli Palmer 24.05.1914 - 27.01.1986 † …ein Weltstar Aufgerufen am 1.10.16.
  5. Mathias Haller: W.V.O. Quines These der «indeterminacy of translation» und deren Implikationen für eine Theorie des Spracherwerbs, Seminararbeit, Universität Zürich, 2009 Aufgerufen am 1.10.16.
  6. Wolfgang Scharlipp: Der Zypernkonflikt im Spiegel der Briefmarken und Stempel Nord- und Südzyperns. Ein politisches Problem aus philatelistischer Sicht. In: philatelie. Nummer 472, Oktober 2016, Seite 36-40, Zitat Seite 37.
  7. Mit Gummi veredelt, in: DER SPIEGEL 16/1979 Aufgerufen am 1.10.16.
  8. Susanne Ebner: Er besitzt auch angekokelte Briefmarken, in: Südkurier Aufgerufen am 1.10.16.
  9. Leder Echo. Gewerkschaft Leder, 1966, Seite xliv (Google Books, abgerufen am 1. Oktober 2016)